
Verbandspräsident warnt vor AfD – während der Maschinenbau in Trümmern liegt

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau steckt in der schwersten Krise seit Jahrzehnten, Unternehmen wandern ab, Insolvenzen häufen sich, die Auftragsbücher werden dünner – und was tut der Präsident des Branchenverbands VDMA? Er warnt vor der AfD. Bertram Kawlath, seines Zeichens oberster Repräsentant einer Branche im freien Fall, hat offenbar nichts Besseres zu tun, als mit Blick auf die Landtagswahlen 2026 vor den hohen Umfragewerten einer demokratisch legitimierten Partei zu warnen.
Wenn der Bock zum Gärtner wird
In einem Interview mit der Welt am Sonntag malte Kawlath ein düsteres Bild: Ein Wahlerfolg der AfD gefährde Deutschlands internationale Einbindung und wirtschaftliche Stabilität. Die Partei wolle die EU verlassen, den Euro abschaffen und aus der NATO austreten – das sei „ein Angriff auf die Sicherheit und den Wohlstand unseres Landes". Ein NATO-Austritt öffne „Tür und Tor für die Zerstörungswut böswilliger Staaten", und ohne EU und Euro werde das deutsche Exportmodell zerstört.
Soweit die Argumentation. Doch halt – welche wirtschaftliche Stabilität meint Kawlath eigentlich? Jene Stabilität, die unter der Ägide von Merkel-CDU, SPD und Grünen systematisch demontiert wurde? Jene Stabilität, die durch eine ideologiegetriebene Energiewende, explodierende Energiekosten, eine erdrückende Bürokratielawine und eine unkontrollierte Migrationspolitik längst Geschichte ist? Es mutet geradezu grotesk an, wenn ausgerechnet der Präsident eines Verbands, dessen Mitglieder reihenweise unter der Last dieser verfehlten Politik ächzen, nicht etwa die Verursacher beim Namen nennt, sondern stattdessen eine Oppositionspartei zum Sündenbock erklärt.
Ein Historiker an der Spitze des Maschinenbaus
Pikantes Detail am Rande: Kawlath hat Geschichte studiert. Nicht Maschinenbau, nicht Wirtschaftsingenieurwesen, nicht Betriebswirtschaft – Geschichte. Nun ist gegen ein geisteswissenschaftliches Studium grundsätzlich nichts einzuwenden. Doch wenn ein studierter Historiker an der Spitze eines der wichtigsten Industrieverbände Deutschlands steht und dabei offenkundig die jüngste wirtschaftspolitische Geschichte seines eigenen Landes ausblendet, dann darf man schon die Frage stellen, ob hier die richtige Person am richtigen Platz sitzt. Oder ob nicht vielmehr die berüchtigte „richtige Haltung" schwerer wiegt als fachliche Kompetenz.
Denn wer hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten regiert? Wer hat die höchsten Strompreise Europas zu verantworten? Wer hat den Industriestandort Deutschland durch immer neue Regulierungen, Sozialabgaben und Steuerlasten systematisch unattraktiv gemacht? Ein kleiner Hinweis: Die AfD war es nicht. Sie hat in keinem einzigen Bundesland, geschweige denn auf Bundesebene, jemals Regierungsverantwortung getragen. Nicht ein einziges Gesetz, nicht eine einzige Verordnung, die den deutschen Mittelstand in die Knie zwingt, stammt aus der Feder dieser Partei.
Die eigentlichen Probleme werden verschwiegen
Immerhin – und das muss man Kawlath zugestehen – benennt er einige der strukturellen Probleme durchaus korrekt. Er fordert steuerliche Entlastungen für Unternehmen, weniger Bürokratie, flexiblere Arbeitsmarktregeln und eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit. Er plädiert für mindestens 40 Wochenstunden und ein höheres Renteneintrittsalter. Und er kritisiert, dass die Sozialabgaben „in Richtung von 50 Prozent marschieren" – eine „Katastrophe", wie er selbst sagt.
Doch hier wird es absurd: All diese Missstände sind das direkte Ergebnis der Politik jener Parteien, die Kawlath offenbar als „demokratische Mitte" betrachtet und deren Handlungsfähigkeit er einfordert. Es ist dieselbe „demokratische Mitte", die seit Jahren an den Schalthebeln der Macht sitzt und genau jene Reformen blockiert, die Kawlath nun anmahnt. Stattdessen wirft er den Regierungsparteien lediglich vor, sie hätten „Angst vor dem Wähler" und würden notwendige Reformen verzögern. Angst vor dem Wähler? Vielleicht sollte man eher von Realitätsverweigerung sprechen.
