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Kettner Edelmetalle
18.12.2025
13:50 Uhr

Russische Milliarden für die Ukraine: Europas riskantes Spiel mit dem Feuer

In Brüssel hat sich ein finanzpolitisches Drama von historischer Tragweite entfaltet. Die Europäische Union steht vor einer Entscheidung, die nicht nur über das Schicksal der Ukraine bestimmen könnte, sondern auch das Fundament des europäischen Finanzsystems erschüttern dürfte. Es geht um nicht weniger als 210 Milliarden Euro eingefrorenes russisches Staatsvermögen – und die Frage, ob Europa bereit ist, einen Tabubruch zu begehen, der selbst im Zweiten Weltkrieg vermieden wurde.

Selenskyj drängt, Merz unterstützt – doch die Risiken sind enorm

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die versammelten EU-Staats- und Regierungschefs eindringlich zur Zustimmung aufgefordert. Ohne eine positive Entscheidung, so der Ukrainer, stehe sein Land vor einem "großen Problem". Bundeskanzler Friedrich Merz schloss sich dieser Einschätzung an und bezeichnete die Nutzung der eingefrorenen Vermögen als "einzige Option". Man fragt sich unwillkürlich: Ist es wirklich so weit gekommen, dass Europa keine anderen Mittel mehr findet, um seine sicherheitspolitischen Interessen zu wahren?

Die EU-Kommission plant, der Ukraine ein Reparationsdarlehen von bis zu 165 Milliarden Euro zu gewähren. Die eingefrorenen russischen Vermögenswerte sollen dabei als Sicherheit dienen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen macht Druck und betont gegenüber der Presse, es gehe um "Europas Sicherheit und Zukunft". Doch hinter den markigen Worten verbirgt sich ein finanzielles Minenfeld, das selbst erfahrene Ökonomen in Alarmbereitschaft versetzt.

Belgien warnt: Ein Präzedenzfall mit unabsehbaren Folgen

Der belgische Premierminister Bart de Wever hat seine europäischen Kollegen in nächtlicher Stunde gewarnt: Nicht einmal während des Zweiten Weltkriegs sei Zentralbankgeld gegnerischer Staaten angetastet worden. Diese historische Einordnung sollte jeden aufhorchen lassen. Belgien fürchtet, am Ende allein für die Rückzahlung an Russland geradestehen zu müssen – eine Sorge, die angesichts der komplexen rechtlichen Lage keineswegs unbegründet erscheint.

Der Großteil der eingefrorenen Vermögen liegt beim belgischen Finanzdienstleister Euroclear, der Währungsreserven von fast 100 Zentralbanken weltweit verwahrt. Es handelt sich um Wertpapiere im Gesamtwert von mehr als 42 Billionen Euro. Euroclear-Chefin Valérie Urbain mahnt eindringlich: "Alle Maßnahmen und Vereinbarungen der EU dürfen nicht das Vertrauen in die internationalen Finanzmärkte untergraben." Ihre Warnung ist unmissverständlich – Rechtssicherheit sei die Grundlage der Weltwirtschaft.

Droht eine massive Kapitalflucht aus Europa?

Was geschieht, wenn Billionen an Kapitalströmen plötzlich umgelenkt werden? Weg von Frankfurt, Paris und Brüssel, hin zu vermeintlich sichereren Häfen? Die Konsequenz wäre verheerend: Europa würde seinen Ruf als verlässlicher Finanzstandort verlieren. Eine massive Kapitalflucht aus der EU wäre die logische Folge. Investoren aus aller Welt würden sich fragen, ob ihre Vermögenswerte in Europa noch sicher sind – oder ob sie morgen ebenfalls zum Spielball politischer Entscheidungen werden könnten.

Professor Clemens Fuest, Präsident des renommierten ifo-Instituts, bestätigt die Brisanz der Situation. Das Eigentum anderer Staaten zu beschlagnahmen sei ein "schwerwiegender Schritt", der die Verlässlichkeit grundlegender Eigentumsrechte beeinträchtige. Dennoch sieht auch er keine Alternative: Die EU-Staaten hätten ein dringendes sicherheitspolitisches Interesse an der Unterstützung der Ukraine. Da sich die Europäer offenbar nicht einigen könnten, selbst genug Mittel bereitzustellen, sei die Verwendung der russischen Vermögen der richtige Schritt.

