
Bundeswehr-General sicher: „Da draußen gibt es andere Lebensformen!“

Deutschlands oberster Weltraum-Soldat glaubt an Außerirdische. Generalmajor Michael Traut, Kommandeur des Weltraumkommandos der Bundeswehr, hat dem Magazin „Stern“ gesagt, er sei sich „absolut sicher“, dass es im All weiteres Leben gebe. Die wirkliche Gefahr kommt seiner Ansicht nach aber nicht von kleinen grünen Männchen. Sie kommt aus Moskau.
Glaube an Aliens, aber kein Grund zur Panik
Was nach Science-Fiction klingt, ist die nüchterne Einschätzung eines erfahrenen Luftwaffenoffiziers. Der 61-Jährige hält es für ausgemacht, dass die Menschheit im Universum nicht allein sei. Gegen Besucher von fremden Planeten aufrüsten müsse die Bundesrepublik allerdings nicht.
„Wir müssen uns erst mal auf menschengemachte Bedrohungen einstellen. Und davon gibt es schon genug.“
Allein wegen der unvorstellbaren Größe des Universums sei ein Kontakt zwischen der Bundeswehr und Außerirdischen ohnehin unwahrscheinlich, so Traut. Begegnet ist man bislang jedenfalls niemandem. Die Raumfahrt hat den Offizier übrigens schon als Kind begeistert. In einem Interview erzählte er einmal, sein Vater habe ihn am 21. Juli 1969 um drei Uhr morgens geweckt, damit er die Mondlandung live sehen konnte.
Die echte Gefahr kreist längst über uns
Deutlich ernster wird der General, wenn es um Russland geht. Das Land sei theoretisch schon heute in der Lage, fremde Satelliten im All zu zerstören. Das ist keine graue Theorie: Im November 2021 schoss Russland mit einer Rakete einen eigenen, ausgedienten Satelliten ab. Tausende Trümmerteile flogen damals durch die Erdumlaufbahn.
Auch Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) schlug im September 2025 Alarm. Zwei auch von der Bundeswehr genutzte Intelsat-Satelliten würden von russischen Aufklärungssatelliten verfolgt, sagte er damals Medienberichten zufolge. Russland und China hätten ihre Fähigkeiten zur Kriegsführung im All „rasant ausgebaut“. Sie könnten Satelliten stören, blenden, manipulieren oder sogar zerstören.
Wenn der Satellit ausfällt, steht der Alltag still
Warum das jeden Bürger angeht? Navigation, Kommunikation, Wettervorhersage, Stromnetze und Finanzströme hängen heute an Signalen aus dem Orbit. Fällt ein Satellit aus, könnten nach Darstellung des Ministers Flugzeuge ihre Route verlieren und Banken ihre Transaktionen nicht mehr abgleichen. Unser bequemes digitales Leben hängt an ein paar tausend empfindlichen Geräten im All. Beruhigend ist das nicht.
Wachposten am Niederrhein
Das Weltraumkommando gibt es seit 2021. Es sitzt im nordrhein-westfälischen Uedem und überwacht rund um die Uhr, was sich im erdnahen Weltraum abspielt und ob Deutschlands Sicherheit gefährdet ist. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören ein aktuelles Weltraumlagebild und der Schutz der eigenen Satelliten. Bis 2027 soll das Kommando mit rund 220 Dienstposten voll einsatzbereit sein.
Mit diesem überschaubaren Personal soll nun deutlich mehr geleistet werden. Pistorius kündigte bis 2030 ein Weltraum-Sicherheitspaket über 35 Milliarden Euro an. Damit sollen Satellitenkonstellationen, Bodenstationen und eigene Startmöglichkeiten finanziert werden. Die deutsche Industrie sieht nach Medienberichten trotzdem großen Nachholbedarf.
Spät erkannt, teuer bezahlt
Ein Punkt bleibt kritisch: Berlin hat die Bedrohung im All jahrelang verschlafen. Jetzt soll ein Milliardenprogramm die Versäumnisse in kurzer Zeit ausgleichen, und das in einer Phase, in der die Staatsverschuldung ohnehin stark steigt. Zahlen werden das am Ende die Steuerzahler.
Traut setzt die Prioritäten jedenfalls richtig. Ob es irgendwo im Universum Leben gibt, ist eine faszinierende Frage. Für die Sicherheit Deutschlands sind russische Satelliten-Killer aber das deutlich drängendere Problem.
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