
Australiens Wirtschaft am Abgrund: Firmenpleiten übersteigen selbst das Corona-Niveau

Was sich derzeit auf dem fünften Kontinent abspielt, sollte auch hierzulande die Alarmglocken schrillen lassen. Australien – lange Zeit als wirtschaftliches Wunderland gefeiert, das selbst die Finanzkrise 2008 nahezu unbeschadet überstand – erlebt eine beispiellose Welle finanzieller Schieflagen in der Unternehmenslandschaft. Die Zahl der Firmen, die ihre Schulden nicht mehr bedienen können, übertrifft mittlerweile sogar die düsteren Rekordwerte aus der COVID-19-Pandemie. Ein Warnsignal, das weit über Australien hinaus Bedeutung hat.
Rekordverdächtige „Going Concern"-Warnungen
Laut einem aktuellen Bericht der Chartered Accountants Australia and New Zealand (CA ANZ) war 2025 ein Rekordjahr für sogenannte „Going Concern"-Hinweise – jene gefürchteten Vermerke von Wirtschaftsprüfern, die signalisieren, dass ein Unternehmen möglicherweise innerhalb der nächsten zwölf Monate zahlungsunfähig werden könnte. 28 Prozent aller börsennotierten australischen Unternehmen außerhalb des Bergbausektors erhielten einen solchen Vermerk. Zum Vergleich: 2021 waren es noch 20 Prozent. In Neuseeland liegt der Wert bei 15 Prozent, in vergleichbaren Industrieländern international bei gerade einmal 8 Prozent.
Noch dramatischer sieht es im australischen Bergbausektor aus, der traditionell als Rückgrat der Wirtschaft gilt. Hier stieg die Quote auf nahezu 50 Prozent – gegenüber 32 Prozent im Jahr 2021. Fast jedes zweite Bergbauunternehmen steht also auf der Kippe. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Selbst auf dem Höhepunkt der pandemiebedingten Verwerfungen war die Lage weniger prekär als heute.
Die schleichende Erosion des Unternehmertums
Parallel zu dieser akuten Krise offenbart ein zweiter Bericht des Committee for the Economic Development of Australia (CEDA) ein strukturelles Problem, das mindestens ebenso beunruhigend ist. Obwohl bis zu 13 Prozent der Australier im erwerbsfähigen Alter und sogar 47 Prozent der Oberstufenschüler den Wunsch hegen, sich selbstständig zu machen oder ein Unternehmen zu gründen, schlägt sich dieser Enthusiasmus nicht in einer wachsenden Zahl neuer Betriebe nieder.
CEDA-Geschäftsführerin Melinda Cilento brachte es auf den Punkt: Der Anteil der Unternehmenseigentümer an der Erwerbsbevölkerung sei in den vergangenen zwei Jahrzehnten stetig gesunken und habe im vergangenen Jahr einen historischen Tiefstand erreicht. Besonders drastisch falle der Rückgang bei Unternehmern aus, die tatsächlich Mitarbeiter beschäftigen. Was stattdessen wächst, sind Einzelunternehmer – Solo-Selbstständige ohne Angestellte.
Die Illusion der „Side Hustles"
Dieser Trend geht einher mit dem Aufstieg der sogenannten „Side Hustles", der Zweitjobs und der Plattformökonomie. Was auf den ersten Blick nach unternehmerischer Dynamik aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Symptom wirtschaftlicher Not. Die meisten dieser Nebentätigkeiten dienen lediglich dazu, das Haushaltseinkommen aufzubessern – nicht etwa, um die nächste Generation beschäftigungsintensiver Unternehmen aufzubauen. Es ist der Unterschied zwischen einem Gründer, der Arbeitsplätze schafft, und einem Uber-Fahrer, der abends noch ein paar Dollar zusammenkratzt, um die Miete bezahlen zu können.
Bürokratie als Innovationskiller
CEDA fordert von der australischen Bundesregierung entschlossene Maßnahmen: den Abbau bürokratischer Hürden, die Vereinfachung von Förderprogrammen, einen besseren Zugang zu Finanzierungen und Versicherungen sowie die Beseitigung wettbewerbsfeindlicher Hindernisse. Forderungen, die einem auch in Deutschland mehr als bekannt vorkommen dürften. Denn was Australien gerade durchlebt, ist kein isoliertes Phänomen – es ist das Ergebnis einer Politik, die Unternehmer mit Regulierungswut erstickt, statt ihnen den Weg zu ebnen.
