
Zurück zum Mond: NASA wagt nach über 50 Jahren den nächsten großen Sprung

Es klingt fast wie ein verspäteter Aprilscherz, doch es ist bitterer Ernst: Am 1. April sollen erstmals seit Dezember 1972 wieder Menschen in Richtung Mond aufbrechen. Die NASA hat nach einer zweitägigen technischen Überprüfung grünes Licht für die Mission Artemis II erteilt – einen Testflug, der vier Astronauten auf eine zehntägige Reise um den Erdtrabanten und zurück schicken soll. Ein historischer Moment, der gleichzeitig die Frage aufwirft, warum die einstige Weltraum-Supermacht über ein halbes Jahrhundert brauchte, um diesen Schritt zu wiederholen.
Ein Testflug mit kalkuliertem Risiko
Die zuständige NASA-Direktorin Lori Glaze ließ keinen Zweifel daran, dass es sich um ein riskantes Unterfangen handele. Der Flug sei „nicht ohne Risiko", so Glaze, doch Team und Hardware seien bereit. Konkrete Zahlen zur Risikoeinschätzung wollte sich allerdings niemand entlocken lassen. Das statistische Risiko einer Artemis-Mondmission liege laut dem NASA-Generalinspekteur bei etwa eins zu 30 vom Start bis zur Wasserung im Pazifik. Zum Vergleich: Bei den legendären Apollo-Missionen lag dieses Verhältnis noch bei eins zu zehn. Fortschritt? Gewiss. Aber eben auch ein Eingeständnis, dass absolute Sicherheit in der bemannten Raumfahrt eine Illusion bleibt.
An Bord der Orion-Kapsel, die von der gewaltigen SLS-Schwerlastrakete ins All befördert wird, nehmen Kommandant Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch sowie der kanadische Astronaut Jeremy Hansen Platz. Die Besatzung wird den Mond auf einer sogenannten Free-Return-Bahn umrunden – ohne in eine Umlaufbahn einzutreten oder gar zu landen. Bei der größten Annäherung kommen die Astronauten bis auf rund 6600 Kilometer an die Mondoberfläche heran. Auf ihrer weiten Schleife hinter dem Mond entfernen sie sich dabei 407.000 Kilometer von der Erde – weiter als je ein Mensch zuvor.
Technische Pannen verzögerten den Start um Monate
Dass der Start überhaupt erst jetzt stattfinden kann, ist einer Reihe peinlicher technischer Probleme geschuldet. Ursprünglich war der Flug bereits für Anfang Februar vorgesehen. Doch Wasserstofflecks an den Treibstoffleitungen und Druckprobleme in der Oberstufe der Rakete erzwangen eine Verschiebung nach der anderen. Schadhafte Dichtungen mussten an der Startrampe ausgetauscht werden, und für die Reparatur des Drucksystems musste die gesamte Rakete zurück in die monumentale Montagehalle des Kennedy Space Center in Florida gebracht werden. Dort entdeckten Ingenieure ein verschobenes Dichtungsteil in einer Helium-Schnellkupplung – ein winziges Bauteil, das eine Milliardenmission um Wochen zurückwarf.
Sollte der Start am 1. April nicht gelingen, stünde ein Ausweichfenster in den ersten Apriltagen zur Verfügung. Danach würde sich der Flug voraussichtlich um einen weiteren Monat verschieben. Man kennt das Muster: Budgetengpässe, die Corona-Pandemie und immer neue technische Schwierigkeiten haben das ursprüngliche Zieldatum für eine bemannte Mondlandung – einst optimistisch auf 2024 angesetzt – bereits mehrfach nach hinten geschoben.
Die eigentliche Mondlandung lässt weiter auf sich warten
Wer nun glaubt, nach Artemis II stünde die Mondlandung unmittelbar bevor, wird enttäuscht. Die NASA hat die Gesamtarchitektur des Programms grundlegend überarbeitet und eine zusätzliche Testmission eingefügt. Bei Artemis III sollen Astronauten im kommenden Jahr zunächst in einer niedrigen Erdumlaufbahn an Mondlander von SpaceX und Blue Origin andocken, um Raumschiffe und Abläufe zu erproben. Erst mit Artemis IV, voraussichtlich im Jahr 2028, ist die erste bemannte Mondlandung im Rahmen des Programms geplant. Danach will die US-Raumfahrtbehörde eine Landemission pro Jahr durchführen.
Das Artemis-Programm ist dabei kein rein amerikanisches Projekt. Die europäische Weltraumagentur ESA liefert das Servicemodul für die Orion-Kapsel, Kanada stellt mit Jeremy Hansen einen Astronauten, und Japan beteiligt sich über die Raumfahrtbehörde JAXA an späteren Bausteinen wie dem Mondfahrzeug und dem geplanten Gateway-Außenposten in der Mondumlaufbahn.
Ein Wettlauf, den man nicht verlieren darf
Was bei all der technischen Detailverliebtheit gerne übersehen wird: Die Rückkehr zum Mond ist längst kein romantisches Abenteuer mehr, sondern knallharte Geopolitik. China treibt sein eigenes Mondprogramm mit beeindruckender Konsequenz voran und hat bereits mehrfach erfolgreich Sonden auf der Mondoberfläche gelandet. Peking plant eine bemannte Mondlandung noch vor 2030. Der Mond – mit seinen vermuteten Rohstoffvorkommen und seiner strategischen Bedeutung – könnte zum nächsten großen Schauplatz des Systemwettbewerbs zwischen den USA und China werden.
Dass ausgerechnet die USA, die Nation, die 1969 als erste Menschen auf den Mond brachte, nun über fünf Jahrzehnte brauchte, um auch nur einen bemannten Testflug in Mondnähe zu wiederholen, ist ein ernüchterndes Zeugnis dafür, wie bürokratische Schwerfälligkeit, politische Kurzsichtigkeit und chronische Unterfinanzierung selbst die ambitioniertesten Programme ausbremsen können. Es bleibt zu hoffen, dass Artemis II am 1. April tatsächlich abhebt – und dass dieser historische Flug nicht nur ein symbolischer Akt bleibt, sondern der Beginn einer neuen Ära der Mondforschung, die den freien Westen im Wettlauf um die Vorherrschaft im All nicht ins Hintertreffen geraten lässt.
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