Die Große Koalition unter Merz liefert nicht
Seit Mai 2025 regiert eine Große Koalition aus CDU/CSU und SPD unter Bundeskanzler Friedrich Merz. Der Mann, der im Wahlkampf vollmundig versprochen hatte, keine neuen Schulden zu machen, hat stattdessen ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen auf den Weg gebracht – finanziert auf Pump, zu Lasten kommender Generationen. Die Klimaneutralität bis 2045 wurde im Grundgesetz verankert, was die deutsche Industrie mit weiteren Kosten und Auflagen belasten dürfte. Und die versprochene Entbürokratisierung? Bislang kaum mehr als warme Worte.
Vor diesem Hintergrund wirkt Kawlaths AfD-Warnung wie ein durchsichtiges Ablenkungsmanöver. Anstatt die Regierung für ihr Versagen zur Rechenschaft zu ziehen, wird der Finger auf eine Partei gerichtet, die lediglich in der Opposition sitzt. Man könnte fast meinen, der VDMA-Präsident habe einen Anruf aus Berlin erhalten – oder zumindest die unausgesprochene Erwartung verinnerlicht, dass man als Verbandsfunktionär besser nicht an dem Ast sägt, auf dem man sitzt.
Exportnation ohne Wettbewerbsfähigkeit
Kawlath betont, das deutsche Wirtschaftsmodell gründe auf Exporten. Das ist zweifellos richtig. Doch was nützt der Zugang zum europäischen Binnenmarkt, wenn die Produktionskosten in Deutschland so hoch sind, dass immer mehr Unternehmen ihre Fertigung ins Ausland verlagern? BASF, einst Flaggschiff der deutschen Chemieindustrie, verlagert Arbeitsplätze nach Indien und Malaysia. Automobilzulieferer wandern nach Osteuropa ab. Mittelständische Maschinenbauer melden Insolvenz an.
Die Ironie könnte kaum größer sein: Während Kawlath vor einem hypothetischen EU-Austritt warnt, findet die eigentliche Deindustrialisierung Deutschlands längst statt – nicht wegen der AfD, sondern wegen einer Politik, die Energie unbezahlbar macht, Unternehmen mit Bürokratie erstickt und den Faktor Arbeit durch immer höhere Sozialabgaben verteuert. Die Unternehmen verlassen Deutschland nicht, weil sie die EU verlassen wollen, sondern weil sie in der EU bleiben und trotzdem wettbewerbsfähig produzieren müssen – nur eben nicht mehr am Standort Deutschland.
Wer vertritt hier eigentlich wessen Interessen?
Die entscheidende Frage, die sich stellt: Vertritt der VDMA-Präsident tatsächlich die Interessen seiner Mitglieder – jener mittelständischen Maschinenbauer, die unter der aktuellen Politik leiden? Oder bedient er vielmehr die Erwartungen eines politischen Establishments, das jeden Widerspruch gegen den Status quo reflexartig als Gefahr für Demokratie und Wohlstand brandmarkt?
Die Kommentare unter dem Originalartikel sprechen eine deutliche Sprache. Dutzende Leser – offenbar viele davon aus der Branche selbst – reagieren mit Unverständnis und Empörung auf die Aussagen ihres Verbandspräsidenten. „Der Maschinenbau im freien Fall und dann solche Aussagen des Verbandschefs", schreibt einer. Ein anderer fragt trocken: „Was ist in Deutschland stabil? Außer natürlich den Diäten der Politiker."
Es ist bezeichnend für den Zustand der deutschen Verbandslandschaft, dass ihre Spitzenvertreter lieber vor demokratischen Wahlergebnissen warnen, als die tatsächlichen Ursachen der wirtschaftlichen Misere beim Namen zu nennen. Wer nach 20 Jahren verfehlter Wirtschafts-, Energie- und Migrationspolitik immer noch glaubt, das Problem sei eine Oppositionspartei und nicht die Regierenden selbst, der hat entweder den Bezug zur Realität verloren – oder verfolgt ganz andere Interessen als die seiner Mitglieder.
Physische Werte in unsicheren Zeiten
In Zeiten, in denen die wirtschaftliche Stabilität Deutschlands tatsächlich auf dem Spiel steht – nicht wegen einer Oppositionspartei, sondern wegen einer Politik der Schuldenexplosion, der Deindustrialisierung und der galoppierenden Sozialabgaben – gewinnen physische Edelmetalle als Instrument der Vermögenssicherung zunehmend an Bedeutung. Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt, gerade in Phasen politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit. Als Beimischung in einem breit gestreuten Anlageportfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Absicherung des eigenen Vermögens leisten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Konsultation eines qualifizierten Finanzberaters getroffen werden. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der dargestellten Informationen übernehmen wir keine Haftung.
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