Die unbequeme Wahrheit: Europa ist pleite

Hier offenbart sich die eigentliche Tragödie dieser Situation. Die hochverschuldeten EU-Staaten sind schlichtweg nicht in der Lage oder nicht willens, der Ukraine mit eigenem Geld zu helfen. Stattdessen greift man zu fremdem Vermögen – ein Eingeständnis der eigenen finanziellen Schwäche, das kaum deutlicher ausfallen könnte. Jahrzehntelange Schuldenpolitik, ausufernde Sozialausgaben und ideologisch motivierte Projekte haben die europäischen Staatskassen geleert. Nun rächt sich diese Misswirtschaft in einem Moment, in dem Europa Stärke zeigen müsste.

Der künftige tschechische Ministerpräsident Andrej Babis hat bereits angekündigt, keine Garantien für die Ukraine-Finanzierung zu übernehmen. Die Europäische Kommission müsse alternative Wege finden, so Babis. Tschechien werde "für nichts Garantien übernehmen und auch kein Geld hineinstecken". Eine Position, die in Brüssel für Verstimmung sorgt, aber die Realität vieler europäischer Haushalte widerspiegelt.

Russland kündigt rechtliche Schritte an

Die russische Zentralbank hat bereits eine Klage vor einem Moskauer Schiedsgericht gegen Euroclear angekündigt. Die "illegalen Handlungen" der Bank würden der russischen Zentralbank Schaden zufügen, heißt es aus Moskau. Zwar müsste ein solches Urteil von einem europäischen oder internationalen Gericht anerkannt werden – was als unwahrscheinlich gilt –, doch die rechtliche Unsicherheit bleibt bestehen.

Die EU-Juristen haben sich einen Kniff ausgedacht: Als Garantie für die Ukraine-Kredite soll nicht das russische Vermögen selbst, sondern die Kapitalerträge daraus verwendet werden. Völkerrechtler Professor Christian Tietje hält diesen Mechanismus für tragfähig, da Russland auf diese Erträge keinen direkten Anspruch habe. Ob diese juristische Konstruktion vor internationalen Gerichten Bestand haben wird, bleibt abzuwarten.

Dauerhaftes Einfrieren als Signal der Entschlossenheit

Die EU-Mitgliedstaaten haben sich darauf geeinigt, das russische Vermögen dauerhaft einzufrieren. Bisher musste alle sechs Monate einstimmig über die Nutzung neu entschieden werden – ein Einfallstor für Blockaden durch einzelne Mitgliedstaaten wie Ungarn. Diese Gefahr scheint nun gebannt. Doch die grundsätzlichen Bedenken bleiben: Wird Europa als verlässlicher Partner wahrgenommen, wenn es fremdes Staatsvermögen beschlagnahmt?

Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten

Die aktuelle Entwicklung unterstreicht einmal mehr die Bedeutung physischer Edelmetalle als Vermögenssicherung. Während digitale Vermögenswerte und Bankguthaben offensichtlich zum Spielball politischer Entscheidungen werden können, bieten Gold und Silber einen Schutz, der seit Jahrtausenden Bestand hat. Wer sein Vermögen in physischen Edelmetallen hält, muss nicht fürchten, dass es über Nacht eingefroren oder beschlagnahmt wird. In Zeiten, in denen selbst Zentralbankvermögen nicht mehr sicher sind, erscheint eine Beimischung von Edelmetallen zum Anlageportfolio vernünftiger denn je.

"Der Kreml muss wissen: Solange er seinen brutalen Angriffskrieg und die Zerstörungen in der Ukraine fortsetzt, steigen auch seine Kosten." – Ursula von der Leyen

Die Entscheidung über die russischen Vermögenswerte wird weitreichende Konsequenzen haben – für die Ukraine, für Europa und für das internationale Finanzsystem. Ob die EU am Ende als entschlossener Verteidiger westlicher Werte dasteht oder als unzuverlässiger Partner, der fremdes Eigentum antastet, wird die Geschichte zeigen. Eines steht jedoch fest: Die Zeiten, in denen Vermögen in Europa als absolut sicher galten, sind vorbei.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst für seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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