
Straße von Hormus blockiert: Europas Gasversorgung steht erneut auf der Kippe

Kaum hat sich der deutsche Energiemarkt von den Verwerfungen des Ukrainekrieges erholt, droht bereits die nächste Krise. Der verstaatlichte Energieversorger Uniper – jenes Unternehmen, das der deutsche Steuerzahler 2022 mit Milliarden vor dem Untergang retten musste – präsentierte am Mittwoch in Düsseldorf seine Jahreszahlen. Die Botschaft: Die alte Krise sei verarbeitet. Doch am Horizont braut sich bereits neues Unheil zusammen.
Uniper stabilisiert sich – auf deutlich niedrigerem Niveau
Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schrumpfte im Geschäftsjahr 2025 auf 1,097 Milliarden Euro – ein dramatischer Rückgang gegenüber den 2,612 Milliarden Euro des Vorjahres. Finanzvorstand Christian Barr sprach davon, dass man nun „die letzten Auswirkungen der Gaskrise vor einigen Jahren verarbeitet" habe. Klingt beruhigend. Ist es aber nicht.
Denn der Rückgang hat eine einfache Erklärung: Die außergewöhnlich hohen Gewinne der Vorjahre waren letztlich nichts anderes als die Kehrseite der Medaille jener Energiekrise, die Millionen deutsche Haushalte an den Rand der Verzweiflung trieb. Erst fuhr Uniper zweistellige Milliardenverluste ein, als russisches Gas ausblieb. Dann verdiente der Konzern an den explodierenden Gaspreisen prächtig. Nun also die „Normalisierung". Man könnte auch sagen: Rückkehr zur Realität.
Die Straße von Hormus – Europas neue Achillesferse
Doch diese Realität wird bereits von der nächsten geopolitischen Eskalation eingeholt. Durch die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA und Israel auf der einen sowie dem Iran auf der anderen Seite ist die Straße von Hormus de facto gesperrt. Diese schmale Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Ein Fünftel der globalen Flüssigerdgas-Transporte – sogenanntes LNG – muss durch diesen Nadelöhr. Diese Menge fehlt nun schlicht auf dem Weltmarkt.
Die Konsequenzen sind absehbar: steigende Gaspreise, wachsende Unsicherheit und eine europäische Energieversorgung, die einmal mehr auf tönernen Füßen steht. Dass Uniper-Chef Michael Lewis dennoch betont, der Markt rechne nicht mit einer anhaltend schweren Gaskrise, mag als Zweckoptimismus durchgehen. Oder als Pfeifen im Walde.
Deutschlands fatale Energieabhängigkeit
Man muss sich die Tragweite dieser Entwicklung vor Augen führen. Deutschland hat sich – nicht zuletzt durch den ideologisch motivierten Ausstieg aus der Kernenergie – in eine beispiellose Abhängigkeit von Gasimporten manövriert. Erst war es die Abhängigkeit von Russland, die uns in die Krise stürzte. Nun zeigt sich, dass auch die Alternative – LNG aus dem Weltmarkt – alles andere als krisensicher ist. Jede geopolitische Verwerfung, jeder Konflikt in einer strategisch wichtigen Region kann die Preise in die Höhe treiben und die Versorgungssicherheit gefährden.
Die Bundesregierung unter Friedrich Merz hält derzeit keine Markteingriffe bei der Gasversorgung für nötig. Die Opposition fordert bereits einen Plan B. Experten warnen unterdessen, dass die Gasspeicher im kommenden Winter möglicherweise nicht vollständig gefüllt werden können. Eine strategische Gasreserve wird diskutiert – ein Konzept, das man eigentlich schon vor Jahren hätte umsetzen müssen.
Wenn der Markt die Krise nicht sieht, heißt das nicht, dass sie nicht kommt
Es ist ein Muster, das sich in der deutschen Energiepolitik immer wieder wiederholt: Man reagiert erst, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Die Verstaatlichung von Uniper 2022 war der vielleicht drastischste Beweis dafür. Milliarden an Steuergeldern flossen, um die Folgen einer Politik abzufedern, die jahrelang sehenden Auges in die Abhängigkeit von einem einzigen Lieferanten gesteuert war.
Dass sich die Gaspreise nun erneut verteuern könnten, trifft die deutschen Verbraucher und die ohnehin angeschlagene Industrie in einer denkbar ungünstigen Phase. Die Inflation bleibt hartnäckig, die Wirtschaft stagniert, und das von der neuen Großen Koalition beschlossene 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen wird die Staatsfinanzen auf Jahrzehnte belasten. Steigende Energiekosten wären in diesem Umfeld Gift für jeden Aufschwung.
In Zeiten derartiger Unsicherheit zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, Vermögenswerte zu besitzen, die nicht von geopolitischen Krisen, politischen Fehlentscheidungen oder der Geldpolitik der Zentralbanken abhängig sind. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade dann, wenn Energiepreise explodieren und die Inflation das Ersparte auffrisst. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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