
Beben in Potsdam: AfD knackt 40 Prozent, CDU stürzt ins Einstellige!

In Brandenburg verschieben sich die Kräfte gewaltig. Nach einer neuen Insa-Umfrage für die Märkische Allgemeine Zeitung, die Märkische Oderzeitung und die Lausitzer Rundschau käme die AfD bei einer Landtagswahl auf 40 Prozent. Damit wäre sie doppelt so stark wie die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke. Die CDU, die erst seit März mitregiert, fällt auf neun Prozent.
Die Zahlen im Überblick
Verglichen wird mit der Insa-Erhebung vom März. Seitdem hat sich das Bild in nur sieben Monaten stark verändert:
- AfD: 40 Prozent (plus 6)
- SPD: 20 Prozent (minus 4)
- CDU: 9 Prozent (minus 5)
- Die Linke: 9 Prozent (plus 2)
- BSW: 7 Prozent (minus 1)
- Grüne: 7 Prozent (plus 2)
- Sonstige: 8 Prozent
Mehreren Medienberichten zufolge ist das der höchste Wert, den die AfD in Brandenburg je erreicht hat. Bei der Landtagswahl im September 2024 lag sie mit 29,2 Prozent noch knapp hinter der SPD, die damals 30,9 Prozent holte.
Kaum im Amt, schon abgestraft
Am härtesten trifft es die Union. Ihr Abstieg hat eine Vorgeschichte. Im Januar 2026 zerbrach die bundesweit erste Koalition aus SPD und BSW, nachdem mehrere Abgeordnete die BSW-Fraktion verlassen hatten. Woidke schloss Neuwahlen damals aus. Stattdessen holte er die CDU ins Boot. Mitte März unterschrieben beide Parteien ihren Koalitionsvertrag mit dem Titel „Verantwortung für Brandenburg“.
Bei der Wahl 2024 hatte die CDU 12,1 Prozent erreicht. Jetzt liegt sie einstellig. Beobachter sehen darin eine Quittung dafür, dass die Partei ohne neues Mandat der Wähler in die Regierung gegangen ist. Bei Woidkes Strategie fällt noch etwas auf: Ausgerechnet der Name der Bundesregierung „Verantwortung für Deutschland“ diente dem Potsdamer Bündnis als Vorbild. Auch im Bund kämpft Schwarz-Rot unter Friedrich Merz mit schwachen Umfragewerten.
Das BSW verliert fast die Hälfte
Dem Bündnis Sahra Wagenknecht geht es ähnlich schlecht. 2024 holte es aus dem Stand 13,5 Prozent und half Woidke damit an die Macht. Heute liegt es bei sieben Prozent, also fast bei der Hälfte. Der Koalitionsbruch und die Austritte aus der Fraktion haben der jungen Partei offenbar stark geschadet.
Linke und Grüne können dagegen hoffen. 2024 waren beide an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Mit jeweils sieben bis neun Prozent würden sie nach dieser Umfrage wieder in den Landtag einziehen.
Alle gegen einen: Geht diese Rechnung auf?
Für die Regierung sind die Zahlen ernüchternd. SPD und CDU kämen zusammen nur auf 29 Prozent und hätten damit keine eigene Mehrheit. Um die AfD von der Regierung fernzuhalten, bräuchte es fünf Parteien: SPD, CDU, Linke, Grüne und BSW. Gemeinsam kämen sie auf 52 Prozent. Ein Bündnis von Sozialdemokraten bis Linkspartei klingt wenig nach stabiler Regierung.
Es gibt noch eine andere Rechnung. Weil acht Prozent der Stimmen an Kleinparteien gehen, die im Landtag nicht vertreten wären, hätten AfD und BSW zusammen rechnerisch eine Mehrheit der Sitze. Darauf wiesen einige Medien hin. Ob es politisch jemals dazu käme, ist offen.
Was die Umfrage über die Politik verrät
Eine Umfrage ist nur eine Momentaufnahme. Regulär wählt Brandenburg erst 2029. Trotzdem zeigt der Trend etwas Wichtiges: Viele Bürger fühlen sich von den bisherigen Regierungsparteien nicht mehr vertreten. Ein Partnerwechsel ohne Neuwahl und neue Bündnisse, die nur dazu dienen, einen Gegner fernzuhalten, ändern daran offenbar nichts.
Laut Medienberichten ist Brandenburgs Wirtschaft stark und wächst, etwa rund um Grünheide und in der Lausitz. Gleichzeitig nimmt der Unmut zu. Wer diesen Widerspruch weiter übersieht, könnte den nächsten Wahlabend bitter bereuen. Für Woidke und die CDU wird die Zeit knapp, um bei den Wählern verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen.
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