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Kettner Edelmetalle
02.03.2026
21:28 Uhr

Aluminiumpreis explodiert: Nahostkrieg bedroht globale Rohstoffversorgung

Aluminiumpreis explodiert: Nahostkrieg bedroht globale Rohstoffversorgung

Der Aluminiummarkt steht unter Schock. Während die Welt gebannt auf die dramatische Eskalation im Nahen Osten blickt, schießt der Preis des Leichtmetalls an der Londoner Metallbörse (LME) um 1,7 Prozent auf 3.194,50 US-Dollar pro Tonne nach oben – der höchste Stand seit Januar. Was sich am Wochenende zwischen den USA, Israel und dem Iran abgespielt hat, könnte die globalen Lieferketten für eines der wichtigsten Industriemetalle der Welt nachhaltig erschüttern.

Die Straße von Hormus als Achillesferse der Weltwirtschaft

Im Zentrum der Sorgen steht die Straße von Hormus – jener schmale Wasserweg vor der iranischen Küste, durch den ein Großteil der nahöstlichen Aluminiumproduktion verschifft wird. Die Region verantwortet nach Angaben der Beratungsfirma AZ China rund neun Prozent der weltweiten Aluminiumproduktionskapazität. Neun Prozent – das klingt zunächst überschaubar. Doch wer die fragilen Gleichgewichte der globalen Rohstoffmärkte kennt, weiß: Schon geringfügige Störungen können eine Kettenreaktion auslösen, die Preise in schwindelerregende Höhen treibt.

Emirates Global Aluminum, der größte Produzent der Vereinigten Arabischen Emirate, betreibt Schmelzanlagen in Dubai und Abu Dhabi. Aluminium Bahrain unterhält eine der weltweit größten Einzelstandort-Schmelzen. Und genau diese Produktionsstätten befinden sich nun in unmittelbarer Nähe eines sich ausweitenden Konflikts. Die VAE bestätigten bereits, dass Trümmerteile einer Luftabwehr-Interception einen Brand an einem der Liegeplätze des Jebel-Ali-Hafens in Dubai verursacht hätten – nur wenige Kilometer von den EGA-Anlagen entfernt.

Trumps aggressive Außenpolitik als Brandbeschleuniger

US-Präsident Donald Trump erklärte unmissverständlich, die amerikanischen Streitkräfte würden den Iran so lange bombardieren, bis seine Ziele erreicht seien. Er forderte das iranische Militär und die Polizei zur Kapitulation auf – andernfalls drohe ihnen der „sichere Tod". Teheran reagierte mit Raketenwellen auf Nachbarländer, darunter Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain. Ausgerechnet jene Staaten also, die zu den bedeutendsten Aluminiumproduzenten der Welt zählen.

Man muss kein Geopolitik-Experte sein, um zu erkennen, welch explosive Mischung hier zusammenkommt. Trumps kompromisslose Außenpolitik mag in ihrer Entschlossenheit beeindrucken – doch die wirtschaftlichen Kollateralschäden für die globalen Rohstoffmärkte sind bereits jetzt erheblich. Bereits Ende Januar hatte der Aluminiumpreis in London seinen höchsten Stand seit 2022 erreicht, und die US-Midwest-Prämie – ein zentraler Referenzwert – kletterte im vergangenen Monat auf ein Rekordhoch von über einem Dollar pro Pfund.

Rio Tinto zieht sich aus Verhandlungen zurück

Wie ernst die Lage ist, zeigt das Verhalten der Branchenriesen. Der Bergbaukonzern Rio Tinto, dank seiner Schmelzanlagen in Kanada und Australien einer der weltweit führenden Aluminiumlieferanten, hat die Verhandlungen mit japanischen Kunden über Lieferungen im zweiten Quartal ausgesetzt. Zuvor hatte das Unternehmen eine Prämie von 250 US-Dollar pro Tonne über dem LME-Preis angeboten – der höchste Aufschlag seit mindestens 2015. Doch selbst dieses Angebot wurde angesichts der eskalierenden Lage zurückgezogen. Ein unmissverständliches Signal an die Märkte.

Backwardation und Milliardenwetten: Der Markt riecht die Knappheit

Die Preisspreads am Aluminiummarkt haben sich am Montag deutlich verengt. Spot-Kontrakte werden mittlerweile mit einem Aufschlag gegenüber späteren Terminkontrakten gehandelt – eine sogenannte Backwardation, die signalisiert, dass die aktuelle Nachfrage das Angebot übersteigt. Bereits in der vergangenen Woche hatten massive Optionsgeschäfte mit einem Nominalwert von mehreren Milliarden Dollar die Aufmerksamkeit der Marktteilnehmer auf sich gezogen. Die Kaufoptionen zielten auf April-Kontrakte mit Preisen zwischen 3.300 und 3.500 Dollar pro Tonne – offenkundig Wetten auf eine gravierende Verknappung des Metalls.

