
US-Kongress eröffnet Untersuchung gegen Südkorea: Handelsstreit eskaliert nach Trump-Zöllen

Die transatlantischen Handelsbeziehungen zwischen Washington und Seoul stehen vor einer beispiellosen Belastungsprobe. Der Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses hat eine formelle Untersuchung eingeleitet, um zu prüfen, ob südkoreanische Regulierungsbehörden amerikanische Technologieunternehmen systematisch diskriminieren. Was einst als enge Allianz zwischen zwei Wirtschaftsmächten galt, entwickelt sich zusehends zu einem erbitterten Konflikt um Handel, Technologie und regulatorische Übergriffe.
Milliardenschwere Strafzahlungen treffen US-Tech-Giganten
Im Zentrum der Kontroverse steht die Korea Fair Trade Commission (KFTC), deren ursprünglicher Auftrag die Durchsetzung von Kartellgesetzen war. Nach Einschätzung amerikanischer Regierungsvertreter habe sich die Behörde jedoch in einen regelrechten Wegelagerer verwandelt, der systematisch Geld von US-Technologiekonzernen abschöpft. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Qualcomm wurde 2016 mit einer Strafe von 854 Millionen Dollar belegt, Google musste 2021 wegen seiner angeblichen Marktdominanz im Android-Bereich 177 Millionen Dollar zahlen. Auch Apple und Meta blieben nicht verschont.
Eine aktuelle Analyse prognostiziert, dass die Strafmaßnahmen der KFTC in den kommenden zehn Jahren kombinierte wirtschaftliche Verluste von einer Billion Dollar verursachen könnten – davon 525 Milliarden für die USA und 469 Milliarden für Südkorea selbst. Ein klassisches Eigentor, möchte man meinen.
Trump schlägt zurück: 25 Prozent Zoll auf koreanische Importe
Nach einem Besuch von Präsident Trump in Seoul im Oktober schien sich die Lage zunächst zu entspannen. Die KFTC signalisierte Bereitschaft zum Einlenken. Doch weniger als zwei Monate später eskalierte die Situation erneut, woraufhin die Trump-Administration ein wichtiges bilaterales Handelstreffen kurzerhand absagte.
Vergangene Woche warf Trump Südkorea öffentlich vor, die Vereinbarungen vom Oktober nicht einzuhalten, und verhängte prompt einen neuen 25-prozentigen Zoll auf koreanische Importe. Die Maßnahme traf Seoul völlig unvorbereitet und sandte Schockwellen durch die Geschäftswelt. Südkorea exportierte im vergangenen Jahr Waren im Wert von rund 123 Milliarden Dollar in die USA – damit ist Amerika nach China der zweitgrößte Absatzmarkt für koreanische Produkte.
Coupang im Visier der Ermittler
Der Justizausschuss hat nun den amerikanischen E-Commerce-Riesen Coupang vorgeladen und Dokumente sowie Zeugenaussagen angefordert. Hintergrund ist eine Datenpanne im November 2025, bei der persönliche Daten von über 33 Millionen Kunden kompromittiert wurden. Die KFTC droht dem Unternehmen mit massiven Strafen – nicht nur wegen des Datenlecks, sondern auch wegen angeblicher Manipulation von Suchergebnissen und unfairer Geschäftspraktiken. Bereits zuvor musste Coupang Bußgelder von über 100 Millionen Dollar zahlen.
„Wir werden vollständig mit dem Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses kooperieren, einschließlich der Vorlage der angeforderten Dokumente und der Aussage von Zeugen."
So die offizielle Stellungnahme von Coupang gegenüber amerikanischen Medien.
Kongress prüft Schutzmaßnahmen für US-Unternehmen
In einem Schreiben vom 5. Februar erklärten der Ausschussvorsitzende Jim Jordan und der Unterausschussvorsitzende Scott Fitzgerald, die Untersuchung solle klären, ob ausländische Gesetze und Durchsetzungsmaßnahmen dazu missbraucht werden, amerikanische Firmen zu diskriminieren und ihre globale Wettbewerbsfähigkeit zu untergraben. Der Ausschuss fordert Kommunikationsunterlagen zwischen Coupang und südkoreanischen Behörden an.
Die Untersuchung soll letztlich als Grundlage für mögliche Gesetzesinitiativen dienen, die amerikanische Unternehmen und Bürger vor diskriminierenden ausländischen Regulierungen schützen sollen. Es zeigt sich einmal mehr: Die Trump-Administration ist nicht gewillt, unfaire Handelspraktiken stillschweigend hinzunehmen – eine Haltung, die man sich auch in anderen westlichen Hauptstädten wünschen würde.

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