
Trumps Venezuela-Coup: Wenn der Befreier zum Besatzer wird
Was als vermeintliche Befreiungsaktion gegen einen korrupten Diktator begann, entpuppt sich nun als das, was Kritiker von Anfang an befürchteten: ein klassischer Fall amerikanischen Imperialismus. US-Präsident Donald Trump hat nach der spektakulären Festnahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro unmissverständlich klargestellt, wer künftig in Caracas das Sagen hat – und es sind nicht die Venezolaner.
„Wir haben das Sagen" – Trumps unverblümte Machtdemonstration
Die Maske des wohlwollenden Befreiers ist gefallen. Während eines Flugs von Palm Beach nach Washington ließ Trump gegenüber Journalisten keinen Zweifel an seinen wahren Absichten aufkommen. Auf die Frage, was die amerikanische Kontrolle über Venezuela konkret bedeute, antwortete er mit entwaffnender Direktheit: „Es bedeutet, dass wir das Sagen haben." Deutlicher kann man die Monroe-Doktrin des 19. Jahrhunderts kaum wiederbeleben.
Besonders aufschlussreich sind Trumps Äußerungen gegenüber der New York Post, in denen er die wirtschaftlichen Interessen der USA in den Vordergrund stellte. Man wolle das Land so führen, dass die Vereinigten Staaten „die wirtschaftlichen Vorteile der vorhandenen Ressourcen nutzen können – nämlich wertvolles Öl und andere wertvolle Güter". So sprechen keine Demokratieförderer. So sprechen Kolonialherren.
Die Vizepräsidentin zwischen Widerstand und Unterwerfung
Offiziell fungiert derzeit Delcy Rodríguez, Maduros ehemalige Vizepräsidentin, als Interimspräsidentin des südamerikanischen Landes. Ihre anfängliche Rhetorik klang noch kämpferisch: Venezuela werde „niemals wieder die Kolonie eines anderen Imperiums werden", verkündete sie trotzig. Doch der Wind hat sich gedreht. Mittlerweile gibt sich Rodríguez auffallend kompromissbereit und spricht von einer „Agenda der Kooperation" im Rahmen des Völkerrechts.
Trump macht jedoch unmissverständlich klar, dass für die Interessen der venezolanischen Übergangsregierung wenig Verhandlungsspielraum besteht. Seine Drohungen sind unmissverständlich: „Wenn sie sich nicht benehmen, werden wir einen zweiten Angriff führen, und der wird viel größer sein als der erste." Rodríguez werde einen „sehr hohen Preis zahlen – wahrscheinlich einen noch höheren als Maduro", falls sie nicht kooperiere.
Außenminister Rubio rudert zurück – doch Trump bleibt hart
Interessanterweise versuchte Außenminister Marco Rubio, die Aussagen seines Präsidenten zu relativieren. Man werde lediglich indirekt, durch Ölblockaden und finanziellen Druck, Einfluss auf Venezuela ausüben, so Rubio. Doch Trumps jüngste Äußerungen sprechen eine völlig andere Sprache und deuten auf unmittelbaren politischen Druck hin.
Bereits am Samstag, kurz nach der Festnahme Maduros, hatte Trump angekündigt: „Wir werden das Land so lange regieren, bis wir einen sicheren, ordnungsgemäßen und umsichtigen Übergang gewährleisten können." Die Frage, die sich aufdrängt: Wer definiert, wann dieser Übergang abgeschlossen ist? Und vor allem: Übergang wohin?
Historische Parallelen und die Wiederkehr der Monroe-Doktrin
Was wir derzeit in Venezuela erleben, erinnert fatal an das berüchtigte Platt-Amendment von 1902, mit dem die USA nach der vermeintlichen „Befreiung" Kubas von Spanien faktisch die Kontrolle über die Insel übernahmen. Damals sicherten sich die Vereinigten Staaten das Recht, „zur Wahrung der kubanischen Unabhängigkeit" jederzeit zu intervenieren – ein Euphemismus für koloniale Kontrolle, der letztlich in der Errichtung des Marinestützpunkts Guantanamo mündete.
Trump nimmt mit seinem Vorgehen die alte Monroe-Doktrin und die Roosevelt Corollary wieder auf, jene außenpolitischen Grundsätze, die Lateinamerika zum „Hinterhof" der USA erklärten. Eigentlich glaubte man, diese Zeiten seien überwunden. Man hat sich getäuscht.
Die Heuchelei der Befreier
Gewiss, Maduro war ein Diktator. Er hat Wahlen gefälscht, sein Land heruntergewirtschaftet und ein Regime der Korruption errichtet. Millionen Venezolaner flohen vor seinem Regime. All das rechtfertigt jedoch nicht, dass ein fremdes Land die Kontrolle über die Bodenschätze eines souveränen Staates beansprucht. Trump sagt bezeichnenderweise nicht: „Jetzt streben wir vor allem freie Wahlen in Venezuela an." Stattdessen betont er den Anspruch auf „vollständigen Zugang" zu Venezuelas Öl.
Die Ironie der Geschichte will es, dass ausgerechnet jene, die sich als Verteidiger von Demokratie und Menschenrechten gerieren, nun offen imperialistische Ziele verfolgen. Für die geschundene Bevölkerung Venezuelas könnte sich der vermeintliche Befreiungsschlag als bloßer Wechsel der Unterdrücker erweisen.
Gold als sicherer Hafen in unsicheren Zeiten
Geopolitische Verwerfungen wie die aktuelle Venezuela-Krise zeigen einmal mehr, wie fragil die internationale Ordnung geworden ist. In solchen Zeiten der Unsicherheit erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber traditionell als verlässliche Wertspeicher. Während Währungen und politische Systeme kommen und gehen, behält das edle Metall seinen Wert über Jahrhunderte hinweg – eine Erkenntnis, die gerade in Zeiten imperialer Machtspiele von besonderer Bedeutung ist.
Silber-Explosion 2026:Das unterschätzte Edelmetall
Keine Kreditkarte erforderlich • Keine versteckten Kosten
Ihre Experten im Webinar:

Dominik Kettner
CEO Kettner Edelmetalle

Ernst Wolff
Der Systemkritiker

Jochen Staiger
Der Rohstoff-Realist
Top-Experten
Dominik Kettner & Star-Gäste
Live Q&A
Ihre Fragen
15.000€ Gold
zu gewinnen
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik














