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23.10.2026
11:35 Uhr
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Trumps Mann am Golf gibt zu: Bomben auf Jemen bringen nichts!

Trumps Mann am Golf gibt zu: Bomben auf Jemen bringen nichts!
Symbolbild: KI-generiert

Ein bemerkenswertes Eingeständnis aus Washington: US-Sondergesandter Tom Barrack hat am Dienstag auf dem Global Security Forum in Katar erklärt, ein amerikanischer Bodenkrieg im Jemen erscheine „fruchtlos“. Damit erteilt ausgerechnet ein enger Vertrauter von Präsident Donald Trump den Hoffnungen Saudi-Arabiens auf direkte US-Militärhilfe eine Absage.

Barrack ist US-Botschafter in der Türkei und zugleich Sondergesandter für Syrien und den Irak. Seine Worte in Doha klangen weniger nach Weltmacht und eher nach Kassensturz.

Logistik ja, Soldaten nein

Der Präsident unterstütze Saudi-Arabien und liefere die logistische Hilfe, die das Königreich brauche, sagte Barrack. Wörtlich fügte er hinzu:

„Aber dass Amerika sich irgendwo anders in eine kinetische Bodenschlacht verwickelt, erscheint fruchtlos.“

Riad befinde sich in einer „sehr schwierigen Lage“, räumte der Diplomat ein. Und dann folgte der Satz, der in Washingtons Militärzirkeln wehtun dürfte: Solche kinetischen Reaktionen hätten nie funktioniert. Und es sei wahrscheinlich auch nicht damit zu rechnen, dass sie diesmal funktionieren.

23 Umstürze und kein einziges Ziel erreicht?

Barrack ging noch weiter. Die USA seien nach seinen Worten an 23 Regimewechseln in der Region beteiligt gewesen, von denen keiner seine Ziele erreicht habe. Ob der am 28. Februar begonnene amerikanisch-israelische Krieg gegen den Iran ein Fehler gewesen sei, wollte er nicht beantworten. Er räumte aber ein, dieser habe unbeabsichtigte Folgen in der gesamten Region ausgelöst.

Gruppen wie die jemenitische Ansarallah, besser bekannt als Huthi, die Hisbollah im Libanon oder Milizen im Irak verlören ihre Daseinsberechtigung erst dann, wenn die Staaten selbst Verantwortung übernähmen, so Barrack. Er warb für Gespräche zwischen Riad, Sanaa und regionalen Vermittlern. Al Jazeera fasste seine Botschaft so zusammen: Die USA verabschiedeten sich vom alten Prinzip „Öl gegen Sicherheit“, aber nicht aus dem Nahen Osten.

Die teure Lektion vom Roten Meer

Ganz überraschend kommt die Ernüchterung nicht. Zwischen März 2024 und April 2025 flogen die USA laut dem Bericht mehr als 1.000 Luftangriffe auf den Jemen. Die Angriffe der Huthi auf die Schifffahrt stoppten sie nicht. Im Mai 2025 folgte eine von Oman vermittelte Waffenruhe mit Sanaa.

  • Rund eine Milliarde Dollar soll allein die erste dreiwöchige Phase der Kampagne gekostet haben.
  • 17 MQ-9-Reaper-Drohnen sollen die Huthi abgeschossen haben.
  • Zwei F-18-Kampfjets gingen den USA verloren.

Der damalige Pentagon-Staatssekretär Bill LaPlante gab zu, er sei „einfach schockiert“ gewesen, was die jemenitischen Raketen leisten könnten. Europa erging es nicht besser. Der Kommandeur der EU-Mission Aspides, an der sich auch die Deutsche Marine beteiligte, sagte im Juni 2024 gegenüber Bloomberg, seine Flotte müsse mehr als doppelt so groß sein. Die Schläge der USA und Großbritanniens trügen „nicht zur Lösung“ bei.

Riad sucht sich neue Beschützer

Saudi-Arabien handelt längst selbst. Die von Riad geführte Koalition bombardiert weiter Ziele im Jemen. Die Huthi antworten mit Raketen und Drohnen auf das Königreich. Medienberichten zufolge starben bei Angriffen auf die Flughäfen in Abha und Riad Anfang Oktober drei Menschen.

Weil Washington nicht direkt eingreifen will, stützt sich Riad auf den sogenannten Mekka-Pakt mit Pakistan und der Türkei. Dieser gilt im August unterzeichneten Abkommen zufolge ein Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle. Pakistan hat bestätigt, bereits Truppen im Königreich stationiert zu haben. Großbritannien will nach Berichten Typhoon-Kampfjets schicken.

Was das für Anleger bedeutet

Die Lage ist brisant: Am Golf, über den ein großer Teil des weltweiten Öls verschifft wird, entsteht eine neue Sicherheitsordnung ohne verlässliche amerikanische Schutzmacht. Für die exportabhängige deutsche Wirtschaft sind sichere Seewege durch Rotes Meer und Suezkanal überlebenswichtig. In Berlin scheint man darauf bisher keine Antwort zu haben.

In solchen Zeiten setzen viele Sparer auf das, was seit Jahrtausenden Krisen übersteht. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio helfen, das Vermögen gegen geopolitische Schocks abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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