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16.04.2026
14:08 Uhr

Washingtons Großes Spiel: Der Iran-Krieg als Hebel gegen die multipolare Weltordnung

Washingtons Großes Spiel: Der Iran-Krieg als Hebel gegen die multipolare Weltordnung

Was sich derzeit im Nahen Osten abspielt, ist weit mehr als ein militärischer Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Es ist ein geopolitisches Schachspiel von historischer Tragweite – und die eigentlichen Figuren auf dem Brett heißen nicht Teheran, sondern Peking und Moskau. Der amerikanische Präsident Donald Trump führt einen Krieg, dessen wahres Ziel nicht die Zerschlagung eines „Mullah-Regimes" ist, sondern die systematische Untergrabung einer aufkeimenden multipolaren Weltordnung.

Die BRICS als Feindbild Washingtons

Die BRICS-Staaten – Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – waren gerade dabei, ein gemeinsames Zahlungssystem aufzubauen, das die Dollar-Hegemonie der USA hätte ins Wanken bringen können. Ein solches System wäre nichts weniger als eine tektonische Verschiebung im globalen Finanzsystem gewesen. Doch Washington hat offenkundig nicht die Absicht, diese Entwicklung tatenlos hinzunehmen. Die US-Regierung setzt auf das gesamte Arsenal, das ihr zur Verfügung steht: Krieg, Erpressung und Unterwerfung.

Dass Peking die Brisanz der Lage erkannt hat, zeigte sich beim jüngsten Besuch des russischen Außenministers Sergej Lawrow in der chinesischen Hauptstadt. Präsident Xi Jinping beschwor dabei die strategische Achse mit Moskau in einer Deutlichkeit, die aufhorchen lässt. China und Russland sollten ihre Zusammenarbeit in allen Bereichen vertiefen, einander vertrauen und sich gegenseitig stützen, so Xi laut der staatlichen Global Times. Beide Länder müssten den Multilateralismus fördern, die Rolle der Vereinten Nationen stärken und in Formaten wie der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit sowie den BRICS-Staaten enger kooperieren. Das Ziel: eine „fairere und gerechtere Weltordnung".

Schöne Worte. Doch die Realität sieht ernüchternd aus.

Chinas Achillesferse: Die Energieversorgung

Das eigentliche Problem Pekings liegt in seiner massiven Abhängigkeit von Energieimporten aus der Golfregion. Rund 35 Prozent seines Erdöls bezieht China aus den Golfstaaten – allen voran Saudi-Arabien mit etwa 18 Prozent, gefolgt von Russland mit 15 Prozent. Weitere bedeutende Lieferanten sind der Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate und Brasilien. Der Iran selbst macht lediglich rund fünf Prozent aus.

Die Blockade der Straße von Hormus und die Zerstörung von Öl- und Gasanlagen in der Region treffen China daher empfindlich. Und hier liegt der strategische Clou der amerikanischen Kriegsführung: Selbst wenn sich Washington und Teheran auf eine Regelung für die Meerenge einigen sollten, bleiben die physischen Schäden an der Infrastruktur bestehen. Russland kann die Ausfälle schlicht nicht kompensieren – die Pipeline-Kapazitäten reichen bei weitem nicht aus.

Trumps vergiftetes Angebot

Und genau in diese Lücke stößt Donald Trump mit der ihm eigenen Mischung aus Geschäftssinn und Drohgebärde. Bereits nach der Übernahme Venezuelas hatte er China angeboten, das fehlende Öl zu liefern. Ein Angebot, das Peking in eine unangenehme Abhängigkeit treiben würde – ungeachtet aller demonstrativen Freundschaftsbekundungen mit Moskau.

Auf seiner Plattform Truth Social formulierte Trump es am Mittwoch mit entwaffnender Offenheit: Er öffne die Straße von Hormus „dauerhaft" – auch für China und „die ganze Welt". Peking habe im Gegenzug zugestimmt, keine Waffen mehr an den Iran zu liefern. Präsident Xi werde ihn in wenigen Wochen „herzlich umarmen". Und dann der entscheidende Satz, halb Einladung, halb Drohung:

„Ist das nicht besser als kämpfen?"

