
Umfrage-Beben: Union bei 18 Prozent – AfD elf Punkte davor!

Es ist der tiefste Absturz, den die Christdemokraten in dieser Umfragereihe je erlebt haben: In der am 15. September 2026 veröffentlichten YouGov-Erhebung fallen CDU und CSU bundesweit auf 18 Prozent. Die AfD kommt im selben Blatt auf 29 Prozent – ein Vorsprung von elf Prozentpunkten. Erhoben wurde online zwischen dem 11. und 14. September unter 2.161 Befragten.
Vom Wahlsieger zum Umfrage-Zwerg
Man muss sich die Dimension klarmachen. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 lag die Union mit 28,5 Prozent noch fast acht Punkte vor der AfD. Anderthalb Jahre später ist das Verhältnis exakt gespiegelt – nur deutlicher.
Gegenüber der August-Messung verliert die Union zwei Punkte, die AfD legt einen zu. Der Abstand wächst damit von acht auf elf Punkte. Ein Rekordwert in dieser Umfragereihe.
Die übrigen Zahlen: Die Grünen klettern auf 16 Prozent – laut dem Institut ein Niveau, das zuletzt im Mai 2023 gemessen wurde. Die SPD stabilisiert sich bei 13 Prozent, die Linke rutscht um zwei Punkte auf 10 Prozent ab. Die FDP hält fünf Prozent und wäre wieder im Bundestag; seit der Übernahme des Parteivorsitzes durch Wolfgang Kubicki Ende Mai zeigen die Kurven für die Liberalen wieder nach oben. Das BSW liegt bei vier Prozent.
Die Brandmauer bröckelt – auch in den eigenen Reihen
Noch brisanter als die Sonntagsfrage ist ein zweiter Befund. Laut der Erhebung sprechen sich inzwischen 51 Prozent der Befragten dafür aus, eine Zusammenarbeit mit der AfD nicht grundsätzlich auszuschließen; 40 Prozent wollen an einer festen Brandmauer festhalten. Ende August lagen die Lager noch bei 44 zu 46 Prozent.
Besonders unbequem für die Parteiführung: Unter Unionswählern wollen der Umfrage zufolge nur noch 38 Prozent eine Zusammenarbeit kategorisch ausschließen, 55 Prozent nicht. Gleichzeitig halten 59 Prozent aller Befragten die AfD für rechtsextrem – die Stimmung ist also alles andere als einheitlich.
Und am Sonntag wird es noch ungemĂĽtlicher
Am 20. September wählen Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Im Nordosten sieht eine Infratest-dimap-Erhebung für die ARD die AfD bei 38 Prozent, die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei 33 – und die CDU bei sieben Prozent. Es wäre, wie der Sender vorrechnet, das schlechteste CDU-Ergebnis bei einer Landtagswahl überhaupt.
Zuvor hatte die AfD bereits die Wahl in Sachsen-Anhalt klar gewonnen, ohne die absolute Mehrheit zu erreichen. Das BSW schaffte dort mit 5,3 Prozent den Einzug.
Eine Quittung fĂĽr gebrochene Versprechen?
Aus Sicht unserer Redaktion liest sich diese Zahlenreihe wie ein Misstrauensvotum bürgerlicher Wähler gegen die eigene Partei. Wer im Wahlkampf keine neuen Schulden versprach und dann ein 500-Milliarden-Sondervermögen mitträgt, wer Migrationswende ankündigt und Zögern liefert, darf sich über Abwanderung kaum wundern. Politisch enttäuschte Bürger vergessen selten – und Umfragen sind ihr Frühwarnsystem.
Für Sparer hat solche Instabilität eine sehr konkrete Seite: Wo politische Mehrheiten schwanken, schwanken auch Steuer-, Renten- und Schuldenpläne. Physisches Gold und Silber waren über Jahrhunderte der Teil des Vermögens, der von Regierungswechseln unbeeindruckt blieb – als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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