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Kettner Edelmetalle
14.08.2026
18:21 Uhr
KI-generiert

Sanktionen ausgehebelt: Putins Arktis-Gas boomt um 700 Prozent

Sanktionen ausgehebelt: Putins Arktis-Gas boomt um 700 Prozent
Symbolbild: KI-generiert

Es sollte das Vorzeigeprojekt sein, das der Westen stillegt – jetzt läuft es wieder auf Hochtouren. Am russischen Arktis-Terminal Arctic LNG 2 wurden zwischen Januar und Juli 2026 rund 1,71 Millionen Tonnen Flüssigerdgas verladen. Das geht aus Daten des Londoner Börsenbetreibers LSEG hervor, über die Medien berichten. Im Vorjahreszeitraum waren es lediglich 0,21 Millionen Tonnen – ein Sprung um mehr als das Achtfache.

Ein Terminal, das eigentlich tot sein sollte

Arctic LNG 2 ist kein Nebenschauplatz. Die Anlage wurde für eine Jahreskapazität von knapp 20 Millionen Tonnen ausgelegt und gilt als Herzstück des Kremlziels, die russischen LNG-Exporte bis 2030 zu verdreifachen.

Washington hatte das Projekt 2023 mit scharfen Sanktionen belegt und faktisch lahmgelegt. Käufer sprangen ab, Tanker blieben leer. Zwei Jahre später sieht die Bilanz anders aus: Schon jetzt wurde 2026 mehr verladen als im gesamten Vorjahr (1,25 Millionen Tonnen).

China als Türöffner – und die Schattenflotte

Der Betreiber Novatek soll laut Berichten inzwischen rund 20 Tanker für den Transport bereithalten. Diese Schiffe wechseln Berichten zufolge regelmäßig Flagge und Eigentümer, verschleiern ihre Positionsdaten und sind im internationalen Seeverkehr kaum noch zuzuordnen. Ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Maus offenbar schneller lernt als die Katze.

Bislang ist China der einzige bekannte Abnehmer. Nach Informationen von Nachrichtenagenturen sollen seit August 2025 insgesamt 41 Ladungen mit rund 2,6 Millionen Tonnen über das chinesische Terminal Beihai eingeführt worden sein. Und Peking baut aus: Ein neues Terminal im ostchinesischen Longkou soll künftig ebenfalls Ladungen aus dem sanktionierten Projekt abwickeln können.

Bau der dritten Plattform läuft weiter

Auch die Erweiterung geht offenbar voran. Laut einer norwegischen Nachrichtenplattform trafen am 19. Juli zwei Schwergutfrachter mit LNG-Modulen aus China in der Novatek-Werft Belokamenka ein – Bauteile für die noch unfertige dritte Produktionslinie. Ein vollständiger Neustart der Bauarbeiten sei damit allerdings noch nicht belegt.

Und die EU? Kauft weiter – in Rekordhöhe

Der peinlichste Teil der Geschichte spielt in Brüssel. Zwar hat der Rat der EU im Januar 2026 endgültig grünes Licht für einen schrittweisen Importstopp gegeben: Für LNG soll das volle Verbot Anfang 2027 greifen, für Pipeline-Gas im Herbst 2027. Doch bis dahin fließt das Gas munter weiter.

Im ersten Halbjahr 2026 bezog die EU laut Kpler-Daten rund 9,89 Millionen Tonnen aus der russischen Anlage Yamal LNG – so viel wie nie zuvor. 136 von 140 Ladungen landeten demnach in EU-Häfen. Der Brüsseler Thinktank Bruegel beziffert das Plus bei russischen LNG-Importen auf 17 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Deutschland hat seine günstige Pipeline-Versorgung geopfert, zahlt Industriestrompreise auf Weltniveau – und Europa importiert unterdessen mehr russisches Flüssiggas denn je, nur teurer und über Umwege. Aus Sicht unserer Redaktion ist das weniger eine Sanktionspolitik als ein teures Missverständnis auf Kosten der Verbraucher.

Was Anleger daraus lernen können

Energie ist Geopolitik – und Geopolitik ist Inflationsrisiko. Wer sein Vermögen gegen solche Verwerfungen absichern will, für den können physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine sinnvolle Ergänzung in einem breit gestreuten Portfolio sein.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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