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22.10.2026
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„Zum Kotzen!“ Lobrecht zerlegt ARD und ZDF wegen Frankreich-Krawallen

„Zum Kotzen!“ Lobrecht zerlegt ARD und ZDF wegen Frankreich-Krawallen
Symbolbild: KI-generiert

Felix Lobrecht, einer der erfolgreichsten Comedians Deutschlands, geht hart mit den öffentlich-rechtlichen Sendern ins Gericht. In der neuen Folge seines Podcasts „Gemischtes Hack“ ärgert sich der 37-Jährige darüber, wie ARD und ZDF über die gewalttätigen Proteste in Frankreich berichten. Besonders das heute journal bekommt sein Fett weg.

Das Gewicht dieser Kritik ist nicht zu unterschätzen. Den Podcast macht Lobrecht zusammen mit Tommi Schmitt, das Duo hat gerade die Marke von einer Milliarde Streams geknackt. Einer Spotify-Sonderauswertung zum 20-jährigen Jubiläum zufolge ist „Gemischtes Hack“ der zweitmeistgehörte Podcast aller Zeiten.

Plünderungen, Straßenschlachten, Ausgangssperren

Der Hintergrund: Frankreich erlebt die schwersten Unruhen seit Jahren. Angefangen hatten die Proteste im September wegen des Lehrermangels. Inzwischen richten sie sich laut Agenturberichten ganz allgemein gegen Inflation, Sparkurs und soziale Ungleichheit. Am Wochenende eskalierte die Lage dann. In mehreren Städten lieferten sich Randalierer Straßenschlachten mit der Polizei, Hunderte Geschäfte wurden geplündert.

Das Innenministerium meldete zunächst mehr als 2000 Festnahmen und über 600 verletzte Beamte, spätere Berichte sprechen von rund 2500 Festnahmen. Premierminister Sébastien Lecornu ließ in einzelnen Städten Ausgangssperren verhängen. Justizminister Gérald Darmanin räumte im Sender France 2 Schwächen der Sicherheitsbehörden ein: „Ganz offensichtlich gehen sie nicht effektiv gegen die extreme Linke vor.“

Genau hier hakt Lobrecht ein. Er spricht von einer „Fokusverschiebung der Presse“, die Öffentlich-Rechtlichen hätten vergleichsweise zurückhaltend über die Eskalation berichtet.

„Wenn dann Leute anfangen, ’ne komplette Stadt kurz und klein zu kloppen, dann muss darüber berichtet werden.“

Wer friedlich demonstriere, müsse sich klar von den Gewalttätern abgrenzen. Man könne das schließlich nicht einfach „billigend in Kauf nehmen“.

„Stell Dir mal vor, das wären rechte Proteste!“

Schmitt hält dagegen, es werde sehr wohl berichtet. Lobrecht lässt das nicht gelten. Das Problem sei nicht, ob berichtet werde, sondern wie: Die Berichterstattung sei zu einseitig. Linke würden die Krawalle als „Widerstand gegen den Staat“ framen. Dann stellt er die Frage, die viele Zuschauer sich wohl schon lange stellen: Was wäre, wenn radikale Rechte so „frei drehen“ würden? Dann erwarte man von allen anderen Demonstranten eine „krasse Distanzierung“, und auch der Staat solle hart durchgreifen.

Mit seiner Kritik an doppelten Standards trifft Lobrecht einen wunden Punkt. Und der Mann ist kein Parteisoldat. Er gilt als Freigeist, der sich in keine politische Schublade stecken lässt.

Nachricht oder Meinung? Das heute journal im Visier

Verantwortlich für diese Schlagseite seien nach Lobrechts Ansicht auch die Öffentlich-Rechtlichen. Zwischen der Tagesschau und dem heute journal sieht er optisch kaum einen Unterschied, inhaltlich aber sehr wohl. Das ZDF-Magazin sei in seiner Wahrnehmung „viel, viel meinungsgefärbter“. Vom Publikum könne man nicht erwarten, diesen Unterschied zu erkennen.

„Ich reg’ mich jedes Mal, wenn ich das heute journal gucke, darüber auf, dass da nach so einem Bericht einfach so ein wertender Satz kommt. Oder, dass in der Berichterstattung die Meinung, die man dazu am besten haben sollte, mitgeliefert wird. Das find’ ich zum Kotzen!“

Das ist eine harte Ansage, und die Sender dürfte sie empfindlich treffen. Schließlich zahlen Millionen Haushalte Pflichtbeiträge für ein Programm, das zu Ausgewogenheit verpflichtet ist. Gerade die Gebührenzahler haben ein Recht darauf, dass Information und Kommentar klar getrennt werden.

Droht so etwas auch in Deutschland?

Ob solche Szenen auch hierzulande möglich wären, darüber sind sich die beiden Podcaster uneinig. Schmitt zweifelt daran. Lobrecht dagegen sieht die Gefahr durchaus: Er hoffe, dass so etwas in Deutschland nicht in der Luft liege, „aber es gibt schon viel Frust hier auf der Straße“.

Ganz aus der Luft gegriffen ist diese Sorge nicht. Medienberichten zufolge kursieren in sozialen Netzwerken bereits Aufrufe zu Protestaktionen am 31. Oktober in mehreren deutschen Städten, Polizei und Behörden beobachten die Lage. Berlin sollte genau hinschauen. Hohe Preise, eine wachsende Abgabenlast und das Gefühl vieler Bürger, von der Politik nicht gehört zu werden, sind auch in Deutschland ein gefährliches Gemisch.

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