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Kettner Edelmetalle
03.06.2026
02:26 Uhr

Wenn die Welt brennt, steigt das Gold: Asiens Börsen ignorieren die Eskalation am Persischen Golf

Wenn die Welt brennt, steigt das Gold: Asiens Börsen ignorieren die Eskalation am Persischen Golf

Es ist ein Schauspiel, das man fast schon als zynisch bezeichnen könnte: Während im Nahen Osten die Lunte glüht und die Straße von Hormus zum geopolitischen Pulverfass wird, klettert Japans Nikkei 225 ungerührt auf ein neues Rekordhoch. Die Anleger in Asien scheinen die Augen fest verschlossen zu halten – oder sie verdrängen geflissentlich, was sich am Golf zusammenbraut.

Minen in internationalen Gewässern – die Eskalation nimmt Fahrt auf

US-Außenminister Marco Rubio trat vor den Auswärtigen Ausschuss des Senats und zeichnete ein düsteres Bild. Der Iran, so seine Aussage, habe weite Teile der Straße von Hormus vermint und feuere auf Handelsschiffe in internationalen Gewässern. Es war Rubios erster Auftritt vor dem Kongress seit dem Iran-Krieg Ende Februar.

"Sie feuern auf Handelsschiffe und haben große Teile von Hormus vermint – internationale Gewässer", erklärte Rubio den Senatoren.

Ein Beamter des Weißen Hauses ließ gegenüber Medien verlauten, das Pentagon habe bereits zahlreiche Minen sowie über 40 Minenlegerschiffe zerstört. Man stelle sich das einmal vor: Eine der wichtigsten Schlagadern der Weltwirtschaft wird zum militärischen Schlachtfeld – und die Börsenhändler in Tokio feiern derweil Rekorde, als gäbe es kein Morgen.

Die Achillesferse der Weltwirtschaft

Warum diese Straße von Hormus so brisant ist? Durch diese schmale Meerenge floss vor dem Krieg rund ein Fünftel des weltweiten Ölangebots. Wer hier den Hahn zudreht, der dreht der globalen Energieversorgung die Luft ab. Die Folgen wären für Verbraucher in Deutschland direkt spürbar – an der Zapfsäule, bei der Heizkostenabrechnung und letztlich überall dort, wo Energie in Produkte einfließt.

Und tatsächlich reagierten die Ölmärkte bereits nervös: Die WTI-Futures für Juni legten um 1,14 Prozent auf 94,82 Dollar pro Barrel zu, die Brent-Notierung kletterte um 1,05 Prozent auf 97,01 Dollar. Steigende Energiepreise treffen eine ohnehin gebeutelte deutsche Wirtschaft an einem empfindlichen Nerv – während die heimische Politik weiter mit ideologischen Luftschlössern beschäftigt ist, statt die Versorgungssicherheit ernst zu nehmen.

Asiens Börsen im Höhenrausch

Trotz allem zeigten sich die asiatisch-pazifischen Märkte am Mittwoch überwiegend in Feierlaune. Der Nikkei 225 baute seine Gewinne auf 2,14 Prozent aus, der breitere Topix legte 1,52 Prozent zu. In China bewegte sich der CSI 300 nur marginal nach oben, während Hongkongs Hang Seng um 0,98 Prozent abrutschte. Australiens S&P/ASX 200 gewann 0,36 Prozent – dies, obwohl das Wirtschaftswachstum mit 2,5 Prozent hinter den Erwartungen zurückblieb. Schwächere Konsumausgaben und Wetterkapriolen drückten auf die Konjunktur. Südkoreas Börsen blieben feiertagsbedingt geschlossen.

An der Wall Street hatte der S&P 500 zuvor erstmals über der Marke von 7.600 Punkten geschlossen, der Dow gewann 228,91 Punkte. Ein Blick auf diese Rekordjagd lässt jedoch Vorsicht angeraten erscheinen: Wenn Börsen geopolitische Brandherde dieser Größenordnung schlicht ignorieren, dann ist das selten ein Zeichen gesunder Märkte – sondern eher das Pfeifen im Walde.

Was bleibt, wenn das Vertrauen schwindet?

Wer in solchen Zeiten ausschließlich auf Aktienindizes setzt, die jede schlechte Nachricht wegzulächeln scheinen, der spielt ein gefährliches Spiel. Geopolitische Spannungen, explodierende Energiepreise und eine Geldpolitik, die seit Jahren auf Pump basiert – all das sind klassische Vorboten für jene Momente, in denen sich kluge Anleger fragen, was eigentlich wirklich Bestand hat. Die Antwort lautet seit Jahrtausenden gleich: physische Edelmetalle. Gold und Silber kennen keine Minenfelder in der Straße von Hormus, keine Notenbankpolitik und keine politischen Fehlentscheidungen, die ihren inneren Wert untergraben könnten. Als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio haben sie sich über Generationen bewährt.

Hinweis: Der vorliegende Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Die genannten Markt- und Kursentwicklungen sind keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Bei Bedarf sollte ein unabhängiger Finanzberater hinzugezogen werden.

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