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Kettner Edelmetalle
22.07.2026
05:21 Uhr

Wenn der Mob die Wissenschaft niederschreit: Skandalöse Szenen an der Uni Düsseldorf

Wenn der Mob die Wissenschaft niederschreit: Skandalöse Szenen an der Uni Düsseldorf

Es sind Bilder, die man eher aus einem düsteren Kapitel deutscher Geschichte erwartet hätte als aus einem Hörsaal des Jahres 2025: An der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf haben militante Aktivisten versucht, den Vortrag einer angesehenen Professorin niederzubrüllen. Der Vorwurf? Sie wagte es, ein Thema kritisch zu hinterfragen, das offenbar längst zur Heiligen Kuh unserer Zeit erklärt wurde.

Eine Wissenschaftlerin gerät ins Fadenkreuz

Die Betroffene ist keine Unbekannte. Professorin Ute Johanna Bayen lehrt seit 2007 Entwicklungspsychologie an der HHU und forschte zuvor fast zwei Jahrzehnte an renommierten US-Hochschulen. Eine Karriere, die für sich spricht. Doch all diese Expertise zählt heute offenbar nichts mehr, wenn man die falschen Fragen stellt.

Der Stein des Anstoßes: eine Vorlesung mit dem Titel „Entwicklung von Trans-Identitäten“, die Bayen bereits seit Jahren hält. In ihr vertritt die Wissenschaftlerin die Position, dass sogenannte „Trans-Ideologien“ wissenschaftlich nicht tragbar seien und die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefährden könnten. Eine unbequeme These – aber genau dafür sollte die Universität eigentlich der geeignete Ort sein.

Studentenverbände fordern Berufsverbot

Doch statt sich auf eine sachliche Auseinandersetzung einzulassen, griffen mehrere Studentenverbände zu Methoden, die man aus autoritären Regimen kennt. Man forderte, ihre Aussagen auf „wissenschaftliche Fundiertheit“ überprüfen zu lassen, sie aus der Universität zu werfen und ihr gleich noch ein Campus-Verbot zu erteilen.

Besonders bemerkenswert: An diesem Demoaufruf beteiligten sich nicht nur der sozialistisch-demokratische Studiverband und die örtliche Juso-Hochschulgruppe, sondern auch der Ring Christlich-Demokratischer Studenten. Ein trauriges Zeugnis dafür, wie tief die Angst vor dem linken Zeitgeist selbst in eigentlich konservative Reihen inzwischen eingedrungen ist.

„Solche Aussagen sind nicht nur transphob und menschenfeindlich, sondern auch keineswegs wissenschaftlich belegt“, hieß es im Aufruf der Demonstranten.

Der ganze Skandal entzündete sich – man höre und staune – an einem einzigen Wort. In einem privaten Mail-Verteiler soll die Professorin von „Trans-Ideologie“ statt von „Trans-Identität“ gesprochen haben. Ein Begriff also. Mehr braucht es heute offenbar nicht, um eine ganze akademische Existenz vernichten zu wollen.

Buhrufe, Gelächter, Respektlosigkeit

Der Ansturm war so groß, dass die Vorlesung in einen größeren Hörsaal verlegt werden musste. Bis auf den letzten Platz gefüllt, Studenten standen an den Wänden. Doch was folgte, hatte mit einem akademischen Diskurs nichts mehr zu tun. Die Professorin konnte ihre Ausführungen kaum zu Ende bringen. Buhrufe, Zwischenrufe und Gelächter übertönten immer wieder ihre Worte.

Man warf ihr vor, „transphob“ zu sein, unwissenschaftlich zu arbeiten, ihre Lehre habe „nichts mit Wissenschaft, sondern mehr mit Meinung zu tun“. Sätze wie „Sie arbeiten nicht wissenschaftlich, das ist Bullshit“ oder „Mit Ihnen diskutiere ich gar nicht“ hallten durch den Saal. Sogar ein sogenanntes „Awareness-Team“ war vor Ort – jener paradoxe Apparat, der angeblich dem Schutz dient, in Wahrheit aber oft als Instrument der Meinungskontrolle fungiert.

Was ist aus der Freiheit der Wissenschaft geworden?

Man muss die Positionen der Professorin nicht teilen. Aber genau das ist der Punkt: In einer freien Gesellschaft muss man Meinungen aushalten können, ohne gleich nach Berufsverbot und Rauswurf zu schreien. Die Freiheit von Forschung und Lehre ist nicht ohne Grund im Grundgesetz verankert. Sie ist das Fundament jeder ernsthaften Wissenschaft.

Was sich in Düsseldorf abgespielt hat, ist ein Lehrstück über den Zustand unserer Debattenkultur. Wer nicht mehr argumentieren kann, der brüllt. Wer die besseren Argumente fürchtet, der fordert das Schweigen des Gegners. Die Interessenvertretung TINBy und der AStA verlangten allen Ernstes den Rauswurf einer verdienten Wissenschaftlerin – nur weil sie eine unbequeme Frage gestellt hat.

Es ist eine bittere Ironie, dass ausgerechnet jene, die sich als Hüter von „Toleranz“ und „Meinungsfreiheit“ inszenieren, hier ein Verständnis von Demokratie an den Tag legten, das dieser Bezeichnung Hohn spricht. Die gesellschaftliche Spaltung, die durch diese ideologischen Grabenkämpfe befeuert wird, sollte uns allen zu denken geben. Denn eine Gesellschaft, die den offenen Diskurs verlernt, verliert am Ende ihre Freiheit.

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