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Kettner Edelmetalle
04.04.2026
21:36 Uhr

Blindes Vertrauen in den Markt: Wirtschaftsministerium lehnt staatliche Gas-Reserve ab – mitten in der Iran-Krise

Während die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten eskalieren und die Energiemärkte nervös zucken wie ein Seismograph vor dem großen Beben, leistet sich das Bundeswirtschaftsministerium eine bemerkenswerte Gelassenheit. Ein internes Papier, das am Ostersamstag zuletzt überarbeitet wurde, offenbart die Position der Ministeriumsbeamten: Eine staatliche Gas-Reserve? Nein danke. Der Markt werde es schon richten.

Ministerium sieht nur Nachteile

Das Dokument aus dem BMWE, das unter der Überschrift „Iran-Krise: Alternative Szenarien möglicher gesamtwirtschaftlicher Auswirkungen auf den Euroraum und auf Deutschland" firmiert, liest sich wie ein Manifest des marktgläubigen Optimismus. Die Beamten argumentieren, eine Gasspeicherbefüllung durch die „Trading Hub Europe" sende „falsche Marktsignale". Die Verantwortung für die Befüllung liege „grundsätzlich beim Markt".

Man reibt sich verwundert die Augen. Hat man in Berlin bereits vergessen, wie der „Markt" im Sommer 2022 funktionierte, als die Gaspreise explodierten und Millionen Deutsche vor der bangen Frage standen, ob sie ihre Wohnungen im Winter noch heizen könnten? Damals war es ausgerechnet der Staat, der mit Milliarden einspringen musste, um die Speicher zu füllen – weil der Markt eben nicht geliefert hatte.

Die Zahlen klingen beruhigend – auf den ersten Blick

Das Ministerium verweist darauf, dass derzeit ausreichend Gas verfügbar sei und genügend Zeit zur Befüllung bis zum kommenden Winter bestehe. Bereits 65 Prozent der Speicherkapazitäten seien gebucht, im Vorjahr hätten es zum gleichen Zeitpunkt lediglich 52 Prozent betragen. Auch der sogenannte Sommer-Winter-Spread – also die Preisdifferenz zwischen Sommer- und Wintermonaten – habe sich verbessert, was die ökonomischen Anreize für eine marktgetriebene Befüllung stärke.

Klingt beruhigend. Doch wer genauer hinschaut, erkennt die Schwachstellen dieser Argumentation. Die Preise seien „weiter sehr volatil", räumt das Papier selbst ein. Volatilität bedeutet Unsicherheit. Und Unsicherheit ist in Zeiten eines bewaffneten Konflikts im Iran – einem der wichtigsten Energiekorridore der Welt – kein Argument für Gelassenheit, sondern für Vorsorge.

Branchenvertreter warnen eindringlich

Die Betreiber deutscher Gasspeicher sehen die Lage deutlich anders als die Schreibtischstrategen im Ministerium. Sie hatten zuletzt nachdrücklich eine Debatte zur Sicherung der Speicherbefüllung gefordert. Sebastian Heinermann, Chef der „Initiative Energien Speichern" (Ines), hatte bereits Mitte März eine klare Empfehlung ausgesprochen: Eine strategische Reserve von rund 78 Terawattstunden könne exogene Schocks – etwa den Ausfall norwegischer Importpipelines – über 90 Tage ausgleichen.

90 Tage. Drei Monate Puffer für den Fall, dass die Lieferketten zusammenbrechen. Angesichts der Tatsache, dass Iran die dauerhafte Kontrolle über die Straße von Hormus anstrebt – jene Meerenge, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Gashandels fließt – erscheint eine solche Vorsorge nicht übertrieben, sondern schlicht vernünftig.

Lehren aus der Vergangenheit – offenbar nicht gelernt

Es ist ein wiederkehrendes Muster deutscher Energiepolitik: Man vertraut auf abstrakte Marktmechanismen, während sich am Horizont bereits die nächste Krise zusammenbraut. Die Abhängigkeit von russischem Gas hätte nie so weit kommen dürfen. Die überstürzte Energiewende hat die Versorgungssicherheit geschwächt. Und nun, da die geopolitische Lage im Nahen Osten brandgefährlich ist, soll wieder der Markt die Lösung sein?

Friedrich Merz hatte als Kanzlerkandidat versprochen, Deutschland wirtschaftlich wieder auf Kurs zu bringen. Doch wenn sein Wirtschaftsministerium in einer derart angespannten Lage die Hände in den Schoß legt und auf die unsichtbare Hand des Marktes vertraut, dann darf man sich fragen, ob die Lehren der vergangenen Jahre wirklich angekommen sind. Ein verantwortungsvoller Staat sorgt vor – gerade dann, wenn die Zeiten unsicher sind. Alles andere ist fahrlässig.

Für den deutschen Bürger, der am Ende die Zeche zahlt – sei es durch explodierende Heizkosten oder durch milliardenschwere Rettungspakete –, bleibt die bittere Erkenntnis: Auf die Voraussicht der Berliner Bürokratie sollte man sich besser nicht verlassen. Wer seine Ersparnisse und sein Vermögen in unsicheren Zeiten schützen möchte, tut gut daran, auf bewährte Werte zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfester Anker bewährt – unabhängig davon, ob der Markt gerade „ausreichend Gas" sieht oder nicht.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für Anlageentscheidungen und deren Folgen übernehmen wir keinerlei Haftung.

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