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27.10.2026
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Rekord-Einnahmen, trotzdem Minus: ZDF reißt 80-Millionen-Loch!

Rekord-Einnahmen, trotzdem Minus: ZDF reißt 80-Millionen-Loch!
Symbolbild: KI-generiert

Mehr Geld in der Kasse als je zuvor, und am Ende trotzdem tief in den roten Zahlen: Das ZDF hat für 2025 ein Haushaltsminus von 78,6 Millionen Euro verbucht. Das geht aus dem Jahresabschluss des Mainzer Senders hervor, über den mehrere Medien berichten. Gleichzeitig wollen ARD und ZDF vor dem Bundesverfassungsgericht einen höheren Rundfunkbeitrag erstreiten.

Schlechter als selbst befürchtet

Dass die Einnahmen den Haushalt nicht decken würden, war beim ZDF eingeplant. Am Ende lag das Ergebnis Berichten zufolge aber noch einmal 49,3 Millionen Euro unter der eigenen Planung. Ein Unternehmen, das seine Ziele so deutlich verfehlt, müsste seinen Aktionären einiges erklären. Beim ZDF sind die „Aktionäre“ die Beitragszahler. Gefragt werden sie allerdings nie.

Dabei lief es auf der Einnahmenseite gut. Rund 2,63 Milliarden Euro flossen 2025 in die Kasse, das sind 91,8 Millionen Euro mehr als im Jahr davor. Nach handelsrechtlicher Rechnung blieb laut Medienberichten sogar ein Jahresüberschuss von 46,1 Millionen Euro übrig. Ein Plus nach Handelsgesetzbuch und gleichzeitig ein Minus im Haushalt: Diese Doppelbuchführung dürfte bei vielen Bürgern eher Stirnrunzeln als Vertrauen auslösen.

Sport-Pause und Pensionen: die offizielle Erklärung

Für Programm und Inhalte gab der Sender 2025 weniger aus als im Vorjahr. Das ZDF begründet das mit einer Art sportlicher Durststrecke. Anders als 2024 standen weder eine Fußball-Europameisterschaft noch Olympische Spiele auf dem Plan, also keine teuren Übertragungsrechte.

Auch beim Personal sank der Aufwand leicht. Gespart wurde dabei allerdings nicht an den Gehältern, sondern vor allem bei der Altersversorgung. Löhne und Sozialabgaben stiegen weiter. Unterm Strich fehlt also trotz Rekordeinnahmen und Sport-Pause Geld. Kritiker sehen darin ein Strukturproblem und keinen Ausrutscher.

58 Cent vor dem höchsten Gericht

Parallel dazu läuft der Streit um den Rundfunkbeitrag. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hatte im Februar 2024 empfohlen, den Beitrag zum 1. Januar 2025 um 58 Cent anzuheben, also von 18,36 auf 18,94 Euro pro Haushalt und Monat. Die Länder setzten die Empfehlung nicht um. Ihre Begründung: Die Sender kämen mit dem bisherigen Beitrag offenbar zurecht.

Ende 2024 legten ARD und ZDF Verfassungsbeschwerde ein. Sie sehen sich in ihrer Rundfunkfreiheit verletzt, weil die Länder zu einer bedarfsgerechten Finanzierung verpflichtet seien. Am 23. Juni 2026 verhandelte Karlsruhe über die Beschwerde. Ein Urteil steht noch aus, Beobachter rechnen mit einer Entscheidung bis zum Jahresende.

Ein Déjà-vu für die Beitragszahler

Den Weg nach Karlsruhe kennen die Sender schon. 2021 setzten sie dort die Erhöhung auf 18,36 Euro durch, nachdem Sachsen-Anhalt sie blockiert hatte. Wiederholt sich das jetzt, hätten die Landesparlamente bei den Gebühren erneut kaum etwas zu sagen. Für viele Bürger stellt sich dann eine einfache Frage: Wozu braucht es überhaupt noch Abgeordnete, wenn am Ende ohnehin das Gericht entscheidet?

Wer sparen muss und wer nicht

Rund 9 Milliarden Euro im Jahr, finanziert über eine Abgabe, der kaum ein Haushalt entkommt: Mit solchen Rahmenbedingungen kann kein privates Medienhaus planen. Familien, Handwerker und Mittelständler kämpfen mit Inflation, Energiepreisen und Abgaben, und dann soll ausgerechnet der Sender mit Rekordeinnahmen mehr Geld bekommen?

Aus Sicht unserer Redaktion geht es längst um mehr als 58 Cent. Es geht darum, ob ein System, das jedes Jahr mehr einnimmt und trotzdem nicht auskommt, lernen muss, mit dem Geld zu wirtschaften, das es bekommt. Für jeden Privathaushalt ist das selbstverständlich. Beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk scheint diese Regel bislang nicht zu gelten.

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