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26.01.2026
11:49 Uhr

Wirtschaftsflaute hält an: Ifo-Index offenbart die ganze Misere der deutschen Ökonomie

Wirtschaftsflaute hält an: Ifo-Index offenbart die ganze Misere der deutschen Ökonomie

Die Hoffnungen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung im neuen Jahr erweisen sich einmal mehr als trügerisch. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, das wichtigste Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft, verharrt im Januar bei mageren 87,6 Punkten – exakt auf dem Niveau des Vormonats. Eine Stagnation, die Bände spricht über den desolaten Zustand der einstigen Wirtschaftslokomotive Europas.

Experten hatten mehr erwartet – und wurden bitter enttäuscht

Die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Ökonomen hatten nach zwei aufeinanderfolgenden Rückgängen zumindest einen bescheidenen Anstieg auf 88,2 Zähler prognostiziert. Doch selbst diese zurückhaltende Erwartung erwies sich als zu optimistisch. Ifo-Präsident Clemens Fuest brachte es auf den Punkt: „Die deutsche Wirtschaft startet ohne Schwung ins neue Jahr." Eine Aussage, die angesichts der jahrelangen Stagnation fast schon wie ein Euphemismus klingt.

Die Umfrage unter rund 9000 Führungskräften zeichnet ein differenziertes, aber insgesamt ernüchterndes Bild. Während die lange gebeutelte Industrie immerhin etwas Boden gutmachen konnte, trübte sich die Stimmung bei den Dienstleistern spürbar ein. Besonders der Tourismus verzeichnete eine merkliche Abkühlung des Geschäftsklimas. Ifo-Umfragechef Klaus Wohlrabe stellte klar, dass ausgerechnet der Dienstleistungsbereich einen Anstieg beim gesamten Geschäftsklima verhindert habe.

US-Zollpolitik hinterlässt tiefe Spuren

Die Analyse der Experten lässt tief blicken. Deka-Analyst Andreas Scheuerle verwies auf die Auswirkungen der amerikanischen Handelspolitik: Zwar sei eine „Bruchlandung der Unternehmensstimmung" durch die Rücknahme der Zolldrohungen vermieden worden, doch die Verunsicherung bleibe. Die USA setzten Zölle mittlerweile nicht mehr nur zur Erreichung ökonomischer Ziele ein, sondern zunehmend auch zur Durchsetzung geopolitischer Positionen. Die Folge sei eine lähmende Unsicherheit, die Investitionen und Geschäftsentscheidungen hemme.

„Die Hoffnungen ruhen damit einmal mehr auf den von der Bundesregierung in Aussicht gestellten Reformen. Angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen werden diese umso notwendiger und damit auch wahrscheinlicher."

Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg sprach von einer „etwas enttäuschenden Nullnummer zum Jahresauftakt" und warnte davor, auch in den kommenden Wochen mit möglichen Enttäuschungen bei den Konjunkturdaten zu rechnen.

Reformstau als eigentliches Problem

Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer brachte einen entscheidenden Punkt zur Sprache: Das Ausbleiben breit basierter Reformen enttäusche viele Unternehmen zutiefst. Anders als in der ersten Jahreshälfte 2025 weise der Trend beim Ifo-Geschäftsklima nicht mehr nach oben. Seine nüchterne Prognose: „Die Wirtschaft dürfte sich in diesem Jahr nur zögerlich erholen."

Die Bundesbank teilt diese verhaltene Einschätzung. Die Wirtschaft sei mit wenig Dynamik ins Jahr gestartet und dürfte im ersten Quartal nur verhalten zulegen. Erst die Lockerung der Haushaltspolitik könnte im weiteren Jahresverlauf für stärkeren Auftrieb sorgen. Ökonomen trauen der deutschen Wirtschaft 2026 immerhin rund ein Prozent Wachstum zu – hauptsächlich wegen der staatlichen Mehrausgaben für Infrastruktur und Verteidigung.

Strukturelle Schwächen bleiben ungelöst

Doch diese Prognose steht auf wackligen Füßen. Die US-Zölle und die bröckelnde Wettbewerbsposition im internationalen Konkurrenzkampf bremsen die deutsche Industrie weiterhin massiv. Die strukturellen Probleme – überbordende Bürokratie, hohe Energiekosten, mangelnde Digitalisierung und ein marodes Bildungssystem – bleiben weitgehend ungelöst. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar Reformen angekündigt, doch ob diese ausreichen werden, um Deutschland aus der wirtschaftlichen Lethargie zu befreien, bleibt abzuwarten.

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und geopolitischer Spannungen gewinnen bewährte Wertanlagen wie physische Edelmetalle an Bedeutung. Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Vermögenssicherung in Krisenzeiten bewährt und können als sinnvolle Ergänzung eines breit gestreuten Anlageportfolios dienen.

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