
Berlin kippt nach links: Linke holt sechs Bezirke – CDU abgestürzt

Berlin hat gewählt – und die Hauptstadt rückt scharf nach links. Bei den Wahlen zu den zwölf Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) am Sonntag wurde Die Linke nach dem vorläufigen Ergebnis mit 24,1 Prozent stärkste Kraft und gewann sechs Bezirke. Die CDU stürzte auf 18,2 Prozent ab und verlor ihre Führungsposition.
Es ist ein Erdrutsch: Die Linke legte in den Bezirken um 11,5 Prozentpunkte zu und verdoppelte ihren Stimmenanteil damit nahezu. Parallel gewann sie auch die Wahl zum Abgeordnetenhaus – laut vorläufigem Ergebnis mit 25,7 Prozent, ein Plus von 13,4 Punkten.
Friedrichshain-Kreuzberg: Zwei Drittel für Rot-Grün
Am deutlichsten fiel das Votum in den Innenstadtbezirken aus. In Friedrichshain-Kreuzberg kam Die Linke auf 40,1 Prozent – zusammen mit den Grünen verfügt sie dort künftig über eine Zweidrittelmehrheit in der Bezirksvertretung.
Auch in Mitte (33,7 Prozent) und Neukölln (32,0 Prozent) dominierte die Partei, dazu in Lichtenberg, Pankow und Treptow-Köpenick. Die CDU behauptete Platz eins nur noch in Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau und Reinickendorf. In Marzahn-Hellersdorf lag die AfD mit 33,8 Prozent vorn, in Tempelhof-Schöneberg die Grünen.
Der Vergleich mit 2023 zeigt das ganze Ausmaß: Bei der Wiederholungswahl vor drei Jahren holte die CDU in neun von zwölf Bezirken die meisten Stimmen, in den drei übrigen führten die Grünen. Jetzt gibt es nur noch in Marzahn-Hellersdorf, Spandau und Reinickendorf keine rot-grün-roten Mehrheiten.
Historische Klatsche für CDU und SPD
Auf Landesebene liegt die CDU bei 18,8 Prozent – laut Medienberichten hat keine Partei so viele Stimmen verloren (minus 9,5 Punkte). Die AfD kam auf 16,3 Prozent, die Grünen auf 14,3, die SPD auf 12,1 Prozent und damit auf ihr schwächstes Ergebnis bei einer Abgeordnetenhauswahl überhaupt. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach nannte das Resultat Berichten zufolge „katastrophal“. BSW (4,7) und FDP (2,5 Prozent) scheiterten an der Fünf-Prozent-Hürde.
Die Wahlbeteiligung stieg kräftig auf 74,2 Prozent, nach 62,9 Prozent im Jahr 2023. Erstmals durften auch 16- und 17-Jährige mitstimmen. Nachwahlbefragungen zufolge war soziale Sicherheit für 22 Prozent das entscheidende Thema, Wohnen für 18 Prozent. Wählerwanderungsanalysen weisen aus, dass die CDU an die AfD verlor, während Die Linke besonders viele frühere Nichtwähler mobilisierte.
Enteignungsdebatte: Jetzt wird es ernst für Eigentümer
Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp sieht einen Regierungsauftrag und will Regierende Bürgermeisterin werden. Auf der Wahlparty erklärte sie laut Medienberichten:
„Ab heute verändern wir gemeinsam unser Berlin und machen daraus einen besseren Ort“
Für eine Mehrheit bräuchten sowohl Linke als auch CDU jeweils zwei Partner. Politisch brisant: Bundeskanzler Friedrich Merz wolle Berichten zufolge rasch ein Gesetz gegen Enteignungen auf den Weg bringen. Einer Umfrage zufolge lehnt eine Mehrheit der Berliner die Vergesellschaftung großer Immobilienkonzerne ohnehin ab.
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart dieses Ergebnis vor allem eines: Wo Wohnungsnot, Bürokratie und ausbleibende Bauleistung jahrelang verwaltet statt gelöst werden, gewinnen jene, die Umverteilung versprechen. Wer Eigentum besitzt, dürfte sich nun fragen, wie sicher es in der Hauptstadt noch ist – eine Frage, die viele Sparer längst zugunsten krisenfester, physisch greifbarer Werte wie Gold und Silber beantwortet haben, als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
- Themen:
- #Wahlen
- #Linke
- #CDU-CSU
- #SPD
- #AFD
- #Immobilien
- #Enteignung
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik





















