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Kettner Edelmetalle
20.03.2026
16:36 Uhr

Universität Köln drängt Studenten zum Gendersternchen – die achte Auflage des Sprachumerziehungsprogramms

Man könnte meinen, an einer der ältesten und renommiertesten Universitäten Deutschlands gäbe es drängendere Probleme als die Frage, ob zwischen dem „L" und dem „ehrer" ein Sternchen zu setzen sei. Doch weit gefehlt. Das Gleichstellungsbüro der Universität zu Köln hat soeben die achte Auflage seines Gender-Leitfadens mit dem bezeichnenden Titel „Überzeugendere Sprache" veröffentlicht – ein Dokument, das seit 2009 in regelmäßigen Abständen überarbeitet wird und mittlerweile den Charakter eines ideologischen Katechismus angenommen hat.

Vier „einfache" Grundregeln für die sprachliche Umerziehung

Der Leitfaden wartet mit vier sogenannten Grundregeln auf, die es in sich haben. An erster Stelle steht die unmissverständliche Aufforderung, das Gendersternchen konsequent zu verwenden. „Sprechen Sie alle Geschlechter durch die Nutzung des Gendersterns an", heißt es dort in einem Ton, der weniger nach freundlicher Empfehlung klingt als vielmehr nach sanftem Zwang. Wer dem nicht folgen möchte, dem werden Ausweichmanöver angeboten: Partizipialformen wie „die Studierenden", Relativsätze wie „Personen, die studieren" oder – man höre und staune – Passivkonstruktionen wie „es wird studiert". Als ob die deutsche Sprache nicht schon komplex genug wäre.

Besonders bemerkenswert ist die dritte Regel, die zur „Präzision durch konkrete Sichtbarmachung des benannten Geschlechts" auffordert. Und als Krönung empfiehlt das Gleichstellungsbüro, bei Unsicherheit einfach nachzufragen, wie eine Person angesprochen werden möchte. Für den Fall, dass jemand sogenannte Neopronomen verwende, verweist man allen Ernstes auf eine Webanwendung namens „DREO", mit der man das Verwenden dieser sprachlichen Neuschöpfungen üben könne. Man fragt sich unwillkürlich: Ist das noch eine Universität oder bereits ein Umerziehungslager für die deutsche Sprache?

Sprache als Waffe im Kampf gegen vermeintlichen Sexismus

Die ideologische Grundierung des Leitfadens wird in den begleitenden Erläuterungen überdeutlich. Sprache sei so einzusetzen, dass sie „nicht diskriminierend" sei, heißt es dort. Durch Sprache würden „gesellschaftliche Normen bzw. Stereotype und die eigene Haltung zu diesen offengelegt". Die Verwendung geschlechtergerechter Sprache könne einen Beitrag zu „mehr Gleichberechtigung" leisten, indem man „Hierarchien zwischen verschiedenen Geschlechtern" in Frage stelle. Was hier als wissenschaftliche Erkenntnis verkauft wird, ist in Wahrheit nichts anderes als eine politische Agenda, verpackt in den Mantel akademischer Seriosität.

Dass die Universität dabei ausgerechnet die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF als Vorbilder anführt, entbehrt nicht einer gewissen unfreiwilligen Komik. Jene Sender also, die vom deutschen Bürger zwangsfinanziert werden und deren Glaubwürdigkeit bei einem wachsenden Teil der Bevölkerung auf einem historischen Tiefpunkt angelangt ist. Auch der Duden wird als Kronzeuge bemüht – jenes Nachschlagewerk, das sich in den vergangenen Jahren selbst zunehmend dem Zeitgeist unterworfen hat.

Aus „Lehrern" werden „Lehrkräfte", aus „Teilnehmerlisten" werden „Teilnahmelisten"

Die konkreten Empfehlungen des Leitfadens lesen sich wie ein Wörterbuch der sprachlichen Verrenkungen. Statt „Lehrer" solle man künftig „Lehrkräfte" sagen, statt „Teilnehmerliste" „Teilnahmeliste". Was auf den ersten Blick wie eine harmlose Wortspielerei erscheint, offenbart bei näherer Betrachtung einen tiefgreifenden Eingriff in die gewachsene Struktur der deutschen Sprache. Denn hinter jedem dieser Vorschläge steht die implizite Behauptung, das generische Maskulinum – eine seit Jahrhunderten bewährte grammatische Konvention – sei per se diskriminierend.

Dabei zeigen sämtliche repräsentativen Umfragen der vergangenen Jahre ein eindeutiges Bild: Eine überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung lehnt das Gendern ab. Laut verschiedenen Erhebungen sprechen sich regelmäßig zwischen 65 und 80 Prozent der Befragten gegen die Verwendung von Gendersternchen, Doppelpunkten und ähnlichen Konstruktionen aus. Doch was kümmert das ein Gleichstellungsbüro, das offenbar in seiner eigenen ideologischen Blase lebt?

Die Universität als Experimentierfeld für gesellschaftliche Umerziehung

Was an der Universität Köln geschieht, ist kein Einzelfall. An zahlreichen deutschen Hochschulen haben sich Gleichstellungsbüros zu regelrechten Sprachpolizei-Einheiten entwickelt, die mit sanftem Druck und moralischer Überhöhung eine Sprachpraxis durchsetzen wollen, die von der breiten Bevölkerung schlicht nicht gewollt ist. Acht Auflagen eines Gender-Leitfadens seit 2009 – das zeugt von einer bemerkenswerten Beharrlichkeit, die man sich bei der Lösung tatsächlicher Probleme an deutschen Universitäten wünschen würde. Marode Hörsäle, überfüllte Seminare, eine zunehmend prekäre Situation des akademischen Mittelbaus – all das scheint weniger dringlich als die Frage, ob zwischen Buchstaben ein Sternchen zu setzen ist.

Es ist an der Zeit, dass sich deutsche Universitäten wieder auf das besinnen, was ihre eigentliche Aufgabe ist: Bildung, Forschung und die Vermittlung von Wissen. Stattdessen werden Ressourcen in ideologische Projekte gesteckt, die an der Lebensrealität der meisten Menschen meilenweit vorbeigehen. Die Universität zu Köln, gegründet im Jahr 1388, hat in ihrer langen Geschichte so manche Modeerscheinung kommen und gehen sehen. Man darf hoffen, dass auch diese vorübergeht – bevor die deutsche Sprache endgültig unter einem Wust aus Sternchen, Doppelpunkten und Unterstrichen begraben wird.

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