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Kettner Edelmetalle
24.03.2026
06:31 Uhr

Treibstoff-Rationierung auf der Insel: Großbritannien am Rande einer Versorgungskrise

Was sich wie ein düsteres Szenario aus einem Katastrophenfilm anhört, könnte schon in wenigen Wochen bittere Realität werden: Großbritannien bereitet sich auf eine mögliche Rationierung von Benzin und Diesel vor. Die Blockade der Straße von Hormus – ausgelöst durch den militärischen Konflikt zwischen den USA und dem Iran – schnürt dem Westen buchstäblich die Energieadern ab. Rund 20 Millionen Barrel Öl pro Tag fallen derzeit auf dem Weltmarkt aus. Eine Zahl, die man sich auf der Zunge zergehen lassen muss.

Ein Land, das nur die Hälfte seines Bedarfs selbst deckt

Das Vereinigte Königreich verbraucht täglich etwa 1,4 Millionen Barrel Öl, fördert aber nur rund die Hälfte davon aus eigenen Quellen. Der Rest muss importiert werden – und genau hier liegt die Achillesferse. Zwar stammen die britischen Ölimporte größtenteils aus den USA und Norwegen, also nicht direkt aus der Golfregion. Doch der globale Ölmarkt funktioniert wie ein System kommunizierender Röhren: Fällt an einer Stelle das Angebot weg, steigen überall die Preise – und Tanker werden dorthin umgeleitet, wo die höchsten Preise gezahlt werden.

Nick Butler, ehemaliger Strategiechef des Ölgiganten BP, bringt es auf den Punkt: Sollte das Öl nicht innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder durch die Straße von Hormus fließen, werde die Lage „ernst". Und mit „ernst" meint er nicht bloß höhere Spritpreise. Er spricht von echten Verteilungsentscheidungen – der Staat müsste festlegen, wer zuerst beliefert wird und wer leer ausgeht.

Krankenhäuser zuerst, Autofahrer zuletzt

Die britische Regierung hat offenbar bereits konkrete Notfallpläne in der Schublade. Demnach könnten Krankenhäuser, Rettungsdienste, der öffentliche Nahverkehr, Schulen und die Lebensmittelversorgung bei der Treibstoffzuteilung Vorrang erhalten. Für den normalen Bürger an der Zapfsäule würde das bedeuten: Kaufbeschränkungen pro Kunde, verkürzte Öffnungszeiten der Tankstellen und weiter explodierende Preise.

Paul de Leeuw vom Energy Transition Institute zieht einen aufschlussreichen Vergleich – nämlich mit den deutschen Sparmaßnahmen nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Damals musste Deutschland in Windeseile seine Energieversorgung umstellen. Großbritannien könnte nun vor einer ähnlichen Zerreißprobe stehen. Der Staat müsste nicht den totalen Mangel verwalten, sondern gezielt priorisieren. Eine Aufgabe, die in einer freien Marktwirtschaft eigentlich niemand gerne übernimmt.

Strukturelle Schwächen verschärfen die Krise

Besonders alarmierend ist ein Detail, das in der öffentlichen Debatte bislang kaum Beachtung findet: Großbritannien verfügt heute nur noch über vier Raffinerien. In den 1970er Jahren waren es noch 17. Diese dramatische Schrumpfung der Verarbeitungskapazitäten bedeutet, dass selbst vorhandenes Rohöl nicht schnell genug in Benzin, Diesel oder Kerosin umgewandelt werden kann. Die jahrzehntelange Vernachlässigung industrieller Infrastruktur – ein Phänomen, das man auch hierzulande bestens kennt – rächt sich nun in der Krise mit brutaler Konsequenz.

Brent-Öl bei 100 Dollar – und die Spirale dreht sich weiter

Die Märkte reagieren bereits nervös. Der Preis für Brent-Rohöl lag zu Wochenbeginn bei rund 100 Dollar pro Barrel – ein Anstieg von satten 50 Prozent gegenüber dem Vormonat. An britischen Tankstellen dürfte Benzin im Schnitt auf 145 Pence je Liter klettern, Diesel sogar auf 170 Pence. Der Großhandelspreis für Kraftstoff sei seit Ende Februar um 32 Prozent gestiegen, Kerosin habe sich seit Anfang März nahezu verdoppelt.

Und hier beginnt der eigentliche Dominoeffekt: Da rund 80 Prozent aller Waren im Vereinigten Königreich per Lkw transportiert werden, schlagen steigende Dieselpreise unmittelbar auf die Supermarktregale durch. Die Inflation, die man gerade erst mühsam einzudämmen versuchte, könnte einen neuen Schub erhalten. Fluggesellschaften wie Air France-KLM kalkulieren bereits mit 50 Euro höheren Economy-Tarifen auf Langstrecken. Der Billigflieger Wizz Air sieht sogar seine Gewinnprognosen in Gefahr.

Hamsterkäufe als selbsterfüllende Prophezeiung

Butler warnt eindringlich vor Panikkäufen an den Zapfsäulen. Schon jetzt sei die Nachfrage an einzelnen Tankstellen spürbar gestiegen, weil Autofahrer vor weiteren Preissprüngen noch schnell volltanken wollten. Genau dieses Verhalten – man erinnere sich an die leergekauften Supermarktregale während der Corona-Pandemie – könnte eine Rationierung erst recht beschleunigen. Eine klassische selbsterfüllende Prophezeiung.

Ein Weckruf auch für Deutschland und Europa

Was sich derzeit auf der britischen Insel abspielt, sollte auch in Berlin und Brüssel die Alarmglocken schrillen lassen. Die Abhängigkeit Europas von globalen Energieströmen ist nach wie vor erschreckend hoch – trotz aller vollmundigen Versprechen der vergangenen Jahre, man werde die Energiesouveränität stärken. Die Realität sieht anders aus: Leere Gasspeicher, schrumpfende LNG-Lieferungen und ein geopolitisches Pulverfass im Nahen Osten bilden eine toxische Mischung.

Wer glaubt, Deutschland sei von solchen Szenarien gefeit, der irrt gewaltig. Die deutsche Chemieindustrie – insbesondere ostdeutsche Werke – fürchtet bereits Produktionsstillstände. Die Gasspeicher-Verbände warnen vor Risiken bei der Befüllung für den kommenden Winter. Und während sich die Bundesregierung unter Friedrich Merz mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur schmückt, bleiben die grundlegenden Fragen der Energiesicherheit unbeantwortet.

Die britische Krise ist ein Lehrstück dafür, wie schnell eine vermeintlich stabile Versorgungslage kippen kann. Wer seine Energieinfrastruktur über Jahrzehnte vernachlässigt, ideologiegetrieben Kapazitäten abbaut und sich auf die Gutmütigkeit globaler Märkte verlässt, der steht im Ernstfall mit leeren Händen da. Oder, um es plastischer zu formulieren: mit leeren Tanks. In solchen Zeiten zeigt sich einmal mehr, dass physische Werte – ob Energie, Rohstoffe oder Edelmetalle – das Fundament jeder funktionierenden Volkswirtschaft bilden. Wer vorsorgt, ist im Vorteil. Wer auf Ideologie setzt, tankt bald auf Zuteilung.

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