
Bank of America kauft sich aus Epstein-Skandal frei – Vergleich mit Missbrauchsopfern

Es ist ein weiteres Kapitel in einer der abscheulichsten Kriminalgeschichten der jüngeren amerikanischen Geschichte: Die Bank of America, zweitgrößtes Geldinstitut der Vereinigten Staaten, hat sich offenbar mit den Opfern des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein auf einen Vergleich geeinigt. Die Frauen hatten der Großbank vorgeworfen, durch das bewusste Ignorieren verdächtiger Finanztransaktionen den systematischen Missbrauch durch Epstein ermöglicht zu haben. Statt sich einem Prozess zu stellen, wählt das Institut nun den diskreten Weg der außergerichtlichen Einigung.
Profit vor Opferschutz?
Die Sammelklage, eingereicht im Oktober unter dem Pseudonym „Jane Doe", zeichnete ein erschreckendes Bild: Die Bank of America habe trotz einer „Fülle von Informationen" über Epsteins Verbrechen verdächtige Finanzbewegungen schlicht ignoriert – weil der Profit schwerer wog als der Schutz der Opfer. Ein Vorwurf, der in seiner Schwere kaum zu überbieten ist.
Die Bank selbst hatte die Anschuldigungen stets als „fadenscheinig und haltlos" zurückgewiesen. Man habe lediglich routinemäßige Bankdienstleistungen für Personen erbracht, die zum damaligen Zeitpunkt keine bekannten Verbindungen zu Epstein gehabt hätten. Doch Richter Jed Rakoff sah das im Januar anders und entschied, dass die Klage zugelassen werden müsse – die Bank habe sich den Vorwurf gefallen zu lassen, wissentlich vom Sexhandel profitiert und die Durchsetzung des Bundesgesetzes zum Schutz von Menschenhandelsopfern behindert zu haben.
Milliardär Leon Black im Fadenkreuz
Besonders brisant: Zu den von der Klägerin aufgezeigten verdächtigen Transaktionen gehörten Zahlungen des Milliardärs Leon Black, Mitgründer des Finanzriesen Apollo Global Management, an Epstein. Black war 2021 als Vorstandsvorsitzender von Apollo zurückgetreten, nachdem eine externe Untersuchung ergeben hatte, dass er Epstein sage und schreibe 158 Millionen Dollar für Steuer- und Nachlassplanung gezahlt hatte. 158 Millionen Dollar. Für „Steuerberatung". Man muss kein Verschwörungstheoretiker sein, um bei solchen Summen ins Grübeln zu kommen.
Black bestreitet jegliches Fehlverhalten und behauptet, von Epsteins kriminellen Machenschaften nichts gewusst zu haben. Eine unter Eid stehende Befragung Blacks, die für den 26. März angesetzt war, dürfte durch den Vergleich nun hinfällig werden. Ebenso der für Mai geplante Prozess. Wie praktisch.
Ein Muster der Vertuschung im Bankensektor
Die Bank of America ist keineswegs das erste Finanzinstitut, das sich im Epstein-Komplex freikauft. Die Anwälte der Opfer hatten bereits 2023 Vergleiche mit JPMorgan Chase über 290 Millionen Dollar und mit der Deutschen Bank über 75 Millionen Dollar erzielt. Die genaue Summe des aktuellen Vergleichs mit der Bank of America wurde bislang nicht öffentlich gemacht – der Richter muss der Einigung noch zustimmen.
Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack. Drei der größten Banken der westlichen Welt haben offenbar jahrelang weggeschaut, während ein Netzwerk des organisierten Missbrauchs florierte. Die Vergleichszahlungen mögen den Opfern eine gewisse finanzielle Genugtuung verschaffen, doch die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet: Wer wusste was – und wann?
Epsteins Tod und die offenen Fragen
Jeffrey Epstein starb im August 2019 in einer Gefängniszelle in Manhattan, während er auf seinen Prozess wegen Sexhandels wartete. Sein Tod wurde offiziell als Suizid eingestuft. Dass diese Erklärung bis heute von weiten Teilen der Öffentlichkeit angezweifelt wird, spricht Bände über das Vertrauen in die Institutionen.
Die Anwältin der Klägerinnen, Sigrid McCawley, kommentierte den Vergleich mit den Worten, die Einigung sei „ein weiterer Schritt auf dem Weg zu wohlverdienter Gerechtigkeit". Ob Gerechtigkeit allerdings jemals vollständig hergestellt werden kann, wenn sich Großbanken mit Millionenzahlungen aus der Verantwortung stehlen und die wahren Hintermänner im Schatten bleiben, darf bezweifelt werden.
Der Fall Epstein offenbart einmal mehr die dunkle Seite eines Finanzsystems, in dem Geld nicht nur die Welt regiert, sondern offenbar auch die Moral zum Schweigen bringt. In einer Zeit, in der das Vertrauen der Bürger in Banken und Institutionen ohnehin auf einem historischen Tiefpunkt angelangt ist, sendet dieser Vergleich ein fatales Signal: Wer genug Geld hat, kann sich aus allem herauskaufen – selbst aus der Mitschuld an den schlimmsten Verbrechen.
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