Li Xuezhi, Forschungsleiter bei Chaos Ternary Futures, brachte es auf den Punkt: Potenzielle Unterbrechungen der Bauxit- oder Aluminiumoxid-Lieferungen, die die Schmelzanlagen im Nahen Osten versorgen, stellten ein sehr erhebliches Risiko dar. Aluminiumschmelzen halten typischerweise nur ein bis zwei Wochen an Aluminiumoxid-Vorräten vor – in Regionen mit anfälliger Logistik mitunter etwas mehr. Das begrenzt zwar die unmittelbaren Produktionsrisiken, doch höhere Kriegsrisikoprämien, steigende Frachtraten und zunehmende Lieferverzögerungen aus dem Golf seien die wahrscheinlichsten kurzfristigen Auswirkungen, wie Analysten der Citigroup um Wenyu Yao in einer Analyse festhielten.

Iran verliert bereits Produktionskapazität

Der Iran selbst verfügt über eine jährliche Aluminiumschmelzkapazität von rund 790.000 Tonnen. Davon seien bereits 50.000 bis 80.000 Tonnen stillgelegt worden, da Industriebetriebe Vorsichtsmaßnahmen während des Konflikts ergriffen hätten, berichtete AZ China. Weitere Produktionsstopps könnten folgen, sollte der Hafenbetrieb zum Erliegen kommen.

Der Aluminiummarkt stehe nun vor einem „zweiseitigen makroökonomischen Tauziehen", so die Citi-Analysten. Einerseits drohten die Ereignisse am Golf, die regionalen Prämien in Europa und den USA weiter nach oben zu treiben. Andererseits übten Risikoaversion und die Stärke des US-Dollars einen gegenläufigen Druck aus. Der Dollar legte am Montag deutlich zu – ein Gegenwind für alle in der US-Währung notierten Rohstoffe. So verlor etwa Kupfer seine anfänglichen Gewinne und schloss 1,8 Prozent tiefer.

Auch Eisenerz und Stahl betroffen

Die Auswirkungen des Konflikts beschränken sich keineswegs auf Aluminium. Eisenerz schloss in Singapur 0,8 Prozent höher bei 99,10 Dollar pro Tonne. Der Nahe Osten ist ein bedeutender Produzent von Eisenerzpellets mit einem Weltmarktanteil von 13 Prozent, wie BMO Global Commodities Research hervorhebt. Auch die chinesischen Stahlexporte in die Region hätten zuletzt zugenommen.

Gold als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten

Während die Industriemetalle zwischen Angebotssorgen und Dollarstärke hin- und hergerissen werden, zeigt sich einmal mehr die zeitlose Stärke der Edelmetalle. Der Goldpreis stieg am selben Tag auf ein Einmonatshoch – ein klares Zeichen dafür, dass Anleger in Zeiten geopolitischer Verwerfungen instinktiv zu dem greifen, was seit Jahrtausenden als ultimativer Wertspeicher gilt. Wer angesichts solcher Entwicklungen noch immer glaubt, physische Edelmetalle seien ein Relikt vergangener Zeiten, dem sei ein Blick auf die Realität empfohlen: In einer Welt, in der Konflikte über Nacht ganze Lieferketten lahmlegen können, in der Währungen durch politische Entscheidungen entwertet werden und in der die Inflation durch immer neue Schuldenorgien – man denke nur an das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen der neuen Bundesregierung – weiter angeheizt wird, bieten Gold und Silber jene Stabilität, die kein Papiergeld der Welt garantieren kann.

Die aktuelle Eskalation im Nahen Osten ist ein weiterer Weckruf. Sie erinnert uns daran, wie fragil die globalisierte Wirtschaftsordnung tatsächlich ist – und wie schnell vermeintliche Gewissheiten in sich zusammenfallen können. Physische Edelmetalle als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio sind in solchen Zeiten keine Spekulation, sondern schlicht vernünftige Vorsorge.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und spiegeln die Meinung unserer Redaktion wider. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls unter Hinzuziehung eines qualifizierten Finanzberaters getroffen werden. Für etwaige Verluste, die aus der Nutzung der hier bereitgestellten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.

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