Man muss kein Geopolitik-Experte sein, um die implizite Warnung hinter dieser rhetorischen Frage zu erkennen.

Systematische Demontage internationaler Strukturen

Parallel zum militärischen Vorgehen betreibt Washington eine methodische Schwächung jener internationalen Institutionen, die einer unipolaren Weltordnung im Wege stehen könnten. Trump hat nie verhehlt, dass er die Vereinten Nationen für überflüssig hält. Seine vermeintliche NATO-Kritik dient einzig dem Zweck, den europäischen Einfluss im Bündnis zu marginalisieren – nicht etwa, das Bündnis selbst aufzulösen. Seine öffentlichen Attacken gegen den Papst zielen darauf ab, die auf den Philippinen, in Südkorea, Afrika und Lateinamerika einflussreiche katholische Weltkirche in ihre Schranken zu weisen.

Die Behandlung einzelner BRICS-Mitglieder spricht Bände. Indien darf zwar über einen Handelsdeal verhandeln, wird aber gleichzeitig mit Ermittlungen wegen angeblich unfairer Handelspraktiken unter Druck gesetzt. Südafrika wurde regelrecht gedemütigt: Präsident Ramaphosa erfuhr bei seinem Besuch im Weißen Haus eine öffentliche Bloßstellung durch Trump, der südafrikanische Botschafter wurde des Landes verwiesen, nachdem er den US-Präsidenten als Rassisten bezeichnet hatte. Südafrikanische Vermögenswerte wurden konfisziert. In einer fast schon tragikomischen Wendung entsendet Pretoria nun ausgerechnet den weißen Ex-Apartheid-Politiker Roelf Meyer als neuen Botschafter nach Washington – offenbar in der Hoffnung, Trump damit zu besänftigen.

Das Fenster schließt sich – und Washington weiß es

Die nüchterne Wahrheit ist: China ist derzeit noch nicht stark genug, um den durch die Energiekrise schwer angeschlagenen BRICS-Partnern und dem sogenannten „Globalen Süden" wirksam unter die Arme zu greifen. Und die Amerikaner wissen, dass ihr Zeitfenster, Chinas Aufstieg zur gleichberechtigten Weltmacht zu verhindern, nicht ewig offen steht. Trumps abschließende Warnung auf Truth Social liest sich denn auch wie die Quintessenz amerikanischer Machtpolitik im 21. Jahrhundert:

„ABER VERGESST NICHT: Wenn es sein muss, können wir sehr gut kämpfen – besser als alle anderen!!!"

Für Europa – und insbesondere für Deutschland – stellt sich angesichts dieser Entwicklungen eine unbequeme Frage: Wo steht man in diesem Großen Spiel? Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat bislang wenig erkennen lassen, dass sie die geopolitischen Dimensionen dieses Konflikts auch nur annähernd durchdrungen hat. Während Washington die Weltkarte neu zeichnet, debattiert Berlin über Sondervermögen und Schuldenbremsen. Man darf sich fragen, ob eine Nation, die nicht einmal ihre eigene Energieversorgung souverän sicherstellen kann, überhaupt in der Lage ist, in diesem Ringen der Großmächte eine eigenständige Rolle zu spielen.

In Zeiten derartiger geopolitischer Verwerfungen und einer zunehmend fragilen Weltwirtschaftsordnung dürfte es kaum verwundern, dass physische Edelmetalle wie Gold und Silber als bewährte Instrumente der Vermögenssicherung wieder verstärkt in den Fokus rücken. Wenn Währungssysteme ins Wanken geraten und die Dollar-Hegemonie zum Spielball geopolitischer Interessen wird, bieten Edelmetalle jene Stabilität, die Papiergeld schlicht nicht garantieren kann.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Entscheidungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden.

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