
Raketen aus Sachsen? Rüstungs-Startup nimmt Leipzig ins Visier!

Leipzig könnte schon bald den nächsten Rüstungsbetrieb bekommen. Das Düsseldorfer Startup Falk Defence sucht nach Berichten des MDR auf seiner Website Fachkräfte für den Standort „Leipzig, Germany“. Gesucht werden Leute für Forschung, Entwicklung und Tests von präzisen Raketenartillerie-Systemen. Wenige Wochen nach der umstrittenen Covenant-Eröffnung zeigt sich damit erneut, dass der Osten zum Rüstungsstandort wird.
„Teil unserer Überlegungen“: Noch ist nichts entschieden
Ganz festlegen will sich das junge Unternehmen bislang nicht. Auf Anfrage des Senders hieß es, man prüfe derzeit, wie und wo man künftig Entwicklungs- und Produktionskapazitäten aufbauen wolle. Die Region Leipzig gehöre zu diesen Überlegungen, die Planungen liefen noch.
Falk Defence befasst sich derzeit mit der Frage, wie und wo wir unsere Entwicklungs- und Produktionskapazitäten künftig aufstellen. Die Region Leipzig ist Teil dieser Überlegungen.
Wer allerdings schon Stellen ausschreibt, denkt erkennbar über mehr als ein Gedankenspiel nach. In der Branche laufen Personalsuche und Standortwahl häufig parallel. Der Grund ist einfach: Ohne Ingenieure baut niemand eine Rakete.
Kiew im Blick, Europa als Ziel
Mögliche Kunden hat das Startup bereits genannt. Auf LinkedIn bezeichnet die Firma die Ukraine als potenziellen Markt. Vertreter von Falk Defence hätten in der vergangenen Woche in Kiew an einer Konferenz der Deutsch-Ukrainischen Außenhandelskammer zu Verteidigungs- und Sicherheitsfragen teilgenommen.
Nur auf die Ukraine wolle man sich aber nicht verlassen, erklärte das Unternehmen gegenüber dem MDR. Man wolle vielmehr dazu beitragen, Europas Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Das passt zur Lage: Seit dem russischen Überfall auf die Ukraine hat sich gezeigt, wie leer die Munitionsdepots vieler NATO-Staaten nach Jahrzehnten der Abrüstung waren.
Covenant ist der Vorreiter, und es gibt Protest
Falk Defence wäre in Leipzig nicht der erste Rüstungsbetrieb. Im Oktober hat der US-Konzern Covenant dort seine Produktionsstätte für weitreichende Marschflugkörper eröffnet. Medienberichten zufolge soll die Serienfertigung des Modells „Anthem“ 2027 beginnen, zunächst mit rund 1.000 Stück pro Jahr und später mit bis zu 5.000. Firmenchef Michael Kaufman zufolge soll Leipzig der weltweit größte Standort des Unternehmens werden.
Ein Teil der Stadtgesellschaft wehrt sich dagegen. Seit der Ansiedlung gab es in Leipzig immer wieder Demonstrationen, zuletzt am vergangenen Samstag mit mehreren hundert Teilnehmern.
Arbeitsplätze statt Abwanderung
Man kann über Waffenproduktion streiten, das gehört zur Demokratie. Wirtschaftlich ist die Lage für Sachsen aber ziemlich klar. Die Autoindustrie steckt in der Krise und bei Volkswagen in Zwickau geht die Angst um Arbeitsplätze um. Gut bezahlte Industriejobs sind deshalb viel wert. In Görlitz will KNDS nach MDR-Berichten rund 100 Millionen Euro in die Panzerproduktion investieren und mehr Stellen schaffen.
Die eigentliche Frage ist, ob die Politik mitzieht. Genehmigungen, Bauauflagen und Bürokratie haben in Deutschland schon viele Projekte ausgebremst. In Leipzig wurde im Stadtrat zuletzt sogar darüber gestritten, ob Covenant für seine Halle überhaupt eine Baugenehmigung braucht. Für Investoren ist solche Unsicherheit ein Risiko. Wer Europas Verteidigung ernst meint, muss Firmen wie Falk Defence schnelle und verlässliche Bedingungen bieten. Sonst entstehen die Werke und die Jobs am Ende anderswo.
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