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21.07.2026
10:33 Uhr

ZDF und die späte Einsicht: Wie ein Antifa-Barde beinahe zum Programmhöhepunkt der Zwangsgebühren wurde

ZDF und die späte Einsicht: Wie ein Antifa-Barde beinahe zum Programmhöhepunkt der Zwangsgebühren wurde

Es ist ein Lehrstück über den Zustand des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland. Ein Sender, der sich von jedem Bürger monatlich seine Rundfunkgebühren abholt, plant allen Ernstes, einem Musiker eine Bühne zu bieten, dessen Werk sich wie eine Anleitung zum linken Straßenkampf liest. Und erst als der Auftritt schon fast über die Ziellinie geschoben war, fiel den Verantwortlichen auf: Vielleicht war das doch keine so glänzende Idee.

Ein Intendant räumt Fehler ein – aber welche eigentlich?

ZDF-Intendant Norbert Himmler hat sich nun öffentlich selbstkritisch gezeigt. Man hätte, so seine Erkenntnis, die Grundsatzfrage deutlich früher stellen müssen – am besten noch bevor die Einladung überhaupt auf dem Tisch lag. Eine bemerkenswerte Aussage. Denn sie offenbart, dass in den Redaktionsstuben des Mainzer Senders offenbar niemand auf die Idee kam, den Inhalt eines Songs zu prüfen, bevor man ihn in die Jubiläumsausgabe der Sendung „Die Anstalt“ einbaute.

Ursprünglich sollte der Rapper, der unter dem Künstlernamen Danger Dan auftritt, seine Antifa-Hymne mit dem Titel „Keine Angst“ in der 100. Folge zum Besten geben. Kurz vor knapp zog der Sender die Reißleine. Der Auftritt platzte. Die Empörung der linken Szene ließ nicht lange auf sich warten.

Was in dem Song eigentlich steckt

Man muss sich vor Augen führen, worüber hier gesprochen wird. Himmler selbst fand deutliche Worte für das, was das ZDF beinahe gesendet hätte:

„Wir haben es hier meiner Ansicht nach unzweifelhaft mit einer Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand zu tun, der in ‚freundlichen Grüßen‘ an linksextreme, zum Teil rechtskräftig verurteilte Gewalttäter mündet.“

Der Text erkläre, wie man politische Gegner ausspähe, wie man persönliche Daten sammle und wie man sich in Banden organisiere. Am Ende folgten Grüße an Mitglieder der linksextremistischen Hammerbande – jener Gruppierung, deren Angehörige politischen Gegnern im Ausland brutal die Schädel eingeschlagen haben sollen. Man fragt sich unwillkürlich: In welchem Land würde ein staatsnaher Sender ernsthaft erwägen, derartiges als Unterhaltung zu verkaufen?

Wenn Gewaltverherrlichung zur Meinungsfreiheit umgedeutet wird

Der Künstler selbst sieht sich naturgemäß als Opfer. In der Absage erkenne er einen Eingriff in die Meinungsfreiheit, ließ er verlauten. Gegenüber einem Magazin erklärte er zudem, er rufe mit dem Lied niemanden dazu auf, in den kriminellen Untergrund abzutauchen. Eine erstaunliche Verteidigung für einen Text, der genau das in Reimform zu liefern scheint.

Bemerkenswert ist der Reflex, mit dem hier gearbeitet wird. Sobald linksextreme Inhalte kritisch hinterfragt werden, wird sofort die Keule der Zensur geschwungen. Kritik von rechts wird als Einknicken diffamiert. Himmler wehrte sich gegen diesen Vorwurf: Politische Kräfte, ganz gleich welcher Couleur, hätten auf die Entscheidung keinerlei Einfluss gehabt.

Ein Symptom, kein Einzelfall

Der Fall reiht sich ein in eine ganze Kette von Vorgängen, bei denen der öffentlich-rechtliche Rundfunk eine erstaunliche Blindheit auf dem linken Auge an den Tag legt. Während konservative Stimmen mit spitzen Fingern behandelt und akribisch auf jede vermeintliche Grenzüberschreitung durchleuchtet werden, dürfen sich Vertreter einer gewaltbereiten Szene offenbar auf wohlwollende Sendezeit freuen – zumindest bis jemand rechtzeitig aufwacht.

Es ist genau diese Schieflage, die einen wachsenden Teil der Bevölkerung zunehmend erzürnt. Wer Monat für Monat seinen Rundfunkbeitrag entrichtet, darf zu Recht erwarten, dass sein Geld nicht zur Verbreitung von Sympathiebekundungen für verurteilte Gewalttäter verwendet wird. Der Ersatzauftritt des Rappers findet nun übrigens auf einer Videoplattform statt – dort ist er, immerhin, gebührenfrei.

Bleibt die unbequeme Frage: Wie viele solcher Grundsatzfragen werden in den Sendeanstalten eigentlich nicht gestellt – weil niemand genau hinschaut?

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