
Wenn der Zwangsfunk lügt: Wie das ZDF jahrelang gegen Elon Musk feuerte – und jetzt juristisch baden geht
Es ist ein Lehrstück über den Zustand des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Über Jahre hinweg durfte der Tech-Milliardär Elon Musk als bevorzugte Zielscheibe herhalten – ein willkommenes Feindbild, das in Reportagen, Audiobeiträgen und Satiresendungen mit einer Mischung aus moralischer Empörung und faktischer Großzügigkeit überzogen wurde. Nun aber hat der Mann, der zufällig zu den reichsten und einflussreichsten der Welt zählt, etwas getan, was dem ZDF gehörig die Suppe versalzt: Er wehrt sich. Und zwar vor Gericht.
Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte
Auslöser des jüngsten Schlagabtauschs war die Behauptung des ZDF, Musk habe zur „Jagd auf Migranten“ aufgerufen. Eine schwerwiegende Anschuldigung – und offenbar eine, die einer juristischen Überprüfung nicht standhielt. Das Ergebnis: eine Unterlassungserklärung, eine geänderte Sendung. Man stelle sich vor: Ein gebührenfinanzierter Sender, der sich selbst als Hort der seriösen Berichterstattung versteht, muss zurückrudern. Doch wer glaubt, es handle sich um einen Ausrutscher, der irrt gewaltig.
Eine Fehde mit langer Vorgeschichte
Die Liste der fragwürdigen Darstellungen liest sich wie ein Best-of journalistischer Schlampigkeit. Im Januar dieses Jahres etwa verband die Tagesschau die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Tesla mit Musks angeblichem Eintreten für „ethnische Säuberungen“ und einer „Nostalgie für die Apartheid“. Dinge, für die sich der Unternehmer nie ausgesprochen hat. Erst Monate später, offenbar unter dem Druck der drohenden Konsequenzen, ruderte die Redaktion zurück und gestand kleinlaut ein, eine Formulierung sei „nicht ausreichend eingeordnet“ gewesen.
„Wow, shame on ZDF Info!“ – Mit diesen Worten reagierte Musk bereits 2021 auf eine verkürzte Darstellung eines seiner Tweets in einer Dokumentation über das Tesla-Werk in Grünheide.
Und es kommt noch dicker. Während des Bundestagswahlkampfs 2025 avancierte die angebliche „Wahlkampfeinmischung“ Musks zugunsten der AfD zum Dauerbrenner im Programm. Das vielbeachtete Gespräch des Milliardärs mit Alice Weidel wurde reflexartig verurteilt – die Tagesschau sprach gar vom „Verdacht auf mögliche illegale Parteispende“. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein Gespräch wird zum Skandal aufgeblasen, während die eigentliche Frage – nämlich wie es um die Meinungsvielfalt im ÖRR selbst bestellt ist – geflissentlich unter den Teppich gekehrt wird.
Zwei Testaccounts als „Recherche“
Besonders entlarvend war eine angebliche Recherche von ZDF Heute, die belegen sollte, dass der Algorithmus der Plattform X Beiträge von AfD und BSW bevorteile. Die wissenschaftliche Grundlage? Sage und schreibe zwei Testaccounts. Dass eine solche Stichprobengröße jeder seriösen Methodik Hohn spricht und dass ein Algorithmus von weit mehr Faktoren abhängt als von den drei untersuchten, schien die selbsternannten Faktenchecker wenig zu kümmern.
Der Tiefpunkt aber wurde bereits 2022 erreicht, als die satirische „Heute Show“ Musk allen Ernstes mit Joseph Goebbels in Verbindung brachte. Satire hin oder her – wer den reichsten Unternehmer der Welt mit dem Propagandaminister eines Massenmörder-Regimes vergleicht, der offenbart nicht Humor, sondern den schieren Hass eines Apparats, der seine Deutungshoheit schwinden sieht.
Die eigentliche Frage: Wer zahlt für die Lügen?
Hier liegt der wahre Skandal, der weit über die Person Musk hinausreicht. Denn finanziert wird dieses Treiben durch die Zwangsabgabe der Bürger – jenen Rundfunkbeitrag, dem sich niemand entziehen kann. Wenn am Ende Schadensersatzforderungen und Anwaltskosten ins Haus flattern, dann zahlt nicht der verantwortliche Redakteur, sondern der Beitragszahler, der diese einseitige Berichterstattung ohnehin schon mit Argwohn betrachtet. Eine wachsende Mehrheit der Bürger empfindet diesen Zustand zu Recht als unerträglich.
Das Vertrauen in die öffentlich-rechtliche Berichterstattung erodiert – und das nicht ohne Grund. Ein Apparat, der sich als Wächter der Demokratie inszeniert, sich aber gleichzeitig erlaubt, unliebsame Personen mit haltlosen Behauptungen zu überziehen, untergräbt genau jene Glaubwürdigkeit, von der er lebt. Dass es nun ein US-Milliardär ist, der diesem Treiben juristisch Grenzen aufzeigt, sollte den Verantwortlichen zu denken geben. Es ist ein Armutszeugnis sondergleichen, dass es offenbar erst Klagen mit großem Streitwert braucht, um die Kollegen vom Mainzer Lerchenberg zur Sorgfalt zu bewegen.
Ein Weckruf, der überfällig war
Man muss kein Verehrer von Elon Musk sein, um zu erkennen, dass hier etwas Grundsätzliches schiefläuft. Die wiederholten Fehlgriffe sind kein Zufall, sondern Symptom einer Haltung, die das Aufstellen von Behauptungen über deren sorgfältige Prüfung stellt – sofern sie nur ins gewünschte Weltbild passen. Es wäre an der Zeit, dass die Beitragszahler endlich eine echte Rechenschaft einfordern. Denn wer die Wahrheit verbiegt, der sollte auch persönlich dafür geradestehen – und nicht der Bürger, der ohnehin schon zur Kasse gebeten wird.
Bleibt zu hoffen, dass dieser Fall kein Einzelfall bleibt, sondern den Anfang einer überfälligen Aufarbeitung markiert. Solange jedoch der Apparat versucht, derartige Niederlagen kleinzureden und unter den Teppich zu kehren, wird das Misstrauen der Bürger nur weiter wachsen.
Hinweis: Die in diesem Beitrag geäußerten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Eine Rechtsberatung erfolgt ausdrücklich nicht.

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