
BASF dreht die Sparschraube weiter – trotz Milliarden-Subventionen vom Steuerzahler
Es ist ein Bild, das symptomatisch für den Zustand der deutschen Industrie steht: Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat trotz massiver staatlicher Zuwendungen sein Sparprogramm noch einmal verschärft. Während der Steuerzahler Milliarden in den Ludwigshafener Riesen pumpt, verschwinden Tausende Arbeitsplätze – und das Management warnt vor einem weiteren schwierigen Jahr. Willkommen in der Realität des Wirtschaftsstandorts Deutschland.
Düstere Prognosen vom Vorstandschef
Vorstandsvorsitzender Markus Kamieth ließ am Freitag keinen Zweifel daran, wie ernst die Lage ist. Weder mit einer nennenswerten Markterholung noch mit einer Entspannung der geopolitischen Situation sei kurzfristig zu rechnen, so der BASF-Chef. Der Start ins erste Quartal habe sich „herausfordernd gestaltet" – eine Formulierung, die in der Sprache der Konzernlenker nichts anderes bedeutet als: Es läuft schlecht. Eine schrittweise Verbesserung des globalen Marktumfeldes werde erst später im Jahr und vor allem für 2027 erwartet.
Für 2026 stellt das Management einen bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) zwischen 6,2 und 7,0 Milliarden Euro in Aussicht. Die Spanne liegt damit unter den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit 7,02 Milliarden Euro gerechnet hatten. Im Vorjahr waren es 6,6 Milliarden Euro gewesen. Man muss kein Finanzexperte sein, um zu erkennen: Der Optimismus hält sich in Grenzen.
Sparprogramm auf Steroiden
Angesichts der anhaltend schwachen Nachfrage setzt BASF nun auf noch drastischere Kostensenkungen. Bis Ende 2026 rechnet der Konzern mit jährlichen Einsparungen von 2,3 Milliarden Euro – statt der zuvor geplanten 2,1 Milliarden. Eine Erhöhung um 200 Millionen Euro mag auf dem Papier bescheiden klingen, doch hinter diesen Zahlen stehen reale Menschen mit realen Existenzen.
Die Bilanz des Stellenabbaus spricht bereits eine deutliche Sprache: Ende 2025 waren bei BASF rund 4.800 Mitarbeiter weniger beschäftigt als noch Ende 2023. Die Zahl der Führungskräfte sank um elf Prozent. Während also der Staat Milliarden an Subventionen fließen lässt, werden Arbeitsplätze in einem Tempo abgebaut, das selbst hartgesottene Beobachter der deutschen Industrielandschaft aufhorchen lässt.
Ein Symptom der deutschen Krankheit
Was bei BASF geschieht, ist kein Einzelfall. Es ist das Symptom einer tiefgreifenden Malaise, die den Industriestandort Deutschland seit Jahren erfasst hat. Explodierende Energiekosten, eine erdrückende Bürokratie, eine Steuerlast, die ihresgleichen sucht, und eine Politik, die jahrelang lieber über Gendersternchen und Klimaneutralität debattiert hat, statt die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu verbessern – all das fordert nun seinen Tribut.
Die neue Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz hat zwar versprochen, den Standort Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen. Doch das 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen für Infrastruktur wird die Staatsverschuldung weiter in die Höhe treiben und kommende Generationen mit Zinszahlungen belasten. Ob das reicht, um Konzerne wie BASF davon abzuhalten, ihre Investitionen zunehmend ins Ausland zu verlagern – etwa nach China, wo der Chemiekonzern massiv in neue Produktionsanlagen investiert – darf bezweifelt werden.
Subventionen als Dauertherapie?
Die eigentliche Frage, die sich der deutsche Bürger stellen muss, lautet: Wie lange soll dieses Modell noch funktionieren? Ein Staat, der seine Industrieunternehmen mit Milliarden am Leben hält, während diese gleichzeitig Tausende Stellen streichen – das ist keine nachhaltige Wirtschaftspolitik. Das ist Symptombekämpfung auf Kosten des Steuerzahlers. Was Deutschland braucht, sind nicht noch mehr Subventionen und Sondervermögen, sondern grundlegende Strukturreformen: niedrigere Energiepreise, weniger Bürokratie, eine wettbewerbsfähige Unternehmensbesteuerung und eine Politik, die endlich wieder die Interessen der arbeitenden Bevölkerung in den Mittelpunkt stellt.
BASF ist ein Gradmesser für die Gesundheit der deutschen Industrie. Und dieser Gradmesser zeigt derzeit bedenklich nach unten. Solange die Politik nicht bereit ist, die wahren Ursachen der industriellen Schwäche anzugehen, werden wir weitere solcher Hiobsbotschaften erleben. Die Frage ist nur, wie viele Arbeitsplätze bis dahin noch verloren gehen – und wie viele Milliarden der Steuerzahler noch aufbringen muss, um den Niedergang zu verlangsamen, statt ihn aufzuhalten.

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