
Rekord-Drohnenwelle: 1.214 Drohnen über Russland – Moskau im Visier!

In der Nacht auf Donnerstag, den 29. Oktober, hat die Ukraine Russland mit der größten Drohenwelle seit Kriegsbeginn überzogen. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden 1.214 Drohnen abgefangen, verteilt auf rund 20 Regionen. Allein 613 davon sollen Kurs auf den Großraum Moskau genommen haben. Ausgerechnet dort tagte gerade ein Gipfel mit Staatschefs aus Afrika.
Ein neuer Rekord in einem Krieg der Rekorde
Die Zahl übertrifft die bisherige Höchstmarke deutlich. Diese stammte erst vom 20. September, als Moskau über 1.100 abgeschossene Drohnen meldete, und zwar am letzten Tag der Parlaments- und Regionalwahlen. Unabhängig überprüfen lassen sich die russischen Angaben nicht. Kiew hat sich zu den Zahlen zunächst nicht geäußert.
Eines steht fest: Wer über tausend Drohnen abschießt, hat es mit noch mehr zu tun. Wie viele Flugkörper tatsächlich gestartet wurden, bleibt offen. Die ukrainische Strategie ist aber seit Langem bekannt. Kiew will die Luftabwehr des Gegners mit schierer Masse überfordern.
Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, die meisten Drohnen seien schon weit vor der Stadt von der Flugabwehr neutralisiert worden. 231 Drohnen habe man im direkten Anflug auf die Hauptstadt zerstört. Die Flughäfen Domodedowo, Wnukowo und Schukowski mussten den Betrieb zeitweise einstellen. Medienberichten zufolge kehrten zwei Maschinen aus Istanbul mitten im Flug um. Auch in 18 weiteren russischen Städten galten Einschränkungen.
Peinlicher Zeitpunkt für Putin
Für den Kreml kam der Angriff zur Unzeit. In Moskau läuft derzeit der Russland-Afrika-Gipfel mit mehr als 22 ausländischen Staats- und Regierungschefs, auch Präsident Wladimir Putin nimmt teil. Der Kreml verurteilte die Attacke. Die Botschaft an die Gäste ist trotzdem angekommen: Nicht einmal die eigene Hauptstadt kann Putin vollständig abschirmen.
Neben Moskau meldete das Ministerium Angriffe auf zahlreiche Regionen, darunter Brjansk, Belgorod, Kursk, Kaluga, Tula, Smolensk, Woronesch, Twer, Samara, Saratow und Rostow. In Belgorod sollen laut örtlichen Behörden ein Mensch getötet und sieben verletzt worden sein.
Treffer tief im Hinterland
Besonders brisant ist ein Ziel rund 1.200 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Das exilrussische Portal Astra will anhand von Augenzeugenvideos die Baschkirische Soda-Gesellschaft (BSK) in Sterlitamak als Ziel identifiziert haben. Der Bürgermeister sprach lediglich von geringen Schäden durch herabfallende Trümmer an einem Industriestandort.
Ein harmloser Chemiebetrieb ist die BSK allerdings nicht. Berichten zufolge ist sie Russlands einziger Hersteller von Terephthaloylchlorid. Der Stoff wird für Aramidfasern gebraucht, aus denen Schutzwesten, Helme und Panzerungen gefertigt werden. Das Werk steht im Register rüstungsrelevanter Betriebe und war bereits am 27. August angegriffen worden.
Blutige Nacht auch in der Ukraine
Auch auf der anderen Seite gab es Tote. In Dnipro traf nach Angaben der Bahngesellschaft Ukrsalisnyzja eine strahlgetriebene russische Drohne einen vollen Bahnsteig. Mindestens 13 Menschen starben. Gouverneur Olexandr Hanscha meldete mindestens 14 Verletzte, sechs davon in kritischem Zustand, unter ihnen ein elfjähriger Junge.
Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem grauenhaften Angriff. Er stellte die bittere Frage, wie viele Terrorangriffe Russland verübt habe, seit Sanktionen gegen einzelne Oligarchen und den Energiesektor aufgehoben worden seien. Das ist ein kaum verhüllter Seitenhieb auf Washington.
Letzte Machtdemonstration vor den Friedensgesprächen?
Der Hintergrund ist heikel. Präsident Trump drängt Kiew Berichten zufolge, die Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Im November sollen zudem neue, von den USA vermittelte Gespräche stattfinden, angeführt von Sondergesandtem Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner. Über die großen Streitpunkte wie den Donbass und Sicherheitsgarantien herrscht weiter keine Einigkeit.
Laut dem Institute for the Study of War hat Moskau schlicht nicht genug Luftabwehr, um seine Infrastruktur im Hinterland flächendeckend zu schützen. An der Front habe der Luftkrieg die Lage zwar kaum verändert, wirtschaftlich setze er den Kreml aber spürbar unter Druck. Ein Kurswechsel Putins ist nicht in Sicht. Beide Seiten eskalieren weiter.
Für Anleger in Europa heißt das: Die geopolitischen Risiken bleiben hoch. Gerade in solchen Zeiten setzen viele Bürger auf physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen, weil es von keiner Regierung und keinem Versprechen abhängt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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