
Atomares Pulverfass New York: Wenn Baerbock zwischen Supermächten vermitteln soll
Es ist eine bittere Pointe der Geschichte: Ausgerechnet jene Politikerin, die als deutsche Außenministerin für ihre rhetorischen Entgleisungen und außenpolitischen Patzer berühmt-berüchtigt wurde, sitzt nun als Präsidentin der UN-Generalversammlung am Steuer, wenn die Welt am Montag in New York über das Schicksal des nuklearen Gleichgewichts verhandelt. Die 11. Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags (NPT) beginnt unter denkbar schlechten Vorzeichen – und das ist noch eine vorsichtige Formulierung.
Ein Kartenhaus aus Verträgen ist eingestürzt
Vertreter aus 191 Staaten kommen im UN-Hauptquartier zusammen, um über ein Abkommen zu beraten, das seit 1970 das Fundament der globalen Atomordnung bildet. Doch das Fundament bröckelt. Der INF-Vertrag über landgestützte Mittelstreckenraketen? Geschichte – 2019 von den USA aufgekündigt, kurz darauf von Russland ausgesetzt. Das Open-Skies-Abkommen, einst Symbol gegenseitigen Vertrauens? Faktisch tot. Und der New-Start-Vertrag, das letzte verbliebene große Rüstungskontrollabkommen zwischen Washington und Moskau, lief am 5. Februar 2026 endgültig aus, ohne dass auch nur die Konturen eines Nachfolgeabkommens erkennbar wären.
Damit fehlt erstmals seit Jahrzehnten ein verbindlicher Rahmen, in dem die größten Atommächte ihre Arsenale gegenseitig begrenzen. Während sich die USA und Russland gegenseitig misstrauen wie zu Zeiten Brežnews, baut China sein Atomarsenal in atemberaubendem Tempo aus – und weigert sich beharrlich, sich überhaupt auf irgendwelche Begrenzungsregime einzulassen. Peking spielt nach eigenen Regeln.
"Schlimmer als der Höhepunkt des Kalten Krieges"
Der vietnamesische Diplomat Do Hung Viet, der die Verhandlungen leiten wird, warnte im Vorfeld vor einer Lage, wie sie selbst auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges nicht zu beobachten gewesen sei. Eine Einschätzung, die aufhorchen lassen sollte. Denn während die deutsche Politik sich seit Jahren mit Genderfragen, Heizungsgesetzen und ideologischen Nebenkriegsschauplätzen beschäftigt, hat sich die geopolitische Großwetterlage dramatisch verschoben.
Russlands Sonderbeauftragter Andrej Beloussow ließ vorab verlauten, Moskau wolle den Vertrag "bewahren", werfe dem Westen aber gleichzeitig politische Instrumentalisierung vor. Die amerikanische Delegation pocht auf bestehende Nichtverbreitungsverpflichtungen. China? Schweigt zu seinem wachsenden Arsenal und vermeidet jede verbindliche Zusage. Drei Atommächte, drei Erzählungen, kein gemeinsamer Nenner.
Deutschlands paradoxe Rolle
Besonders pikant ist die Position Deutschlands. Berlin fordert offiziell seit Jahren atomare Abrüstung – und ist gleichzeitig integraler Bestandteil der nuklearen Abschreckung der NATO. US-Atomwaffen lagern auf deutschem Boden, deutsche Tornado-Piloten trainieren für den Ernstfall ihren Einsatz. Diese Doppelmoral, die in keiner deutschen Talkshow ernsthaft thematisiert wird, ist symptomatisch für eine Außenpolitik, die seit Jahren zwischen moralischem Anspruch und realpolitischer Notwendigkeit schwankt – ohne sich zu entscheiden.
Gleichzeitig wird in Berlin und Paris hinter verschlossenen Türen über eine stärkere europäische Abschreckung diskutiert, möglicherweise unter Einbeziehung französischer Nuklearfähigkeiten. Ein Eingeständnis, dass man sich auf den amerikanischen Schutzschirm unter Donald Trump nicht mehr blind verlassen mag.
12.200 Sprengköpfe – und ein wachsender Anteil ist einsatzbereit
Nach Angaben des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI gab es Anfang 2025 weltweit rund 12.200 nukleare Sprengköpfe – ein wachsender Teil davon ist einsatzbereit. Alle Atommächte modernisieren ihre Bestände. Israel ist dem NPT nie beigetreten und bleibt der Elefant im Raum, wenn über eine atomwaffenfreie Zone im Nahen Osten debattiert wird. Das iranische Atomprogramm, das frühere Atomabkommen gilt nach den Eskalationen des Sommers 2025 als faktisch gescheitert.
Bereits die letzten beiden Konferenzen 2015 und 2022 endeten ohne Abschlusserklärung. Daryl Kimball von der Arms Control Association warnte, ein erneutes Scheitern wäre ein "sehr ernstes Signal" für die Stabilität des gesamten Systems und würde das Risiko weiterer Aufrüstung dramatisch erhöhen.
Was bedeutet das für den Bürger?
Die Welt bewegt sich auf eine neue Phase atomarer Aufrüstung zu, ohne dass es gemeinsame Spielregeln gäbe. In Zeiten geopolitischer Verwerfungen, in denen Verträge zerfallen wie morsches Holz und Vertrauen zwischen Großmächten ein knappes Gut geworden ist, suchen kluge Anleger seit jeher nach Vermögenswerten, die nicht von politischen Stimmungslagen oder dem Wohlwollen fremder Regierungen abhängen. Physische Edelmetalle haben in jeder geopolitischen Krise der vergangenen Jahrhunderte ihre Funktion als wertstabiler Anker bewiesen – ein historisches Faktum, das gerade in Zeiten zerfallender Sicherheitsarchitekturen an Bedeutung gewinnt.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen durchzuführen und seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich zu treffen. Eine Haftung für Anlageentscheidungen, die auf Basis dieses Artikels getroffen werden, ist ausgeschlossen.

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