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Kettner Edelmetalle
06.08.2026
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Wo Deutschland schweigt, feuert die Insel: Warum britische Prominente den Kulturkämpfern die Stirn bieten

Es gibt Länder, in denen ein Comedian noch Comedian sein darf. Und es gibt Deutschland. Während hierzulande der letzte halbwegs bekannte Entertainer lieber dreimal beim Management nachfragt, ob ein Scherz über Gendersternchen die Buchungslage gefährden könnte, marschiert auf der britischen Insel eine ganze Generation von Querköpfen ungerührt gegen den Zeitgeist an – mit Witz, Schärfe und einer bemerkenswerten Gleichgültigkeit gegenüber den üblichen Reflexvorwürfen.

Ein Polemiker geht, das Genre bleibt

Dieser Tage verlor Großbritannien mit Rod Liddle einen seiner streitbarsten Kolumnisten. Ein Mann, der links begann und als Vollzeit-Provokateur endete, der für den Spectator, die Sunday Times und die Sun schrieb und dem der Ruf vorauseilte, dem linksliberalen Establishment mit Genuss auf die Zehen zu treten. Seine Spitzen gegen Identitätspolitik, gegen die Verlogenheit im Umgang mit importiertem Antisemitismus, gegen die politische Rücksichtnahme britischer Abgeordneter auf bestimmte Wählermilieus – all das wäre in Deutschland vermutlich Gegenstand einer Hausdurchsuchung geworden.

Humor geht immer auf Kosten von irgendjemandem – das ist keine Panne der Komik, sondern ihr Wesen.

Eine ganze Riege von Unbeugsamen

Liddle ist kein Einzelfall gewesen, sondern Teil einer erstaunlich breiten Front. Ricky Gervais nimmt auf Preisverleihungen die versammelte Selbstgerechtigkeit Hollywoods auseinander. Andrew Doyle erfand mit „Titania McGrath“ die perfekte Karikatur der hyperwoken Empörungsmaschine. Toby Young zerlegt Cancel Culture und DEI-Dogmen mit trockenem Sarkasmus, David Starkey pflegt seinen Ruf als unhöflichster Mann des Königreichs, Piers Morgan hält im Mainstream-Fernsehen die Fahne der Widerrede hoch. Konstantin Kisin und Francis Foster geben mit Triggernometry genau jenen Stimmen Raum, die im deutschen Öffentlich-Rechtlichen keine Sendeminute bekämen. Selbst John Cleese, Monty-Python-Legende, äußert sich inzwischen offen islamkritisch und unterstützt eine migrationskritische Partei. Und Boy George – ausgerechnet – stellt sich mit einem proisraelischen Song gegen das „Genozid“-Geschrei seiner Branche.

Clarkson, der Lieblingsfeind der Linken

Am lautesten poltert Jeremy Clarkson. Der Mann, der mit „Top Gear“ Weltruhm erlangte und heute mit „Clarkson's Farm“ zeigt, was britische Agrarpolitik mit Bauern anstellt, hat für die Labour-Regierung nichts als Verachtung übrig. Teile der Regierungsbank nennt er schlicht Marxisten. In seinem Pub sind bestimmte Abgeordnete unerwünscht, Keir Starmer wurde dort schon als Strohpuppe verbrannt. Über seine Cancel-Gegner spottet er, deren Hauptproblem sei, dass so wenige von ihnen eine Arbeit hätten, die sie ablenke. Man stelle sich vor, ein deutscher Moderator würde derlei sagen – die Existenzvernichtung liefe binnen 48 Stunden an.

Rowling, Atkinson und die Grenzen des Sagbaren

J. K. Rowling wiederum ist der lebende Beweis dafür, dass die neuen Inquisitoren keineswegs nur Konservative jagen. Die „Harry Potter“-Schöpferin verortet sich selbst Mitte-links, war Labour-Spenderin – und wird dennoch beschimpft, boykottiert und bedroht, weil sie schlicht darauf beharrt, dass biologische Männer keine Frauen sind. Rowan Atkinson, weltbekannt als Mr. Bean, wurde nicht müde, die „Empörungsindustrie“ zu geißeln und britische Strafnormen anzuprangern, nach denen man verhaftet werden kann, weil sich irgendjemand beleidigt fühlt. Seine Warnung sei für Deutschland leider zu spät gekommen, möchte man ergänzen – hierzulande genügt bereits ein ironisches Meme, um den Staatsapparat samt Morgenbesuch der Polizei in Bewegung zu setzen.

Und in Deutschland?

Hierzulande herrscht das große Rundlutschen. Wer im Kulturbetrieb überleben will, liefert die erwarteten Bekenntnisse ab, nickt zu jeder Kampagne und schweigt, wenn es ungemütlich wird. Der Schauspieler Laurence Fox hat auf der Insel den umgekehrten Weg gewählt, seine Karriere geopfert und eine eigene Partei gegründet – für Patriotismus, Grenzkontrollen, Leistungsgerechtigkeit und gegen die Politisierung staatlicher Institutionen. Man muss seine Positionen nicht teilen, um den Mut zu erkennen.

Die entscheidende Lehre für unser Land lautet daher: Die Macht des Zeitgeists bröckelt genau dann, wenn genügend bekannte Köpfe sich trauen, das auszusprechen, was ohnehin eine Mehrheit denkt. Auf der Insel ist dieser Prozess in vollem Gange. In der Republik der wohltemperierten Talkshow-Nicker wartet man noch. Nur Mut wäre also der Rat – und er kostet nichts außer Bequemlichkeit.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion wieder. Er stellt weder eine Rechts- noch eine Anlageberatung dar. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen möchte, sollte sich stets eigenständig informieren und Entscheidungen eigenverantwortlich treffen. Physische Edelmetalle können dabei als bewährte Ergänzung eines breit gestreuten Portfolios dienen.

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