Auch hierzulande kennen wir das Lied nur zu gut. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar vollmundig versprochen, die Wirtschaft zu entfesseln, doch gleichzeitig wurde ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen beschlossen, das kommende Generationen mit Schulden belastet. Bürokratieabbau bleibt in Deutschland seit Jahrzehnten ein leeres Versprechen, während die Regulierungsdichte stetig zunimmt. Wer in diesem Land ein Unternehmen gründen will, braucht mittlerweile mehr Durchhaltevermögen für den Papierkram als für das eigentliche Geschäft.
Die wahren Ursachen: Inflation, Zinsen und geopolitisches Chaos
Die Wirtschaftsprüfer von CA ANZ identifizieren die Ursachen der australischen Misere klar und deutlich: globale Handelsunsicherheiten, Marktvolatilität, höhere Zinsen und anhaltender Inflationsdruck. Amir Ghandar von CA ANZ formulierte es treffend – die Wirtschaftsprüfer würden inzwischen größere Unsicherheiten signalisieren als während der Pandemie selbst. Denn während ein akuter Schock wie COVID-19 irgendwann vorübergeht, seien die anhaltenden wirtschaftlichen Belastungen rund um Liquidität, Refinanzierung und künftige Profitabilität für Unternehmen mindestens ebenso herausfordernd.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Erhebung noch vor der jüngsten Eskalation im Nahen Osten und dem daraus resultierenden Energiepreisschock durchgeführt wurde. Die tatsächliche Lage dürfte also noch weitaus dramatischer sein, als die ohnehin schon alarmierenden Zahlen vermuten lassen.
Ein globales Warnsignal
Was in Australien geschieht, ist kein lokales Problem. Es ist ein Spiegelbild der Verwerfungen, die die gesamte westliche Welt erfasst haben. Trumps massive Zollerhöhungen – 20 Prozent auf EU-Importe, 34 Prozent auf China – verschärfen die globalen Handelsspannungen zusätzlich. Die Lieferketten, die während der Pandemie bereits unter enormem Druck standen, werden durch geopolitische Konflikte und protektionistische Maßnahmen weiter strapaziert. Und die Notenbanken, die mit ihrer jahrelangen Nullzinspolitik die Grundlage für die aktuelle Inflationsspirale gelegt haben, stehen nun vor dem Dilemma, dass höhere Zinsen zwar die Inflation bekämpfen, gleichzeitig aber Unternehmen reihenweise in die Insolvenz treiben.
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig es ist, Vermögenswerte zu besitzen, die nicht von der Zahlungsfähigkeit Dritter abhängen. Während Aktien von Unternehmen, die morgen schon zahlungsunfähig sein könnten, an Wert verlieren und Anleihen unter steigenden Zinsen leiden, haben sich physische Edelmetalle über Jahrtausende als verlässlicher Wertspeicher bewährt. Gold und Silber kennen keine „Going Concern"-Warnungen – sie sind und bleiben ein solides Fundament in jedem breit aufgestellten Portfolio.
„Dieses Ausmaß an Unsicherheit übersteigt das, was auf dem Höhepunkt der COVID-Verwerfungen zu beobachten war, und spiegelt die kumulativen Auswirkungen globaler Handelsunsicherheit, Marktvolatilität, höherer Zinsen und anhaltenden Inflationsdrucks auf die Überlebensfähigkeit von Unternehmen wider."
– Chartered Accountants Australia and New Zealand
Die Botschaft aus Down Under ist unmissverständlich: Die wirtschaftlichen Fundamente bröckeln – und zwar schneller und tiefer, als es die meisten wahrhaben wollen. Wer jetzt nicht handelt und sein Vermögen absichert, könnte schon bald ein böses Erwachen erleben.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, gründlicher Recherche basieren. Wir empfehlen, vor jeder Anlageentscheidung einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. Für etwaige Verluste, die aus der Umsetzung der in diesem Artikel genannten Informationen resultieren, übernehmen wir keinerlei Haftung.
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