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Saarland-Beben: CDU stürzt auf Rekordtief, AfD erstmals vorn!

Saarland-Beben: CDU stürzt auf Rekordtief, AfD erstmals vorn!
Symbolbild: KI-generiert

Es ist ein politischer Tiefschlag für die Christdemokraten an der Saar. Im neuen Saarlandtrend von Infratest dimap im Auftrag des Saarländischen Rundfunks kommt die CDU nur noch auf 20 Prozent. Damit liegt die AfD mit 21 Prozent erstmals vor ihr, und das knapp sechs Monate vor der Landtagswahl.

Für die Partei von Bundeskanzler Friedrich Merz ist das mehr als ein schlechter Tag. Sie erreicht den schlechtesten Wert, den der Saarlandtrend je gemessen hat.

Fünf Punkte weg in nicht einmal einem Jahr

Der Absturz kam schnell. Bei der vorigen Erhebung im Dezember 2025 stand die CDU noch bei 25 Prozent. Im September 2024 waren es sogar 31 Prozent. In gut zwei Jahren hat die Union an der Saar damit rund ein Drittel ihrer Zustimmung verloren.

Auffällig ist, dass die AfD gar nicht zulegt. Sie verliert sogar zwei Prozentpunkte und landet trotzdem vorn, weil die CDU noch stärker abrutscht. Das ist kein Sieg der Konkurrenz. Das ist ein Absturz aus eigener Kraft.

Rehlingers SPD zieht davon

Gewinner ist die SPD von Ministerpräsidentin Anke Rehlinger. Sie gewinnt sechs Prozentpunkte hinzu und kommt auf 33 Prozent. Damit führt sie mit großem Abstand. Im Dezember 2025 lag sie laut Infratest dimap noch bei 27 Prozent.

Der Rest des Feldes im Überblick:

  • SPD: 33 Prozent (+6)
  • AfD: 21 Prozent (−2)
  • CDU: 20 Prozent (−5)
  • Grüne: 9 Prozent
  • Linke: 6 Prozent
  • FDP und BSW: je 3 Prozent, also nicht im Landtag

Zur Einordnung: Bei der Landtagswahl 2022 holte die SPD 43,5 Prozent und regiert seitdem allein. Die CDU kam damals auf 28,5 Prozent, die AfD auf 5,7 Prozent. Seitdem haben sich die Kräfte im kleinsten Flächenland der Republik deutlich verschoben.

Toscani: Ein Herausforderer ohne Rückenwind

Auch CDU-Landeschef Stephan Toscani hat ein Problem. Nur 29 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden. Rehlinger kommt auf 62 Prozent. Wer die Amtsinhaberin ablösen will, braucht eigentlich Rückenwind. Toscani hat ihn nach diesen Zahlen nicht.

Beobachter dürften die Ursachen aber nicht nur in Saarbrücken suchen. Die schwarz-rote Koalition in Berlin hatte einen Politikwechsel versprochen. Stattdessen stehen ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf Pump und eine Wirtschaftswende, die viele Bürger bisher nicht spüren. Merz hatte im Wahlkampf mehr Haushaltsdisziplin angekündigt. Kritiker sehen darin einen Wortbruch, der die Glaubwürdigkeit der Union auch in den Ländern beschädigt.

Ein Warnsignal mit Ansage

Hinzu kommt ein Paradox. Die CDU regiert im Bund mit der SPD und muss gleichzeitig im Saarland gegen sie Wahlkampf machen. Wie soll eine Partei sich als Alternative zu einem Koalitionspartner zeigen, mit dem sie in Berlin jeden Kompromiss mitträgt? Davon profitiert offenbar vor allem Rehlinger, deren Landesregierung als eigenständig wahrgenommen wird.

Für die Umfrage wurden vom 26. Oktober bis zum 1. November 1.269 Wahlberechtigte befragt. Umfragen sind Momentaufnahmen und keine Wahlergebnisse. Gewählt wird am 18. April 2027. Bis dahin bleibt der CDU wenig Zeit. Gelingt keine Trendwende, droht ihr im Saarland nur der dritte Platz. Und für ihre Strategen in Berlin wäre das ein deutliches Warnsignal.

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