
RAF-Terror holt Deutschland ein: Anklage gegen Daniela Klette wegen versuchten 20-fachen Mordes
Mehr als drei Jahrzehnte nach den blutigen Anschlägen der Roten Armee Fraktion hat die Bundesanwaltschaft nun endlich Anklage gegen die mutmaßliche RAF-Terroristin Daniela Klette erhoben. Die 67-Jährige, die jahrzehntelang unbehelligt im Untergrund lebte, muss sich unter anderem wegen 20-fachen versuchten Mordes verantworten. Ein Fall, der einmal mehr die Frage aufwirft, wie es möglich war, dass gesuchte Schwerstverbrecher über so viele Jahre hinweg unentdeckt in Deutschland leben konnten.
250 Schüsse auf die US-Botschaft in Bonn
Im Zentrum der Anklage steht ein Angriff auf die amerikanische Botschaft in Bonn im Jahr 1991. Klette und zwei Komplizen sollen damals mit Maschinengewehren mindestens 250 Schüsse auf das Gebäude abgefeuert haben. 250 Schüsse – man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. Das war kein spontaner Akt der Verzweiflung, sondern ein kaltblütig geplanter Terroranschlag mitten in der damaligen Bundeshauptstadt. Dass dabei niemand ums Leben kam, grenzt an ein Wunder.
Doch damit nicht genug. Der 67-Jährigen wird laut übereinstimmenden Berichten von NDR, WDR und der „Süddeutschen Zeitung" darüber hinaus erpresserischer Menschenraub sowie die Beteiligung an einem verheerenden Sprengstoffanschlag im südhessischen Weiterstadt im Jahr 1993 zur Last gelegt. Bei jenem Anschlag wurde ein im Bau befindliches Gefängnis massiv zerstört – ein Akt purer Zerstörungswut, der den Steuerzahler Millionen kostete.
DNA-Spuren als stumme Zeugen
Besonders brisant: Im Umfeld aller drei Tatorte – der US-Botschaft in Bonn, des Gefängnisneubaus in Weiterstadt und eines Gebäudes der Deutschen Bank im hessischen Eschborn – hätten Ermittler Haare oder DNA-Spuren sichergestellt, die Klette zugeordnet werden konnten. Wie genau diese Spuren an die jeweiligen Tatorte gelangten, sei allerdings noch unklar. Der versuchte Anschlag auf die Deutsche Bank in Eschborn im Jahr 1990 wird Klette als dreifacher versuchter Mord angelastet.
Die forensische Beweislage scheint also erdrückend. Und dennoch dauerte es über 30 Jahre, bis die deutsche Justiz diese Frau zur Rechenschaft ziehen kann. Ein Armutszeugnis für den deutschen Sicherheitsapparat, das seinesgleichen sucht.
Jahrzehntelang untergetaucht – ein Versagen der Behörden?
Daniela Klette steht bereits seit rund einem Jahr vor dem Landgericht im niedersächsischen Verden – allerdings bislang nur wegen mutmaßlicher Raubüberfälle. Diese soll sie nach der Selbstauflösung der RAF gemeinsam mit den beiden weiterhin flüchtigen RAF-Terroristen Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub begangen haben. Dass zwei der meistgesuchten Terroristen Deutschlands noch immer auf freiem Fuß sind, spricht Bände über die Prioritätensetzung unserer Sicherheitsbehörden.
Während die Politik sich in den vergangenen Jahren lieber mit Gendersternchen, Klimakleber-Verständnis und der Willkommenskultur beschäftigte, lebten mutmaßliche Terroristen seelenruhig mitten unter uns. Man fragt sich unwillkürlich: Wäre die Fahndung nach Klette, Garweg und Staub mit demselben Eifer betrieben worden, den man etwa bei der Verfolgung von Steuersündern oder politisch unliebsamen Meinungsäußerungen an den Tag legt – hätte man sie dann nicht deutlich früher gefasst?
Ein düsteres Kapitel, das noch nicht abgeschlossen ist
Die RAF mag sich 1998 offiziell aufgelöst haben, doch ihre Schatten reichen bis in die Gegenwart. Die Anklage gegen Klette ist ein längst überfälliger Schritt, der den Opfern und ihren Angehörigen zumindest ein Stück Gerechtigkeit in Aussicht stellt. Gleichzeitig mahnt dieser Fall, dass innere Sicherheit kein Luxus ist, sondern die Kernaufgabe eines funktionierenden Staates. Solange Garweg und Staub frei herumlaufen, bleibt dieses düstere Kapitel deutscher Geschichte unvollendet – und der Rechtsstaat schuldet seinen Bürgern Antworten.
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