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22.01.2026
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Trumps Grönland-Poker: Vom Säbelrasseln zum vermeintlichen Triumph

Trumps Grönland-Poker: Vom Säbelrasseln zum vermeintlichen Triumph

Was für ein Schauspiel, das sich da auf der Weltbühne abspielt! Der amerikanische Präsident Donald Trump hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine bemerkenswerte Kehrtwende vollzogen. Nach wochenlangem Säbelrasseln, das die NATO in eine handfeste Krise stürzte und europäische Politiker in kollektive Schnappatmung versetzte, verkündete der 47. Präsident der Vereinigten Staaten plötzlich: Keine Gewalt, keine Strafzölle – stattdessen sei eine Rahmenvereinbarung zu Grönland bereits ausgehandelt.

Die Kunst des Deals – oder doch nur heiße Luft?

Man muss Trump eines lassen: Er versteht es meisterhaft, die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Erst drohte er mit militärischer Gewalt, dann mit drakonischen Strafzöllen, und nun präsentiert er sich als großer Friedensstifter. Auf seinem Social-Media-Kanal Truth Social verkündete er triumphierend, man habe „den Rahmen für ein künftiges Abkommen in Bezug auf Grönland und tatsächlich die gesamte Arktisregion geschaffen". Die Vereinbarung werde „für die Vereinigten Staaten von Amerika und alle Nato-Staaten von großem Nutzen" sein.

Doch halt – wer hat hier eigentlich mit wem verhandelt? Weder Dänemark noch Grönland selbst wurden offenbar in diese ominöse Rahmenvereinbarung einbezogen. Stattdessen scheint Trump mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte einen Deal ausgehandelt zu haben, der die eigentlichen Souveräne der arktischen Insel schlicht übergeht. Ein bemerkenswertes Verständnis von Diplomatie, das hier zum Vorschein kommt.

Pressionspolitik als neues Standardverfahren

Das Muster ist inzwischen hinlänglich bekannt: Massive Drohungen, dann schrittweise Deeskalation, und am Ende die Verkündung eines vermeintlichen Erfolgs. Ukraine, Iran, Venezuela – überall dasselbe Spiel. Die Frage, die sich stellt, ist simpel: Funktioniert diese Strategie tatsächlich, oder handelt es sich um geschicktes Marketing eines Mannes, der sein ganzes Leben lang Immobilien verkauft hat?

„Auf der Grundlage dieser Vereinbarung werde ich die Zölle, die am 1. Februar in Kraft treten sollten, nicht erheben."

So Trump auf Truth Social. Weitere Gespräche über den sogenannten „Golden Dome" – einen Verteidigungsschild zur Abwehr feindlicher Raketen – sollen folgen. Die Börsen reagierten prompt mit Erleichterung, nachdem sie zuvor um 900 Punkte eingebrochen waren. Ein Schelm, wer dabei an Insiderhandel denkt.

Europas peinliche Ohnmacht

Was diese Episode einmal mehr offenbart, ist die erschreckende Handlungsunfähigkeit der europäischen Politik. Während Trump die Weltbühne bespielt, stehen die EU-Granden wie begossene Pudel daneben. Von der Leyen, Macron und auch unser neuer Bundeskanzler Merz – sie alle scheinen nicht zu begreifen, wie man mit einem Mann wie Trump umgeht. Statt eigene Stärke zu demonstrieren, reagiert man mit empörtem Gestammel und hilflosem Kopfschütteln.

Die bittere Wahrheit ist: Europa hat sich über Jahrzehnte in eine Abhängigkeit von den USA manövriert, die nun gnadenlos ausgenutzt wird. Die Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines, die Eskalation des Ukraine-Konflikts, die wirtschaftliche Schwächung des Kontinents – all dies geschah unter wohlwollender Beobachtung oder gar aktiver Beteiligung amerikanischer Interessen. Und nun soll Europa auch noch für den „Golden Dome" bezahlen?

Ein Lehrstück in Realpolitik

Unabhängig davon, wie man zu Trump steht, muss man anerkennen: Seine Methode der „motivierten Dialogbereitschaft qua Zollankündigung" – wie es ein Kommentator treffend formulierte – erzielt Ergebnisse. Keine Kriege, keine Toten, keine militärische Zerstörung. Stattdessen Verhandlungen unter Druck. Das mag nicht dem diplomatischen Lehrbuch entsprechen, aber es funktioniert offenbar besser als das endlose Geschwätz in Brüsseler Hinterzimmern.

Die eigentliche Frage bleibt jedoch: Was genau steht in dieser ominösen Rahmenvereinbarung? Und werden die Grönländer selbst jemals gefragt, was sie von all dem halten? Die Geschichte lehrt uns, dass Großmächte selten Rücksicht auf die Wünsche kleiner Völker nehmen. Dänemark selbst hat Grönland einst gegen den Willen der Bevölkerung einverleibt – eine Ironie, die in der aktuellen Debatte gerne übersehen wird.

Eines ist sicher: Die nächsten Monate werden zeigen, ob Trumps Grönland-Poker tatsächlich ein Meisterstück der Diplomatie war oder nur eine weitere Episode im endlosen Theater der Eitelkeiten. Die Europäer täten gut daran, endlich aufzuwachen und ihre eigenen Interessen zu vertreten – bevor sie zum nächsten Verhandlungsobjekt werden.

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