
Angst vor dem Wohnungsverlust: Jeder zweite Mieter in Alarmstimmung

Die Mietenkrise in Deutschland hat eine neue Qualität erreicht. Laut dem am Montag veröffentlichten „Mietenreport 2026“ des Deutschen Mieterbunds (DMB) fürchtet jeder zweite Mieter (50 Prozent), im Fall eines Umzugs keine bezahlbare Wohnung mehr zu finden. Grundlage ist eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.021 Mieterinnen und Mietern, die zwischen dem 29. Juni und dem 7. Juli erhoben wurde.
Wenn die Wohnung zum Existenzrisiko wird
Die Zahlen sind ein Alarmsignal. 29 Prozent der Befragten sorgen sich, ihre Miete künftig nicht mehr stemmen zu können. Und 58 Prozent berichten, dass ihre Wohnkosten – Kaltmiete oder Nebenkosten – binnen der vergangenen zwölf Monate gestiegen sind.
DMB-Präsidentin Melanie Weber-Moritz bilanziert, die Mietenkrise habe sich verfestigt. Besonders bemerkenswert: Viele Mieter lebten in Angst vor dem Verlust ihrer Wohnung – und schreckten deshalb davor zurück, überhaupt ihre Rechte einzufordern, etwa eine Mietsenkung unter Verweis auf die Mietpreisbremse.
Wer Angst hat, seine Wohnung zu verlieren, verzichtet lieber auf sein gutes Recht, als sich mit dem Vermieter anzulegen.
Das eigentliche Problem: Es wird schlicht zu wenig gebaut
Doch woher kommt der Druck? Aus Sicht unserer Redaktion ist die Antwort unbequem – und sie liegt nicht bei den Vermietern, sondern in Berlin. Das jahrelang beschworene politische Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde krachend verfehlt.
Nach Angaben der Bauwirtschaft wurden 2025 rund 238.500 Wohnungen genehmigt – ein Plus von knapp elf Prozent gegenüber dem Vorjahr, aber weit entfernt vom Bedarf. Bei den tatsächlichen Fertigstellungen sieht es noch düsterer aus: Verbandsangaben zufolge wurde die 400.000er-Marke um mehr als die Hälfte verfehlt, weil zahlreiche Genehmigungen gar nicht erst in Beton gegossen wurden.
Explodierende Baukosten, ausufernde Energie- und Dämmvorschriften, Grunderwerbsteuer, Bauordnungsdickicht und Zinswende haben den Wohnungsbau abgewürgt. Wer Angebot verknappt, darf sich über Preise nicht wundern – das ist keine Ideologie, sondern Marktlogik.
Mietpreisbremse: Pflaster auf einer offenen Wunde
Die Politik reagiert – wie so oft – mit Regulierung statt mit Angebot. Der Bundestag hat die Mietpreisbremse bis Ende 2029 verlängert. Sie gilt jedoch nur in ausgewiesenen Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt, nicht flächendeckend.
Kritiker wenden ein, ein Preisdeckel schaffe keine einzige zusätzliche Wohnung – im Gegenteil: Er könne Investoren zusätzlich abschrecken. Medienberichten zufolge wird zudem über eine Kürzung des Wohngelds ab 2027 diskutiert, was die Lage für einkommensschwache Haushalte weiter verschärfen dürfte.
Wohnen als Wohlstandsfrage
Für Millionen Bürger ist die Miete längst der größte Posten im Haushaltsbudget. Wer 40 Prozent seines Nettoeinkommens fürs Dach über dem Kopf abgibt, kann kaum Rücklagen bilden – weder für das Alter noch für die Familie.
Genau hier liegt die stille Sprengkraft dieser Krise: Sie frisst die Sparfähigkeit der Mittelschicht auf. Wer trotz allem Vermögen sichern will, setzt traditionell auf Sachwerte – neben Immobilien gehören physische Edelmetalle wie Gold und Silber seit Jahrhunderten zu den bewährten Bausteinen eines breit gestreuten Vermögens.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Rechts- oder Steuerberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.
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