
Beliebtheits-Beben in Berlin: Weidel überholt Söder und Dobrindt – Merz im freien Fall

Es ist ein politisches Erdbeben mit messbarer Magnitude: Alice Weidel, Vorsitzende der AfD, hat im aktuellen Politiker-Ranking einen bemerkenswerten Sprung nach vorn vollzogen. Innerhalb einer einzigen Woche katapultierte sich die 47-Jährige laut einer INSA-Erhebung im Auftrag der Bild-Zeitung vom achten auf den vierten Platz. Mit 4,0 Punkten lässt sie nun ausgerechnet jene beiden CSU-Schwergewichte hinter sich, die im politischen Berlin lange als unantastbar galten: Ministerpräsident Markus Söder und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, beide mit jeweils 3,9 Punkten auf den Rängen fünf und sechs.
Spitzenwerte in der eigenen Anhängerschaft
Besonders eindrucksvoll fällt das Urteil der AfD-Wähler aus. Dort erreicht Weidel einen geradezu sensationellen Wert von 8,5 von zehn möglichen Punkten – eine Loyalität, von der die etablierten Parteichefs nur träumen können. Während Anhänger von Union, SPD und Grünen mit Weidel nach wie vor fremdeln, hat sich die AfD-Frontfrau in ihrer eigenen Basis als unumstrittene Galionsfigur etabliert. Dass sie zudem erstmals überhaupt eine AfD-Politikerin in die Top Five des Rankings gehievt hat, ist ein bemerkenswerter Bruch mit dem politischen Status quo.
Pistorius bleibt vorn – doch Merz versinkt im Bodenlosen
An der Spitze thront weiterhin Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit 5,0 Punkten – ein Mann, der parteiübergreifend punktet und selbst bei AfD-Anhängern noch auf Platz fünf landet. Ihm folgen Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) mit 4,4 Punkten sowie Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst (CDU) mit 4,1 Punkten.
Doch während Weidel klettert, geht es für den Bundeskanzler steil bergab. Friedrich Merz, einst angetreten mit dem Versprechen einer konservativen Wende und eines schuldenfreien Haushalts, landet auf dem vorletzten Platz 20 – mit kläglichen 2,7 Punkten. Auch sein Parteifreund Jens Spahn schneidet mit 2,8 Punkten kaum besser ab und belegt Rang 19. Eine bittere Quittung für eine Koalition, die mit dem 500-Milliarden-Schuldenpaket binnen weniger Monate genau jene Versprechen brach, mit denen sie noch im Wahlkampf hausieren ging.
Verschiebungen im Mittelfeld
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) musste den Rückwärtsgang einlegen und rutscht von Platz fünf auf Platz acht ab. Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek hingegen klettert von Rang elf auf zehn und verdrängt CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann. AfD-Co-Chef Tino Chrupalla legt ebenfalls zu und springt von Rang 16 auf 14. Bärbel Bas (SPD) verliert hingegen zwei Plätze und landet auf Rang 17.
Ein Signal, das man in Berlin überhören dürfte – aber nicht sollte
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache, doch sie reihen sich nahtlos ein in einen Trend, der mittlerweile kaum noch zu übersehen ist. Erst kürzlich erreichte die AfD in Umfragen einen neuen Rekordwert von 29 Prozent. 47 Prozent der Deutschen sprechen sich laut Umfragen bereits für ein Ende der schwarz-roten Koalition aus. Die Bürger scheinen genug zu haben von einer Politik, die ihre eigenen Wahlversprechen mit der Verlässlichkeit eines deutschen Bahnhofsanzeigers über den Haufen wirft.
Dass eine AfD-Vorsitzende erstmals in die Spitzengruppe der beliebtesten Politiker des Landes vordringt, während ein amtierender Kanzler in den Beliebtheits-Keller stürzt, ist mehr als nur eine statistische Momentaufnahme. Es ist ein Fanal – und ein deutliches Warnsignal an jene politische Klasse, die offenbar immer noch nicht verstanden hat, dass der Souverän in diesem Land seine Geduld langsam, aber sicher verliert.
INSA befragte für die Erhebung 2.005 Wahlberechtigte zwischen dem 15. und 18. Mai 2026. Die Frage lautete: „Wie bewerten Sie folgende Politiker auf einer Skala von 0 (sehr schlecht) bis 10 (sehr gut)?" Die Antwort der Befragten dürfte den Strategen im Kanzleramt kaum schmecken.

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