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Batterie-König aus China: Deutschlands Autobauer hängen an seinem Kabel

Batterie-König aus China: Deutschlands Autobauer hängen an seinem Kabel
Symbolbild: KI-generiert

Er baut kein einziges Auto. Und trotzdem hat Robin Zeng einen Einfluss auf BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz, von dem Vorstände in München, Wolfsburg und Stuttgart nur träumen können. Der Gründer des chinesischen Batterieriesen CATL liefert das Herzstück des Elektroautos, also genau das Bauteil, das über Reichweite, Ladezeit und Preis entscheidet.

Vom Werftingenieur zum Milliardär

Zeng kam 1968 im südchinesischen Ningde zur Welt. Er promovierte am Institut für Physik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und arbeitete zunächst für eine staatliche Schiffbaufirma in seiner Heimatprovinz Fujian. 2011 gründete er in Ningde die Contemporary Amperex Technology Co. Limited, kurz CATL. Sechs Jahre später ging das Unternehmen an die Börse.

Danach ging alles sehr schnell. Den Weltmarktanteil von CATL bei E-Auto-Batterien schätzen Branchenbeobachter inzwischen auf rund 38 Prozent. Fast jede dritte Batterie, die irgendwo auf der Welt in ein Elektroauto eingebaut wird, kommt damit aus dem Zeng-Imperium.

Deutschlands Abhängigkeit hat eine Adresse

Am Erfurter Kreuz in Thüringen beliefert CATL seit Dezember 2022 deutsche Autobauer mit Zellen und Modulen. Nach Unternehmensangaben hat der Konzern dort 1,8 Milliarden Euro investiert und 1.700 Arbeitsplätze geschaffen. Noch deutlich größer ist das Werk im ungarischen Debrecen: 7,34 Milliarden Euro, bis 2030 bis zu 100 Gigawattstunden Kapazität pro Jahr. Laut Medienberichten ist das die größte ausländische Direktinvestition in der Geschichte Ungarns.

Wie verwundbar die deutsche Industrie dadurch ist, zeigte sich im Sommer. Mercedes-Benz soll die Produktion des elektrischen GLC in Bremen unterbrochen haben, weil CATL laut einem Fachmedienbericht nicht genug Zellen liefern konnte. Debrecen hatte sich mehrfach verzögert, deshalb kamen ersatzweise Zellen aus China. Die Testproduktion der Zellen läuft dort erst seit dem 22. September 2026.

Ärger in Ungarn

Auch in Ungarn gibt es Probleme. Anwohner und Umweltverbände haben Genehmigungen angefochten. Berichten zufolge griffen die Behörden nach einem regelwidrigen Abwassereintrag und einer erhöhten Nickelbelastung bei Beschäftigten ein. Die neue Regierung unter Péter Magyar hat strengere Kontrollen für die Batterieindustrie angekündigt. CATL erklärt, die Mängel seien behoben.

Risse im Imperium

Selbst der Marktführer wankt gerade. Nach Berechnungen von Forbes hat Zeng in diesem Jahr rund 14,9 Milliarden US-Dollar an Vermögen verloren. Ihm bleiben aber immer noch geschätzte 38,3 Milliarden. Die Aktie fiel seit März in Shenzhen um 33 und in Hongkong um 25 Prozent. Der Grund: Im dritten Quartal stieg der Nettogewinn nur um 14,5 Prozent, Analysten hatten mit gut 41 Prozent gerechnet. Außerdem verlangt Peking seit September eine Verbrauchssteuer von zwei Prozent auf Lithiumbatterien.

Dazu kommt ein Trend, den Beobachter als „De-CATLization“ bezeichnen. Autobauer wollen ihre Lieferketten breiter aufstellen, um nicht von einem einzigen Zulieferer abhängig zu sein.

Europas selbstverschuldete Schwäche

Zeng selbst hat für Europas Rückstand eine klare Erklärung. In einem Podcast mit Nicolai Tangen, dem Chef des norwegischen Staatsfonds, erzählte er von einem Treffen vor rund zwölf Jahren. Damals habe ihn die frühere Kanzlerin Angela Merkel gefragt, wie Europa aufholen könne. Seine Antwort sei gewesen: mit Bildung, vor allem mit deutlich mehr Studenten der Elektrochemie.

Passiert ist wenig. Mit Northvolt ist Europas großer Batteriehoffnung 2025 das Geld ausgegangen. Brüssel hat das Ende des Verbrennermotors trotzdem beschlossen. Die EU hat Europas Autoindustrie damit auf eine Technologie verpflichtet, die vor allem in China beherrscht wird. Aus unserer Sicht hat die Politik den Umstieg verordnet, ohne vorher für eigene Batterien zu sorgen.

Die Lehre daraus gilt nicht nur für Konzerne: Wer von einem einzigen Lieferanten, einem einzigen Markt oder einer einzigen Anlageform abhängt, ist erpressbar. Viele Sparer verteilen ihr Vermögen deshalb breiter und nutzen physisches Gold und Silber als Beimischung, weil Edelmetalle nicht von Lieferketten oder politischen Entscheidungen einzelner Regierungen abhängen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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