
Trump sagt Kansas-Auftritt ab: Wackelt jetzt die Senatsmehrheit?

Wenige Tage vor den US-Zwischenwahlen am 3. November hat Präsident Donald Trump einen Wahlkampfauftritt in Kansas überraschend gestrichen. Eigentlich wollte er am Samstag am Flughafen von Salina für Senator Roger Marshall werben. Ausgerechnet dort zeichnet sich für die Republikaner ein Debakel ab, das bis vor Kurzem kaum jemand für möglich gehalten hätte.
Telefon statt Bühne
Die Republikanische Partei in Kansas bestätigte die Absage am Donnerstag. Auch ein für Sonntag geplanter Auftritt im Bundesstaat Iowa, in Dubuque, wurde Medienberichten zufolge gestrichen. Damit bliebe eine Kundgebung im Bundesstaat Florida der letzte große Live-Auftritt des Präsidenten vor dem Wahltag.
Das Weiße Haus erklärte, Trump werde vor der Wahl in mehr als 20 sogenannten Tele-Rallys direkt mit den Amerikanern sprechen und so seine Reichweite im ganzen Land vergrößern. Die Parteiführung behauptet sogar, man stehe in Kansas und Iowa so stark da, dass Auftritte vor Ort gar nicht mehr nötig seien. Ob das stimmt? Die Umfragen sprechen eine deutlich andere Sprache.
Wutausbruch statt Antworten
Trump selbst reagierte gereizt auf die Frage eines Reuters-Reporters, ob gesundheitliche Gründe hinter der Absage steckten. Er warf dem Journalisten vor, selbst „krank“ zu sein, er solle sich in Form bringen. Nach übereinstimmenden Berichten fiel dabei auch der Satz „You look like hell“. Marshall stehe sehr gut da, er müsse deshalb nicht nach Kansas, so der Präsident sinngemäß. Er selbst fühle sich bestens.
Souveränität sieht anders aus. Und die Zahlen dürften den Präsidenten kaum beruhigen.
Ein Sitz, der seit 1932 sicher war
Laut einer am Donnerstag veröffentlichten CNN-Umfrage liegt der Demokrat Adam Hamilton mit 49 zu 45 Prozent vor Amtsinhaber Marshall. Der Vorsprung bewegt sich zwar innerhalb der statistischen Fehlertoleranz. Doch allein die Tatsache, dass dieses Rennen offen ist, wirkt wie ein politisches Erdbeben: Einen Senatssitz in Kansas haben die Demokraten seit 1932 nicht mehr gewonnen.
Auch bundesweit wird es eng. Die aktuellen Power Rankings von Fox News werten die Kontrolle über den Senat als offenes Rennen: 48 Sitze tendieren zu den Demokraten, 46 zu den Republikanern, sechs Rennen gelten als völlig offen.
Der wahre Gegner heißt Benzinpreis
Marshall selbst redet die Lage gar nicht erst schön. Im Interview mit Fox Business nannte er die Ursache klar beim Namen: Es liege am Benzinpreis, so einfach sei das. Zugleich warf er den etablierten Medien vor, seit rund zehn Jahren gegen Trump zu schießen und trotz einer seiner Ansicht nach robusten Wirtschaft in Kansas Weltuntergangsstimmung zu verbreiten.
Die Zahlen geben dem Senator zumindest beim ersten Punkt recht:
- Laut einer Umfrage von ABC News, Washington Post und Ipsos halten 71 Prozent der Amerikaner Benzin für unbezahlbar, im Februar waren es noch 28 Prozent.
- Das Pew Research Center ermittelte, dass 74 Prozent sehr besorgt über Benzin- und Energiepreise sind, im Januar waren es 43 Prozent.
Hintergrund ist vor allem der seit Februar andauernde Konflikt der USA und Israels mit dem Iran. Medienberichten zufolge haben sich die Preise für Benzin und Diesel seither mehr als verdoppelt, die Gallone kostet über vier Dollar. Nach Berechnungen von Reuters und Bloomberg zahlen die Amerikaner in Trumps zweiter Amtszeit im Schnitt inzwischen mehr an der Zapfsäule als unter Joe Biden. Ausgerechnet Trump hatte im Wahlkampf 2024 einen Benzinpreis von unter zwei Dollar in Aussicht gestellt.
Eine Lektion, auch für Berlin
Die Lehre ist alt und bleibt doch wahr: Wahlen werden an der Tankstelle und im Supermarkt entschieden. Steigende Energiepreise fressen Kaufkraft, und die Wähler bestrafen das gnadenlos, egal ob in Kansas oder in Deutschland.
Für Sparer zeigt sich ein weiteres Mal, wie schnell Kriege und politische Fehlentwicklungen das Geld entwerten können. Wer sein Vermögen gegen Inflation und Turbulenzen absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Edelmetalle gelten seit Jahrhunderten als Wertspeicher, auch wenn Regierungen kommen und gehen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser ist angehalten, eigenständig zu recherchieren, und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.
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