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22.06.2026
19:51 Uhr

Toleranz mit Türsteher: Wie der Berliner CSD das BSW aussperrt – und CDU und SPD den roten Teppich ausrollt

Toleranz mit Türsteher: Wie der Berliner CSD das BSW aussperrt – und CDU und SPD den roten Teppich ausrollt

Es gibt Geschichten, die man sich kaum besser ausdenken könnte, wollte man die Doppelmoral des bundesdeutschen Politikbetriebs entlarven. Die jüngste Episode aus der „weltoffenen“ Hauptstadt liefert ein solches Lehrstück. Der Berliner CSD e.V., Veranstalter einer der größten Pride-Paraden Europas, hat das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kurzerhand von der Teilnahme ausgeschlossen. Eine Anmeldung der Partei als Fußgruppe wurde abgewiesen. Begründung? Eine Teilnahme sei – man höre und staune – „nicht mit den Grundsätzen, Zielsetzungen und dem Selbstverständnis des Berliner CSD vereinbar“.

Vielfalt, aber bitte nur die genehmigte Sorte

Da haben wir sie wieder, die berühmte Toleranz, die offenbar dort endet, wo das eigene Weltbild nicht zu hundert Prozent gespiegelt wird. Eine Bewegung, die sich Offenheit, Buntheit und Akzeptanz auf die Fahnen schreibt, agiert in Wahrheit wie ein exklusiver Klub mit strenger Türpolitik. Wer nicht der vorgeschriebenen Gesinnung folgt, bleibt draußen. Bunte Vielfalt also – solange sie monochrom in der politisch korrekten Einheitsfarbe daherkommt.

Der Berliner BSW-Landesvorsitzende und Abgeordnete Alexander King zeigte sich verständlicherweise irritiert. Man sei gerne mitgelaufen, habe ein Gespräch angeboten – und nie eine Antwort erhalten. King erklärte, die Entscheidung zeige, dass wichtige gesellschaftliche Anliegen zunehmend parteipolitisch und ideologisch vereinnahmt würden. Eine treffende Beobachtung. Die Begründung des Vorstands sei zudem derart vage gehalten worden, dass sie sich kaum nachvollziehen lasse.

„Wir haben ein Gespräch angeboten, aber keine Antwort darauf erhalten“, so King. Die Partei sei „in keiner Weise queerfeindlich eingestellt“.

Kritik an Sprachreformen reicht schon zum Bannfluch

Und worin besteht das angebliche Vergehen des BSW? King stellte klar, dass eine kritische Haltung zu bestimmten Sprachreformen oder rein symbolpolitischen Maßnahmen keineswegs einer Ablehnung der sogenannten Community gleichkomme. Doch genau hier liegt der wunde Punkt einer Bewegung, die längst nicht mehr um Rechte ringt, sondern um Gesinnungskonformität. Wer das Gendersternchen nicht andächtig genug ausspricht, wer symbolpolitisches Theater hinterfragt, der wird kurzerhand exkommuniziert. Das ist keine Toleranz – das ist ideologischer Reinheitskult.

Die Parteien des Establishments? Herzlich willkommen!

Während das BSW vor verschlossener Tür steht, dürfen CDU und SPD selbstverständlich mitmarschieren – sie sind sogar explizit eingeladen. Man stelle sich die Ironie vor: Ausgerechnet die Parteien, deren Politik unser Land in eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Dauerkrise manövriert hat, gelten als willkommene Begleiter beim Umzug der Buntheit. Es ist die alte Logik der Machtnähe: Wer zum richtigen Lager gehört, bekommt den Stempel der Erlaubnis.

375.000 Euro Steuergeld für die Inszenierung

Besonders pikant wird die Angelegenheit beim Blick auf den Geldbeutel des Steuerzahlers. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) will in diesem Jahr mit einem eigenen Truck unter dem Namen „Regenbogenhauptstadt Berlin“ teilnehmen. Die Gesamtkosten dafür sollen sich auf stolze 375.000 Euro belaufen. Die Senatskanzlei stelle laut einer Senatssprecherin rund 140.000 Euro netto bereit, ergänzend werde das Vorhaben mit Sachleistungen im Wert von rund 235.000 Euro unterstützt.

Man halte sich das vor Augen: Eine notorisch klamme Stadt, die ihre Schulen verrotten lässt, deren Verwaltung im Chaos versinkt und deren Sicherheitslage zunehmend besorgniserregend ist, findet eine knappe Dreiviertelmillion Euro – für einen Festwagen. Wer Prioritäten setzen will, der setze sie eben. Wegner jedenfalls weiß offenbar genau, wo er gebraucht wird. Im vergangenen Jahr setzte er sich gar für das Hissen der Regenbogenflagge am Roten Rathaus ein, die seiner Ansicht nach „in die Mitte unserer Gesellschaft“ gehöre. Die Mitte? Während draußen die wahren Sorgen der Bürger – Inflation, Energiekosten, ausufernde Kriminalität – als Randnotiz behandelt werden.

Ein Schauspiel, das Bände spricht

Diese Episode ist weit mehr als eine bloße Anekdote aus dem Berliner Politikzirkus. Sie offenbart, wie eng der Korridor des Erlaubten geworden ist. Wer nicht jede Vorgabe der Gesinnungswächter unterschreibt, der wird ausgegrenzt – und das ausgerechnet von jenen, die sich Inklusion und Offenheit auf die Stirn schreiben. Die Parade am 25. Juli wird zehntausende Teilnehmer anlocken. Doch das eigentliche Spektakel hat bereits begonnen: das öffentliche Vorführen einer Toleranz, die in Wahrheit nur sich selbst gilt.

Es bleibt die Frage, wie viel von dieser Symbolpolitik der Bürger noch ertragen muss, bevor sich an den Wahlurnen ein deutlicheres Bild zeichnet. Eines jedenfalls scheint sicher: Die Geduld vieler Deutscher mit einem Establishment, das Steuergelder lieber in Festwagen als in funktionierende Infrastruktur steckt, neigt sich dem Ende zu.

Hinweis der Redaktion: Der vorliegende Beitrag gibt die Einschätzung und Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt weder eine Rechts- noch eine politische Beratung dar. Jeder Leser ist angehalten, sich eine eigene Meinung zu bilden und Sachverhalte eigenständig zu prüfen.

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