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11.03.2026
12:10 Uhr

Washington zieht Raketenabwehr aus Südkorea ab – und lässt einen Verbündeten im Regen stehen

Washington zieht Raketenabwehr aus Südkorea ab – und lässt einen Verbündeten im Regen stehen

Was sich derzeit auf der koreanischen Halbinsel abspielt, liest sich wie ein geopolitisches Lehrstück über die Zuverlässigkeit amerikanischer Bündnisversprechen. Die USA verlegen ihre hochmodernen THAAD- und Patriot-Raketenabwehrsysteme aus Südkorea in den Nahen Osten – mitten in einer Phase, in der Nordkorea munter weiter Raketen testet. Ein Vorgang, der nicht nur in Seoul für Entsetzen sorgt, sondern auch in Europa aufhorchen lassen sollte.

Schwere Transportflieger statt Schutzschild

Südkoreanische Medien berichteten unter Berufung auf Regierungsquellen zuerst über den Abzug. Dass diese brisanten militärischen Details überhaupt an die Öffentlichkeit gelangten, dürfte Washington kaum erfreut haben. Doch die Bilder sprechen für sich: Schwere US-Transportmaschinen vom Typ C-5 Galaxy und C-17 Globemaster heben vom Stützpunkt Seongju ab, beladen mit Abfangraketen des Terminal High Altitude Area Defense Systems. Auch mehrere Patriot-Batterien der neuesten Generation PAC-3 vom Luftwaffenstützpunkt Osan seien bereits demontiert und verladen worden.

Die Fotos der Abbauarbeiten gingen um die Welt. Und sie erzählen eine Geschichte, die man in diplomatischen Kreisen nur ungern hört: Die Supermacht ist überdehnt. Sie kann nicht mehr überall gleichzeitig präsent sein.

Südkoreas Präsident gibt sich machtlos

Südkoreas Präsident Lee Jae-myung reagierte mit einer Offenheit, die in der asiatischen Diplomatie ihresgleichen sucht. Man habe der Verlegung widersprochen, doch die „harte Realität" sei, dass Seoul seine Position nicht immer durchsetzen könne. Ein bemerkenswertes Eingeständnis. In einer Kabinettssitzung soll er zwar betont haben, die Abschreckung gegenüber Nordkorea bleibe gewahrt – schließlich verfüge das Land über eigene Systeme. Doch zwischen den Zeilen schwingt tiefe Enttäuschung mit.

Außenminister Cho Hyun bestätigte derweil, dass Gespräche über weitere Patriot-Verlegungen nach Saudi-Arabien oder in die Vereinigten Arabischen Emirate liefen. Der Nahe Osten, so scheint es, hat für Washington derzeit absolute Priorität – koste es, was es wolle.

Die bittere Ironie der Geschichte

Was diesen Vorgang besonders pikant macht, ist der historische Kontext. Als die USA das THAAD-System 2017 in Seongju stationierten, löste dies einen veritablen diplomatischen Sturm aus. China reagierte mit massiven Wirtschaftssanktionen gegen Südkorea – Boykotte koreanischer Produkte, Absagen von K-Pop-Konzerten, Rückzug von Investitionen. Seoul nahm all diese wirtschaftlichen Schmerzen klaglos hin, um dem großen Verbündeten jenseits des Pazifiks einen Gefallen zu tun. Neun Jahre später werden die Systeme abgezogen, ohne dass sie jemals zum Einsatz kamen. Die wirtschaftlichen Schäden durch Chinas Vergeltungsmaßnahmen aber – die bleiben.

Man muss kein Geopolitik-Experte sein, um zu erkennen, welche Botschaft das an die Welt sendet. Wer sich auf amerikanische Sicherheitsgarantien verlässt, der ist möglicherweise verlassen. In Pjöngjang dürfte man die Entwicklung mit einem breiten Grinsen verfolgen – passenderweise meldete Nordkorea just in der Nacht auf Mittwoch einen neuen Raketentest.

Ein Weckruf auch für Europa

Was in Ostasien geschieht, sollte auch in Berlin und Brüssel für Nachdenklichkeit sorgen. Unter Präsident Trump verfolgen die Vereinigten Staaten eine knallharte „America First"-Politik, die vor keinem Verbündeten Halt macht. Die massiven Zollerhöhungen von 20 Prozent auf EU-Importe sind nur ein Symptom dieser Neuausrichtung. Wenn Washington bereit ist, einen so wichtigen Verbündeten wie Südkorea militärisch zu entblößen, um Ressourcen in den Nahen Osten zu verschieben – was bedeutet das dann für die europäische Sicherheitsarchitektur?

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz täte gut daran, aus diesem Vorfall die richtigen Schlüsse zu ziehen. Europäische Sicherheit kann nicht dauerhaft auf amerikanischen Schultern ruhen. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das ohnehin schon kommende Generationen mit Schulden belastet, müsste eigentlich vorrangig in die eigene Verteidigungsfähigkeit fließen – statt in ideologisch motivierte Klimaprojekte. Doch ob die Große Koalition den Mut aufbringt, hier die richtigen Prioritäten zu setzen, darf bezweifelt werden.

Die Lehre aus Südkorea ist jedenfalls glasklar: Wer seine Sicherheit in fremde Hände legt, riskiert, eines Morgens ohne Schutzschild dazustehen. In einer Welt, die zunehmend von Machtpolitik und nationalen Interessen geprägt ist, kann sich das kein Land leisten – weder in Asien noch in Europa. Physische Stärke, eigene Kapazitäten und strategische Unabhängigkeit sind keine Luxusgüter. Sie sind Überlebensnotwendigkeiten.

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