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Kettner Edelmetalle
18.06.2026
14:58 Uhr

Zentralbanken im Zangengriff: Wie der Iran-Krieg die Geldpolitik des Westens diktiert

Zentralbanken im Zangengriff: Wie der Iran-Krieg die Geldpolitik des Westens diktiert

Es ist ein Schauspiel, das sich in diesen Tagen an den Finanzmärkten abspielt – und es offenbart einmal mehr, wie wenig Kontrolle die mächtigen Notenbanken tatsächlich über das wirtschaftliche Schicksal ihrer Bürger haben. Die Bank of England hat am Donnerstag ihren Leitzins bei 3,75 Prozent belassen. Eine Entscheidung, die auf den ersten Blick wie behutsame Standhaftigkeit wirkt, in Wahrheit aber die ganze Hilflosigkeit der Währungshüter angesichts globaler Energieschocks bloßlegt.

Die ehrliche Bankrotterklärung der Notenbanker

Bemerkenswert offen gestand die britische Zentralbank ein, was Politiker und Geldpolitiker sonst nur ungern aussprechen: "Die Geldpolitik kann globale Energiepreise nicht beeinflussen." Eine Aussage von entwaffnender Ehrlichkeit. Denn während die Notenbanker mit ihren Zinsschräubchen drehen, treibt der eskalierte Iran-Krieg die Energiepreise weltweit in die Höhe – und mit ihnen die Inflation, die das Vermögen der Sparer Monat für Monat schmaler werden lässt.

Sieben von neun Mitgliedern des geldpolitischen Ausschusses stimmten für den Stillstand. Zwei Stimmen forderten gar eine Anhebung um 25 Basispunkte auf 4 Prozent. Man könnte fast meinen, die Damen und Herren wüssten selbst nicht so recht, in welche Richtung das Steuer gerissen werden soll.

Großbritannien als Spielball der Weltlage

Als Netto-Energieimporteur trifft das Vereinigte Königreich die Krise mit voller Wucht. Zwar verharrte die britische Inflationsrate im Mai bei vergleichsweise milden 2,8 Prozent, doch dieser Wert sei – so die Bank selbst – nur von kurzer Dauer. Die regulierte Energiepreisobergrenze solle im Sommer um satte 13 Prozent steigen, womit die Energiekosten auf ein Zwei-Jahres-Hoch klettern dürften. Gleichzeitig schrumpfte die Wirtschaft im April um 0,1 Prozent. Schwacher Wachstum bei drohender Inflation – die klassische Stagflation, der Albtraum eines jeden Volkswirts, klopft an die Tür.

Ein Reigen ratloser Notenbanken

Die Briten stehen mit ihrer Zaudernheit nicht allein. Die amerikanische Federal Reserve hielt ebenfalls still, während die Anleger nervös auf erste falkenhafte Signale des neuen Fed-Chefs reagierten. Die Europäische Zentralbank preschte als erste große Notenbank vor und hob ihren Leitzins angesichts der Energiekrise an. Die Bank of Japan zog nach und schraubte ihren Leitzins auf ein 31-Jahres-Hoch von einem Prozent.

"Vorerst spielt die Bank auf Zeit, statt zum Angriff überzugehen."

So fasste ein Ökonom die Lage treffend zusammen. Ein anderer warnte, die britische Geldpolitik stehe nun "am Scheideweg". Schöne Worte für das, was in Wahrheit ein blindes Tasten im Nebel der Weltpolitik ist.

Die trügerische Hoffnung auf Frieden

Zwar hätten Washington und Teheran einen Durchbruch in den Friedensverhandlungen erzielt – ein 14-Punkte-Memorandum sei unterzeichnet worden. Doch die Schließung der Straße von Hormuz, jener kritischen Schifffahrtsroute für das schwarze Gold, halte die Ölpreise weiterhin hoch. Die Märkte wetten nach wie vor auf eine Zinserhöhung bis Jahresende. So fragil ist das Fundament, auf dem unser Wohlstand ruht: Ein einziger Konflikt am anderen Ende der Welt genügt, um die Inflation in den Wohnzimmern Europas zu entfachen.

Was bedeutet das für den Sparer?

Die Lehre aus diesem Trauerspiel ist so alt wie ernüchternd: Wer sein Vermögen den Launen der Notenbanken und den Erschütterungen der Weltpolitik überlässt, spielt mit dem Feuer. Während Zentralbanken offen zugeben, gegen Energieschocks machtlos zu sein, und die Inflation am Ersparten nagt, gibt es Sachwerte, die seit Jahrtausenden Stürme überdauern. Physisches Gold und Silber kennen keine Zentralbankentscheidung, die ihren inneren Wert per Federstrich vernichten könnte. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten Edelmetalle jenen Anker, den Papierwährungen in Zeiten globaler Turbulenzen schmerzlich vermissen lassen.

Haftungsausschluss: Die in diesem Beitrag dargestellten Inhalte geben ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder und stellen keine Anlageberatung dar. Wir betreiben keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und seine Anlageentscheidungen selbst zu verantworten. Für etwaige Verluste übernehmen wir keine Haftung.

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