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Kettner Edelmetalle
25.07.2026
17:15 Uhr

Wenn die Meerengen brennen: Öl schießt Richtung 100 Dollar – und Deutschland schaut hilflos zu

Wenn die Meerengen brennen: Öl schießt Richtung 100 Dollar – und Deutschland schaut hilflos zu

Es sind Bilder, die man aus den düstersten Zeiten des 20. Jahrhunderts kannte: brennende Raffinerien, ausweichende Supertanker, verängstigte Handelsdesks. Der Persische Golf verwandelt sich derzeit in ein Pulverfass, und die Zündschnur brennt an mehreren Enden gleichzeitig. Während die Welt gebannt auf die Straße von Hormus starrt, hat sich am südlichen Roten Meer eine zweite Front aufgetan – und die Ölmärkte reagieren mit der Nervosität eines aufgeschreckten Wildpferdes.

27 Prozent in zwei Wochen – der Krieg hat einen Preis

Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Binnen zwei Wochen kletterte die Nordseesorte Brent um satte 27 Prozent und schloss am Freitag bei 96,78 Dollar je Barrel. Zwischenzeitlich durchbrach der Preis sogar die psychologisch bedeutsame Marke von 100 Dollar. Wer geglaubt hatte, die Zeiten explodierender Energiekosten seien vorbei, wird gerade eines Besseren belehrt.

Die Ursache liegt auf der Hand: Händler preisen eine massive Kriegsrisiko-Prämie ein, weil gleich zwei der wichtigsten Nadelöhre der Weltwirtschaft bedroht sind. Die Straße von Hormus im Norden, das Bab al-Mandab im Süden – zwei Adern, durch die das Lebensblut der globalen Energieversorgung fließt.

Amerika legt eine Pause ein – Diplomatie oder Atempause?

Nach dreizehn Tagen nächtlicher Luftschläge gegen Iran scheinen die USA innegehalten zu haben. In der Nacht zum Samstag meldete Teheran erstmals keine amerikanischen Angriffe. Präsident Trump erklärte, er habe noch keine Entscheidung über umfassende Schläge getroffen, während Gespräche über Vizepräsident Vance und Außenminister Rubio weiterliefen. Zuvor hatte Trump gegenüber Axios noch von einem möglichen „massiven Angriff“ gesprochen und befunden, Iran habe „noch nicht genug Schmerz erlitten“.

Ob diese Pause tatsächlich ein diplomatisches Signal oder nur das Luftholen vor dem nächsten Sturm ist, bleibt völlig offen.

Die Houthi eröffnen die zweite Front

Während im Norden vorübergehend Ruhe einkehrte, eskalierte die Lage im Süden dramatisch. Saudisch geführte Luftschläge trafen iranisch gestützte Houthi-Ziele in Hodeida. Die Terrormiliz revanchierte sich prompt: Ihr Sprecher Yahya Saree verkündete zwei „sensible Operationen“ gegen Saudi-Arabien und beschwor das Prinzip „Blockade für Blockade“. Eine saudische Raffinerie in Jazan soll von einer Houthi-Rakete getroffen worden sein.

Damit droht ein zweiter großer Kriegsschauplatz aufzubrechen. Sollten die Angriffe auf saudische Häfen und Tanker im Bab al-Mandab anhalten, könnten Millionen Barrel Exporte ausfallen – mit unabsehbaren Folgen für Frachtraten und physische Märkte.

Was die großen Handelshäuser prophezeien

  • Goldman Sachs warnt, Brent könne 120 Dollar übersteigen, sollte sich die Chokepoint-Krise vertiefen.
  • RBC spricht von einer „gefährlichen Phase“ des Krieges mit Ölpreisen jenseits des Rekords von 2008.
  • JPMorgan sieht die Benzinpreise auf einem Niveau, das Trump zu Iran-Gesprächen drängen könnte.

Ein Hongkong-flaggiger Supertanker drehte bereits vor dem Bab al-Mandab ab und nahm den kostspieligen Umweg um das Kap der Guten Hoffnung – längere Fahrtzeiten, höhere Raten, weitere Störungen.

Und Deutschland? Energiepolitisch nackt im Wind

Man muss sich das vor Augen führen: Während die Welt in geopolitische Turbulenzen stürzt, hat sich Deutschland durch jahrelange ideologiegetriebene Energiepolitik in eine fatale Abhängigkeit manövriert. Kernkraftwerke abgeschaltet, verlässliche Energieträger verteufelt, stattdessen ein Vertrauen auf Wind und Wetter, das jeder ökonomischen Vernunft spottet. Ein Großteil der deutschen Bürger fragt sich zu Recht, wie robust unsere Versorgung wäre, wenn die Ölpreise dauerhaft in schwindelerregende Höhen kletterten. Die Antwort dürfte ernüchternd ausfallen.

Steigende Energiepreise treffen am Ende immer den kleinen Mann – den Pendler, den Handwerker, die Familie, die ihre Heizkostenrechnung fürchtet. Wer eine Wirtschaftsnation von der Verfügbarkeit fremder Meerengen abhängig macht und gleichzeitig die eigene Energiebasis demontiert, handelt fahrlässig.

In Krisenzeiten glänzt das Beständige

Geopolitische Erschütterungen dieser Größenordnung führen uns vor Augen, wie fragil papierene Vermögenswerte in Wahrheit sind. Aktienmärkte zittern bei jeder Schlagzeile, Währungen taumeln, und die Inflation – befeuert durch teure Energie – nagt am Ersparten. In solchen Zeiten hat sich physisches Gold und Silber über Jahrtausende als das bewährt, was es ist: ein Anker der Stabilität, unabhängig von brennenden Raffinerien und politischem Versagen. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle zu einem breit gestreuten Portefeuille kann ein Bollwerk gegen genau jene Turbulenzen sein, die uns die aktuelle Weltlage so drastisch vor Augen führt.

Haftungsausschluss

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion dar und dient allgemeinen Informationszwecken. Er ersetzt keine Anlageberatung. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig ausreichend zu recherchieren und trägt für seine Investitionsentscheidungen die alleinige Verantwortung. Die dargestellten Marktentwicklungen bergen Risiken, und vergangene Kursverläufe sind keine Garantie für zukünftige Entwicklungen.

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