
Aldi Süd streicht hunderte Stellen – Mitarbeiter sprechen von „unsozialen Zügen"

Während die Kassen klingeln und die Umsätze sprudeln, greift der Discounter-Riese Aldi Süd zur Axt. Bis zu 500 Arbeitsplätze sollen in den kommenden Jahren der Effizienzsteigerung zum Opfer fallen. Ein Vorgang, der einmal mehr zeigt, wie weit sich die Prioritäten großer Konzerne von den Interessen ihrer Belegschaft entfernt haben.
Rekordgewinne und Massenentlassungen – der neue Normalzustand
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Aldi Nord und Aldi Süd erwirtschafteten im Jahr 2023 gemeinsam satte 112 Milliarden Euro Nettoumsatz weltweit. Doch statt diese Erfolge mit jenen zu teilen, die sie ermöglicht haben, setzt das Unternehmen den Rotstift an. In der Deutschlandzentrale in Mülheim an der Ruhr, wo derzeit rund 2000 Menschen beschäftigt sind, sollen die Bereiche Buchhaltung, Personal und Einkauf massiv ausgedünnt werden.
Besonders pikant: Der Stellenabbau hat bereits im vergangenen Jahr begonnen – still und leise, während man nach außen hin weiterhin das Bild eines prosperierenden Unternehmens pflegte. Bundesweit beschäftigt Aldi Süd etwa 50.000 Mitarbeiter. Wie viele davon langfristig noch gebraucht werden, steht in den Sternen.
Auch die IT-Sparte blutet
Nicht nur die klassischen Verwaltungsbereiche sind betroffen. Die erst vor rund einem Jahr mit großem Tamtam und eigenem Branding aufgebaute IT-Einheit „Aldi DX" erlebt nun ebenfalls einen drastischen Personalabbau. Mindestens eine dreistellige Zahl von Stellen soll hier wegfallen. Eine bemerkenswerte Kehrtwende für eine Sparte, die eigentlich die digitale Zukunft des Konzerns sichern sollte.
Stattdessen setzt Aldi Süd verstärkt auf externe Dienstleister. Der indische IT-Gigant „Tata Consultancy Services" verkündete kürzlich stolz den Ausbau der Partnerschaft mit dem deutschen Discounter. Outsourcing, so berichten Branchenkenner, habe sich bei Aldi Süd mittlerweile zu einem gängigen Mittel entwickelt. Die Botschaft an die eigene Belegschaft könnte kaum deutlicher sein.
Büropflicht als Kündigungsanreiz?
Doch damit nicht genug. Parallel zum Stellenabbau plant das Unternehmen offenbar auch Änderungen in der Arbeitskultur. Mitarbeiter sollen künftig an mindestens zwei Tagen pro Woche im Büro in Mülheim erscheinen. Branchenexperten vermuten hinter dieser Maßnahme ein kalkuliertes Vorgehen: Wer den Weg zur Arbeit nicht mehr auf sich nehmen will oder kann, kündigt womöglich von selbst – und spart dem Unternehmen teure Abfindungen.
„Bei Aldi DX nimmt es immer mehr unsoziale Züge an"
So beschreibt ein Mitarbeiter auf dem Bewertungsportal Kununu die aktuelle Stimmung. Ein anderer spricht unverhohlen von „Massenentlassungen". Die Frustration in der Belegschaft scheint greifbar.
Effizienz über alles – auf Kosten der Menschen
Das Unternehmen selbst gibt sich betont sachlich. Man setze seit jeher auf schlanke Strukturen und Prozesse, die kontinuierlich weiterentwickelt würden, heißt es in einer Stellungnahme. Der Einzelhandel bleibe nicht stehen, und das tue man auch nicht. Schöne Worte, die für die Betroffenen jedoch wie blanker Hohn klingen dürften.
Was wir hier beobachten, ist symptomatisch für eine Wirtschaftsordnung, in der Rendite über Menschlichkeit gestellt wird. Während die Konzernspitze von Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit spricht, verlieren hunderte Familien ihre wirtschaftliche Grundlage. Und das in einem Land, das sich gerne als Sozialstaat bezeichnet.
Die Entwicklung bei Aldi Süd reiht sich nahtlos ein in eine Serie von Hiobsbotschaften aus der deutschen Wirtschaft. Ob Automobilindustrie, Einzelhandel oder Technologiesektor – überall wird gespart, gestrichen und outgesourct. Die Zeche zahlen am Ende immer dieselben: die arbeitende Bevölkerung, die trotz aller Lippenbekenntnisse zur sozialen Marktwirtschaft zunehmend auf der Strecke bleibt.
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