
Söders Schwarz-Grüne Pirouette: Vom erbitterten Gegner zum Tischkicker-Kumpel

Es gibt politische Wendemanöver, die in ihrer Geschwindigkeit selbst geübte Beobachter sprachlos zurücklassen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, einst lautstarker Kritiker einer schwarz-grünen Liaison, scheint binnen weniger Wochen seine Position einer kompletten Generalüberholung unterzogen zu haben. Beim ersten öffentlichen Aufeinandertreffen mit Münchens neu gewähltem grünen Oberbürgermeister Dominik Krause ließ der CSU-Chef plötzlich Töne anklingen, die noch vor kurzer Zeit undenkbar gewesen wären.
Tischkicker als politische Bühne
Schauplatz des bemerkenswerten Schauspiels war die Eröffnung der neuen Amazon-Deutschlandzentrale in München. Während Söder und Krause gemeinsam mit CSU-Arbeitsministerin Ulrike Scharf und Amazon-Deutschland-Chef Rocco Bräuniger an einem Tischkickergerät standen, entwickelte sich aus dem inszenierten Publicity-Termin ein politisches Signal von einiger Tragweite. Team Söder/Krause gewann mit 1:0 – und der Ministerpräsident konnte sich einen vielsagenden Kommentar nicht verkneifen. Er und Krause seien zusammengewürfelt worden, hätten gewonnen, und das würde im Landtag den einen oder anderen verunsichern, ließ Söder verlauten.
Der Mann, der einst das „Bayern-Gen" beschwor
Wer Söders politische Karriere verfolgt hat, dürfte sich verwundert die Augen reiben. Im Landtagswahlkampf 2023 warf er ausgerechnet jenen Grünen vor, kein „Bayern-Gen" zu besitzen. Nach dem Beginn der mittlerweile zerbrochenen Ampel-Koalition und insbesondere nach dem Debakel um Robert Habecks Heizungsgesetz hatte sich Söder zum schärfsten Gegner einer schwarz-grünen Konstellation auf Bundes- wie Landesebene profiliert. Nun also die plötzliche Kehrtwende. Ein Schelm, wer dabei an Prinzipientreue denkt.
Die Quittung der Wähler
Der Hintergrund dieser bemerkenswerten Häutung dürfte weniger in einer plötzlichen Erleuchtung als vielmehr in nüchterner Machtarithmetik liegen. Bei den bayerischen Kommunalwahlen im März musste die CSU schmerzhafte Verluste hinnehmen. In zahlreichen Kommunen unterlagen Söders Kandidaten Bewerbern von SPD und Freien Wählern. In der Landeshauptstadt München erlebte die CSU einen veritablen Tiefschlag: Der eigene Kandidat schaffte es nicht einmal in die Stichwahl, das Rennen machte ein Grüner. Eine bittere Pille für eine Partei, die Bayern traditionell als ihr Stammland betrachtet.
Annäherung auch auf Bundesebene
Die Münchner Episode steht keineswegs isoliert. Auch auf Bundesebene tasten sich Union und Grüne wieder vorsichtig aufeinander zu. So war die ehemalige CDU-Vorsitzende und Merkel-Vertraute Annegret Kramp-Karrenbauer in dieser Woche zu Gast auf der Klausurtagung der grünen Bundestagsfraktion. In ihrer Funktion als Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung dürfte ihr Auftritt mehr als nur höflicher Austausch sein – die Symbolik solcher Begegnungen ist in der politischen Berliner Blase selten ein Zufall.
Pragmatismus oder Prinzipienverrat?
Söder argumentiert, die Zusammenarbeit zwischen einem Münchner Oberbürgermeister und dem bayerischen Ministerpräsidenten sei ohnehin unausweichlich – ganz gleich, welcher Partei der Stadtchef angehöre. Das mag stimmen. Doch der Zungenschlag, mit dem der CSU-Chef nun plötzlich von gemeinsamen Erfolgen schwärmt und Verunsicherung im Landtag in Aussicht stellt, geht weit über pflichtschuldige Höflichkeit hinaus. Hier wird ein Türchen geöffnet, das man eigentlich für fest verriegelt hielt.
Für viele konservative Wähler dürfte diese Entwicklung ein weiterer Beleg dafür sein, dass die einstigen Volksparteien längst keine verlässlichen Anker mehr darstellen. Wer gestern noch das „Bayern-Gen" beschwor und heute mit grünen Kommunalpolitikern Tischkicker spielt, hinterlässt zumindest den Eindruck, dass Überzeugungen austauschbar geworden sind, sobald die Umfragen wackeln. Das Vertrauen in die politische Beständigkeit etablierter Parteien dürfte unter solchen Manövern weiter erodieren – und die Sehnsucht nach echter konservativer Standfestigkeit eher größer werden.
Beständigkeit als rares Gut
In Zeiten, in denen politische Positionen offenbar mit der Halbwertszeit von Tageszeitungen versehen sind, gewinnt der Wert echter Beständigkeit an Bedeutung. Während Politiker ihre Überzeugungen nach Bedarf umfärben, suchen viele Bürger nach Werten, die nicht alle paar Monate neu definiert werden. Wer sein Vermögen vor dem Zugriff einer zunehmend unberechenbaren Politik schützen möchte, denkt deshalb nicht selten an physische Edelmetalle wie Gold und Silber – beständige Werte, die seit Jahrtausenden Krisen, Wendehälse und politische Pirouetten überdauert haben. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögensportfolio bieten sie genau jene Verlässlichkeit, die in der politischen Landschaft offenbar abhandengekommen ist.
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