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Kettner Edelmetalle
21.07.2026
12:22 Uhr

Wall-Street-König warnt: Jamie Dimon traut weder Aktien noch US-Staatsanleihen über den Weg

Wall-Street-König warnt: Jamie Dimon traut weder Aktien noch US-Staatsanleihen über den Weg

Wenn ausgerechnet der mächtigste Bankchef der westlichen Welt vor überzogenen Kursen warnt, sollten selbst notorische Optimisten die Ohren spitzen. Jamie Dimon, Vorstandsvorsitzender von JPMorgan Chase – der nach Börsenwert größten Bank des Planeten – hat in einem einstündigen Interview Klartext gesprochen. Und seine Botschaft dürfte manch euphorischem Anleger die Laune verhageln: Die Märkte, so Dimon, unterschätzten die geopolitischen und fiskalischen Risiken gewaltig.

„Größer als die meisten denken"

Auf die Frage, ob die Börsen die Gefahr eines schweren Schocks unterschätzten, ließ sich Dimon nicht lange bitten. Die Risiken seien wahrscheinlich deutlich größer, als viele glauben würden, erklärte er. Der Bankier verwies auf gleich mehrere Brandherde, die gleichzeitig lodern: den anhaltenden Krieg in der Ukraine, die dramatische Eskalation im Nahen Osten, die Spannungen zwischen den USA und China sowie explodierende Militärausgaben – und das ausgerechnet in einer Zeit, in der die Staatshaushalte ohnehin aus allen Nähten platzen.

„Es ist möglich, dass etwas eingepreist ist. Aber was nicht eingepreist ist, ist das, was tatsächlich passiert."

Ein Satz, der es in sich hat. Denn er beschreibt präzise jene gefährliche Sorglosigkeit, die derzeit an den Finanzmärkten herrscht. Der S&P 500 hat in diesem Jahr fast zehn Prozent zugelegt, die Konsumenten geben munter weiter Geld aus, und alle Welt reitet auf der Welle des Künstliche-Intelligenz-Hypes. Kriege? Zölle? Schocks? Man schaut einfach darüber hinweg – als hätte die Geschichte keine Lehren zu bieten.

Der Bankchef, der nicht kaufen will

Besonders bemerkenswert ist, was Dimon persönlich zu tun gedenkt: nämlich nichts dergleichen. Weder würde er zu den aktuellen Preisen Aktien des breiten Marktes kaufen, noch langlaufende US-Staatsanleihen. Auf die direkte Frage, ob er zehnjährige Treasurys erwerben würde, antwortete er trocken mit einem persönlichen „Nein". Selbst wenn die Inflation auf das von der US-Notenbank angepeilte Zwei-Prozent-Ziel zurückfiele, gehöre die zehnjährige Anleihe eher in den Bereich von vier bis 4,5 Prozent. Kurzum: Er sehe kaum Aufwärtspotenzial.

Wer sich fragt, warum ein Mann, der ganze Volkswirtschaften durchleuchtet, gerade jetzt die Bremse zieht, findet die Antwort in seiner Sorge um die Staatsverschuldung. Die hartnäckigen US-Haushaltsdefizite würden früher oder später zu einer Abrechnung führen, warnte Dimon. Die sogenannten Anleihe-Vigilanten – jene Investoren, die höhere Zinsen als Kompensation für das Verleihen an klamme Staaten verlangen – würden das Ruder übernehmen und die Zinsen nach oben treiben.

Eine Warnung, die auch für Deutschland gilt

Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass diese Diagnose nicht nur jenseits des Atlantiks Gültigkeit besitzt. Auch hierzulande häufen sich die Schulden in atemberaubendem Tempo. Die neue Bundesregierung unter Kanzler Merz hat ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen aus dem Hut gezaubert und die Klimaneutralität bis 2045 gleich im Grundgesetz zementiert. Wer glaubt, das komme ohne Preis daher, der irrt gewaltig. Kommende Generationen werden diese Zeche über Steuern und Abgaben begleichen müssen – und das, obwohl derselbe Kanzler zuvor treuherzig versprochen hatte, keine neuen Schulden aufzunehmen. Ein Wortbruch mit Ansage.

KI-Boom: Zwischen Euphorie und Ernüchterung

Auch beim großen Modethema Künstliche Intelligenz gab sich Dimon nüchtern. Die gegenwärtige Ausgabenwelle verglich er mit den frühen Tagen des Internets. Die Summen, die derzeit verpulvert würden, seien gigantisch. Ob sich das Ganze am Ende auszahle? Wahrscheinlich schon – so wie das Internet es letztlich getan habe. Doch der Bankier erinnerte an eine unbequeme Wahrheit: Damals verschwanden frühe Pioniere wie Yahoo und Netscape von der Bildfläche, während die eigentlichen Gewinner wie Google und Facebook erst später auftauchten.

„Wird es sich so auszahlen, wie Sie es erwarten, und in dem Zeitrahmen, den Sie erwarten? Definitiv nicht."

Was dem geneigten Anleger bleibt

Immerhin räumte Dimon ein, dass die Weltwirtschaft heute widerstandsfähiger sei als früher – nicht zuletzt wegen einer geringeren Abhängigkeit von Energie. Doch er warnte im selben Atemzug: Das schließe einen plötzlichen Wendepunkt keineswegs aus. Man brauche womöglich nur ein paar zusätzliche Strohhalme auf dem Rücken des Kamels, um den Bruchpunkt zu erreichen.

Was heißt das nun für den Bürger, der sein hart erarbeitetes Vermögen schützen will? Wenn selbst der oberste Banker der Wall Street weder Aktien noch Staatsanleihen anfassen möchte und offen vor steigenden Zinsen sowie einer fiskalischen Abrechnung warnt, dann liegt der Schluss nahe: Papierwerte sind nicht der sichere Hafen, als der sie gerne verkauft werden. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber hingegen kennen keinen Bilanzskandal, keine überzogene Bewertung und keinen Staat, der sie durch Schuldenberge entwertet. Als solide Beimischung eines breit gestreuten Vermögens haben sie sich über Jahrhunderte bewährt – gerade in Zeiten, in denen die Zeichen auf Sturm stehen.

Hinweis: Die vorliegenden Ausführungen stellen keine Anlageberatung dar und geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für den Erfolg oder Misserfolg getätigter Investments übernehmen wir keinerlei Haftung.

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