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Kettner Edelmetalle
04.09.2026
12:11 Uhr
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Schwesig holt auf: CDU stürzt in Mecklenburg-Vorpommern auf 8 Prozent

Schwesig holt auf: CDU stürzt in Mecklenburg-Vorpommern auf 8 Prozent
Symbolbild: KI-generiert

Zweieinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wird das Rennen um Platz eins zur Zitterpartie. Nach einer Erhebung von Infratest dimap im Auftrag des NDR liegt die AfD bei 35 Prozent, die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei 32 Prozent. Gewählt wird am 20. September 2026.

Der Vorsprung schmilzt also auf drei Punkte – und liegt damit am Rand der statistischen Schwankungsbreite. Befragt wurden den Angaben zufolge 1.215 Wahlberechtigte zwischen dem 26. und 31. August.

Vom 19-Punkte-Abstand zum Fotofinish

Noch im September 2025 sah die Welt im Nordosten völlig anders aus: Damals kam die SPD auf magere 19 Prozent, die AfD auf 38. Neunzehn Punkte Rückstand – und heute nur noch drei. Eine Aufholjagd, die vor einem Jahr kaum jemand für möglich gehalten hätte.

Für die AfD wäre das Ergebnis dennoch ein historischer Sprung. 2021 holte sie 16,7 Prozent; 35 Prozent wären mehr als eine Verdopplung. Die SPD dagegen bliebe klar hinter ihren 39,6 Prozent von 2021 zurück – Aufholjagd hin oder her.

Die Union: Absturz mit Ansage?

Die eigentliche Katastrophe spielt sich hinter dem Spitzenduo ab. Die Linke käme laut Umfrage auf 11 Prozent – die CDU nur noch auf 8 Prozent. Zum Vergleich: 2021 waren es bereits mickrige 13,3 Prozent, damals schon ein Landesrekordtief.

Damit würde die Union laut den Umfragedaten sogar ihren bundesweiten Negativrekord unterbieten – 9,0 Prozent bei der Bremer Bürgerschaftswahl von 1951. Ein Wert aus der Frühzeit der Bundesrepublik. Dass eine ehemalige Volkspartei knapp anderthalb Jahre nach Amtsantritt von Kanzler Friedrich Merz in einem Flächenland auf einstellige Werte fällt, dürfte in der Berliner Parteizentrale niemanden kaltlassen.

Um den Einzug ins Schweriner Schloss zittern die Grünen mit 5 Prozent und das erstmals antretende BSW mit 4 Prozent. Die FDP, 2021 noch mit 5,8 Prozent im Landtag, liegt den Daten zufolge unter 3 Prozent – politisch praktisch verschwunden.

Rot-Rot ohne Mehrheit – und ein deutliches Personenvotum

Rechnerisch reicht es für die amtierende Koalition aus SPD und Linke nach diesen Zahlen nicht mehr. Beim Personal aber hat Schwesig einen klaren Vorsprung: In der direkten Frage zwischen ihr und AfD-Herausforderer Leif-Erik Holm entscheiden sich der Umfrage zufolge 60 Prozent für die Amtsinhaberin, 25 Prozent für den Herausforderer.

Auffällig ist der Ansehensverlust der bürgerlichen Konkurrenz: Mit CDU-Spitzenmann Daniel Peters können sechs von zehn Befragten offenbar wenig anfangen. Wer keine erkennbaren Alternativen anbietet, wird eben auch nicht gewählt – so lautet die naheliegende Lesart.

Was die Menschen im Nordosten wirklich umtreibt

Als wichtigste Probleme nennen die Befragten laut der Erhebung Bildung, Wirtschaft und Zuwanderung. Zugleich verzeichnet das Institut massiven Gegenwind für die Berliner Koalitionsparteien und deutliche Kritik an der Abschaffung der Rente ab 63.

Aus Sicht unserer Redaktion ist genau das der eigentliche Befund dieser Umfrage: Die Bürger urteilen weniger über Schwesig als über Berlin. Und ein Blick auf die Prozentzahlen der Union legt nahe, dass sich viele Wähler von der versprochenen wirtschafts- und migrationspolitischen Wende bislang wenig beeindruckt zeigen.

Eines sollte man dabei nicht vergessen: Eine Sonntagsfrage misst Stimmungen, keine Stimmen. Entschieden wird am 20. September.

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