
Bayers Milliarden-Desaster: Monsanto-Übernahme wird zum finanziellen Fass ohne Boden
Was einst als strategischer Geniestreich gefeiert wurde, entpuppt sich immer deutlicher als eine der verheerendsten Übernahmen der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Die Bayer-Tochter Monsanto hat sich in den USA auf einen Sammelvergleich in Höhe von bis zu 7,25 Milliarden US-Dollar geeinigt, um die seit Jahren schwelenden Klagen rund um das Unkrautvernichtungsmittel Roundup und dessen Wirkstoff Glyphosat beizulegen. Ein Betrag, der einem schwindelig werden lässt – und der einmal mehr die Frage aufwirft, wie es um die Zukunft eines der traditionsreichsten deutschen Industriekonzerne bestellt ist.
Ein Vergleich, der keiner Entlastung gleichkommt
Die Vereinbarung sieht vor, dass Monsanto über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren die genannte Summe an Kläger auszahlt, die eine Erkrankung am Non-Hodgkin-Lymphom – einer aggressiven Form von Lymphdrüsenkrebs – auf den Kontakt mit Roundup zurückführen. Die jährlichen Zahlungen sollen zwar abnehmen und seien gedeckelt, doch die schiere Dimension dieser Verpflichtung spricht Bände. Mehrere Zehntausend Klagen sind in den USA noch anhängig. In einigen Verfahren wurde Monsanto bereits zu Schadenersatz verurteilt, in anderen freigesprochen – ein juristisches Wechselbad, das den Konzern seit Jahren lähmt.
Bayer-Chef Bill Anderson versuchte, die Einigung als Befreiungsschlag zu verkaufen. Die Vereinbarung schaffe „einen klaren Weg aus den Unsicherheiten durch die Rechtsstreitigkeiten", so Anderson. Man wolle die juristischen Auseinandersetzungen „möglichst umfassend, möglichst sicher und möglichst schnell eindämmen". Schöne Worte. Doch die nackten Zahlen erzählen eine andere Geschichte.
Die Bilanz des Schreckens
Die finanziellen Folgen für Bayer sind schlicht verheerend. Der Konzern erhöht seine Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten von 7,8 Milliarden Euro Ende September 2025 auf nunmehr 11,8 Milliarden Euro. Allein 9,6 Milliarden Euro davon entfallen auf den Glyphosat-Komplex. Angesichts geschätzter Auszahlungen von rund fünf Milliarden Euro im laufenden Jahr rechnet Bayer für 2026 sogar mit einem negativen Free Cashflow. Ein einstiger Stolz der deutschen Industrie, der nicht einmal mehr genug Geld erwirtschaftet, um seine laufenden Verpflichtungen zu decken – man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen.
Die Finanzierung soll über eine Kreditlinie von acht Milliarden US-Dollar gesichert werden, die später durch Anleihen und eigenkapitalähnliche Instrumente abgelöst werden soll. Eine Kapitalerhöhung sei nicht geplant, beteuert das Unternehmen. Ob die Aktionäre dieses Versprechen langfristig für glaubwürdig halten, darf bezweifelt werden.
Kein Schuldeingeständnis – aber auch keine Entwarnung
Bayer betonte ausdrücklich, dass der Vergleich kein Schuldeingeständnis darstelle. Regulierungsbehörden in den USA und der EU hätten wiederholt festgestellt, dass glyphosatbasierte Herbizide sicher angewendet werden könnten und nicht krebserregend seien. Glyphosat ist weltweit der am häufigsten eingesetzte Wirkstoff in Pestiziden. Verbraucher- und Umweltorganisationen kritisieren den Stoff jedoch seit Jahren vehement wegen möglicher Gesundheits- und Umweltrisiken. Wer hat recht? Die Wissenschaft ist sich uneins, die Gerichte ebenso. Sicher ist nur eines: Die Rechnung zahlt am Ende der Konzern – und damit auch seine Aktionäre.
Die Hoffnung ruht auf dem Supreme Court
Parallel zum Vergleich verfolgt Bayer eine zweite Strategie. Der US Supreme Court prüft derzeit im Fall „Durnell" die grundsätzliche Frage, ob Bundesrecht bei Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise Vorrang vor einzelstaatlichem Recht hat. Sollte das höchste Gericht der Vereinigten Staaten zugunsten von Monsanto entscheiden, könnte dies künftigen Klagen weitgehend die Grundlage entziehen. Beide Maßnahmen seien „jeweils notwendig und verstärken sich gegenseitig", erklärte Bayer. Eine Wette auf höchstrichterliche Gnade – mehr bleibt dem Konzern offenbar nicht.
Der Sammelvergleich muss noch gerichtlich genehmigt werden. Kläger erhalten die Möglichkeit, die Teilnahme abzulehnen. Monsanto kann den Vergleich kündigen, falls zu wenige Kläger zustimmen. Das juristische Tauziehen ist also noch lange nicht vorbei.
Ein Lehrstück für deutsche Konzernlenker
Die Monsanto-Übernahme im Jahr 2018 für rund 63 Milliarden US-Dollar war seinerzeit die größte Akquisition eines deutschen Unternehmens im Ausland. Schon damals warnten Kritiker vor den unkalkulierbaren Rechtsrisiken. Doch die damalige Konzernführung unter Werner Baumann wischte alle Bedenken beiseite. Das Ergebnis ist ein Trümmerfeld: Der Aktienkurs hat sich seit der Übernahme mehr als halbiert, die Dividende wurde gekürzt, und die Rechtskosten fressen die Substanz des Unternehmens auf. Es ist ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn Größenwahn die nüchterne Risikoanalyse verdrängt.
Für den deutschen Wirtschaftsstandort ist der Fall Bayer ein weiteres Alarmsignal. In einer Zeit, in der die Bundesregierung mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen die marode Infrastruktur retten will und gleichzeitig die Steuerlast für Bürger und Unternehmen immer weiter steigt, kann sich Deutschland den schleichenden Niedergang seiner Industrieikonen schlicht nicht leisten. Doch statt die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern, verliert sich die Politik in ideologischen Grabenkämpfen. Bayer ist nur das prominenteste Symptom einer tieferliegenden Krankheit.
Wer angesichts solcher Entwicklungen sein Vermögen schützen möchte, sollte über eine breite Diversifikation nachdenken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade in Zeiten, in denen selbst vermeintlich solide Konzernaktien über Nacht zur Risikoanlage werden können. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio bieten sie eine Absicherung, die kein Vergleich und kein Gerichtsurteil zunichtemachen kann.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der dargestellten Informationen übernehmen wir keine Haftung. Jeder Anleger handelt auf eigenes Risiko.
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