
Vier Jahre Krieg und kein Ende in Sicht: Selenskyj fordert weiterhin alle Gebiete zurück
Vier Jahre sind vergangen, seit Russland seinen Einmarsch in die Ukraine begann. Vier Jahre Krieg, Zerstörung, Hunderttausende Tote – und noch immer ist kein Frieden in Sicht. Während US-Präsident Donald Trump einst vollmundig versprochen hatte, den Konflikt rasch zu beenden, zeigt sich die bittere Realität: Beide Seiten verharren auf ihren Maximalpositionen. Ein Kompromiss? Fehlanzeige.
Selenskyjs unnachgiebige Haltung
In einem Interview mit der BBC bekräftigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Wochenende seine Position mit bemerkenswerter Deutlichkeit. Er werde die noch unter ukrainischer Kontrolle stehenden Gebiete im östlichen Donbas keinesfalls aufgeben. Sein Verständnis von „Sieg" umfasse die Rückgewinnung sämtlicher Territorien, die seit Februar 2022 an Russland verloren gegangen seien – einschließlich der Krim.
„Ich sehe das nicht einfach als Land. Ich sehe es als Aufgabe – eine Schwächung unserer Positionen, ein Verlassen Hunderttausender unserer Menschen, die dort leben", so Selenskyj. Ein Rückzug würde die ukrainische Gesellschaft spalten, warnte er. Doch stellt sich die unbequeme Frage: Ist diese Gesellschaft nach vier Jahren Krieg nicht längst gespalten?
Die Quadratur des Kreises
Was Selenskyj im gleichen Atemzug einräumte, offenbart das ganze Dilemma seiner Position. Eine militärische Rückeroberung sei derzeit schlicht unmöglich. Es fehle an Menschen, es fehle an Waffen. Die russische Armee sei zu groß, die Kosten eines solchen Unterfangens wären verheerend. „Und was ist Land ohne Menschen? Ehrlich gesagt, nichts", gestand er ein. Dennoch hält er an der Rückkehr zu den Grenzen von 1991 als ultimativem Ziel fest – eine Forderung, die angesichts der militärischen Realitäten geradezu utopisch anmutet.
Trump selbst hat Selenskyj wiederholt aufgefordert, den Donbas aufzugeben, mit dem nüchternen Argument, die Ukraine werde diese Gebiete ohnehin in blutigen Schlachten verlieren. Eine Einschätzung, die militärische Beobachter weitgehend teilen, die aber in Kiew auf taube Ohren stößt.
Sicherheitsgarantien als weiterer Stolperstein
Neben der Territorialfrage erweist sich die Forderung nach Sicherheitsgarantien als zweites massives Hindernis auf dem Weg zum Frieden. Selenskyj und zahlreiche europäische Staats- und Regierungschefs wünschen sich die Stationierung von NATO-Truppen auf ukrainischem Boden, flankiert von amerikanischer Luftunterstützung. Selenskyj bezifferte die gewünschte Laufzeit solcher Garantien auf 30 Jahre. Russland hat diese Idee kategorisch zurückgewiesen – ein solches Szenario sei schlichtweg inakzeptabel.
Gespräche zwischen russischen und ukrainischen Vertretern fanden zwar vergangene Woche in Genf statt, doch von einem Durchbruch kann keine Rede sein. Moskau beharrt auf seinen Kernforderungen: Abtretung der besetzten Gebiete und verbindliche Garantien, dass die Ukraine der NATO nicht beitritt. Der Kreml hat unmissverständlich signalisiert, den zermürbenden Krieg fortzusetzen, bis diese Ziele erreicht sind.
Europa zwischen Kriegsmüdigkeit und Eskalationsrhetorik
Für Deutschland und Europa stellt sich die Frage, wie lange man bereit ist, diesen Stellungskrieg noch mitzufinanzieren. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen ohnehin bereits astronomische Schulden aufgetürmt. Jeder weitere Euro, der in die Ukraine fließt, fehlt bei der dringend notwendigen Modernisierung der eigenen Infrastruktur, bei der Stärkung der Bundeswehr und bei der Entlastung der deutschen Bürger, die unter steigenden Lebenshaltungskosten ächzen.
Man muss kein Zyniker sein, um festzustellen: Selenskyjs Maximalforderungen mögen moralisch nachvollziehbar sein, doch sie verlängern einen Krieg, dessen Preis in Menschenleben täglich steigt. Diplomatie bedeutet Kompromiss – und Kompromiss bedeutet, schmerzhafte Zugeständnisse zu machen. Wer das nicht akzeptiert, der akzeptiert den Krieg als Dauerzustand. Und das kann weder im Interesse der Ukraine noch im Interesse Europas sein.
„Was ist Land ohne Menschen? Ehrlich gesagt, nichts." – Wolodymyr Selenskyj im BBC-Interview
Diese Worte Selenskyjs enthalten eine bittere Ironie. Denn genau dieses Land ohne Menschen ist es, was dieser Krieg mit jedem weiteren Tag produziert. Es wäre an der Zeit, dass alle Beteiligten – in Kiew, in Moskau und in den westlichen Hauptstädten – den Mut aufbringen, Realpolitik über Maximalforderungen zu stellen. Denn am Ende zahlen nicht die Politiker den Preis, sondern die einfachen Menschen auf beiden Seiten der Front.
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