
Toyota überholt VW beim E-Auto-Absatz in China – ein Weckruf für Wolfsburg

Was noch vor wenigen Jahren als undenkbar galt, ist nun bittere Realität für den Volkswagen-Konzern: Der japanische Autoriese Toyota hat im Jahr 2025 erstmals mehr rein batterieelektrische Fahrzeuge in China zugelassen als die Marke VW. Ein Ergebnis, das nicht nur die Machtverhältnisse auf dem weltgrößten Automarkt verschiebt, sondern auch fundamentale Fragen über die strategische Ausrichtung des deutschen Vorzeigekonzerns aufwirft.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache
Laut Daten des Analysedienstes Marklines brachte Toyota in China mehr als 100.000 reine Elektrofahrzeuge auf die Straße, während VW lediglich auf rund 85.000 Zulassungen kam. Das ist nicht einfach nur eine statistische Randnotiz – es ist ein tektonischer Bruch. Denn für die Marke VW stellt China mit über 40 Prozent des gesamten Absatzes den mit Abstand wichtigsten Einzelmarkt dar. Wer hier den Anschluss verliert, verliert ihn möglicherweise überall.
Toyota hingegen verkauft in China nicht einmal jedes fünfte Fahrzeug seines globalen Absatzes. Der japanische Konzern hatte jahrelang bewusst auf Hybridtechnologie gesetzt – jene Kombination aus Verbrennungsmotor und Elektroantrieb, die von manchen Branchenbeobachtern bereits als Auslaufmodell belächelt wurde. Dass ausgerechnet dieser vermeintliche Nachzügler nun VW bei reinen E-Autos überholt, dürfte in Wolfsburg für schlaflose Nächte sorgen.
Globale Dominanz: Toyota baut Vorsprung aus
Auch jenseits des chinesischen Marktes zeichnet sich ein Bild ab, das für die deutsche Automobilindustrie wenig schmeichelhaft ist. Toyota verkaufte 2025 weltweit 11,3 Millionen Fahrzeuge – ein neuer Rekord. Der Abstand zum VW-Konzern, der global die Nummer zwei bleibt, wuchs auf satte 2,3 Millionen Einheiten. Man muss sich diese Zahl auf der Zunge zergehen lassen: Das entspricht in etwa dem gesamten Jahresabsatz eines mittelgroßen Automobilherstellers.
Wie konnte es so weit kommen? Die Antwort liegt in der langfristigen Strategie des japanischen Konzerns, die sich fundamental von jener der deutschen Konkurrenz unterscheidet. Während VW unter dem Druck der EU-Regulierung und des politischen Zeitgeistes alles auf die Karte Elektromobilität setzte – und dabei Milliarden in eine Transformation investierte, deren Früchte bislang überschaubar bleiben –, verfolgte Toyota einen pragmatischeren Ansatz. Die Japaner hielten an ihrer Technologieoffenheit fest, perfektionierten ihre Hybridmodelle und bereiteten den Einstieg in die reine Elektromobilität mit der ihnen eigenen Geduld vor.
Ein Symptom des deutschen Niedergangs?
Man darf diese Entwicklung durchaus als Symptom eines größeren Problems betrachten. Die deutsche Automobilindustrie, einst unangefochtenes Aushängeschild der Bundesrepublik, gerät zunehmend unter Druck – und das nicht nur wegen der chinesischen Konkurrenz durch BYD, NIO und Konsorten. Es sind auch die hausgemachten Probleme, die den Standort Deutschland belasten: explodierende Energiekosten, eine erdrückende Bürokratie, ideologiegetriebene Regulierung und eine Wirtschaftspolitik, die jahrelang mehr auf Klimaziele als auf industrielle Wettbewerbsfähigkeit ausgerichtet war.
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar versprochen, die Rahmenbedingungen für die deutsche Industrie zu verbessern. Doch das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen, das eigentlich Infrastruktur und Wettbewerbsfähigkeit stärken soll, wird die Schuldenlast künftiger Generationen weiter in die Höhe treiben. Ob damit tatsächlich die richtigen Weichen gestellt werden, darf bezweifelt werden.
Toyotas Lehrstück für die deutsche Industrie
Was Toyota vormacht, ist im Grunde simpel: Technologische Demut statt ideologischer Festlegung. Statt sich von politischen Vorgaben treiben zu lassen, hat der japanische Konzern auf das gehört, was der Markt tatsächlich verlangt. In China bedeutete das, zum richtigen Zeitpunkt mit den richtigen Produkten präsent zu sein – ohne vorher Milliarden in eine überhastete Transformation zu verbrennen.
Für VW und die gesamte deutsche Automobilbranche sollte diese Nachricht ein unmissverständlicher Weckruf sein. Denn wenn selbst ein Hersteller, der lange als Elektro-Skeptiker galt, den deutschen Platzhirsch auf dessen wichtigstem Markt überholt, dann stimmt etwas Grundlegendes nicht mehr. Die Frage ist nicht mehr, ob sich die deutsche Automobilindustrie neu erfinden muss – sondern ob sie dazu überhaupt noch in der Lage ist.
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