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Kettner Edelmetalle
14.09.2026
15:39 Uhr
KI-generiert

Chapter 11 in New York: Airline-Pleite trifft fünf deutsche Flughäfen

Chapter 11 in New York: Airline-Pleite trifft fünf deutsche Flughäfen
Symbolbild: KI-generiert

Die größte Fluggesellschaft des Baltikums ist zahlungsunfähig: Air Baltic hat am Montag in New York freiwillig Insolvenzschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Die Airline aus Riga bedient in Deutschland Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München. Der Flugbetrieb soll unverändert weiterlaufen.

Es ist ein bemerkenswerter Vorgang: Ein lettisches Staatsunternehmen, das weder in die USA noch innerhalb der USA fliegt, flüchtet sich unter den Schutzschirm eines amerikanischen Gerichts. Der Grund ist pragmatisch – das Verfahren erlaubt eine Restrukturierung unter gerichtlicher Aufsicht, und die Hürden für ausländische Unternehmen sind niedrig.

350 Millionen frisches Geld – zu satten 12 Prozent

Mit dem Antrag sicherte sich die Airline nach eigenen Angaben eine verbindliche Zusage über 350 Millionen Euro neuer Finanzmittel. Der Zinssatz: zwölf Prozent. Ein Preis, den nur zahlt, wer keine Alternative hat.

Unternehmenschef Erno Hildén gab sich in Riga demonstrativ gelassen:

„Wir werden den Geschäftsbetrieb wie gewohnt fortführen. Unser Ziel ist es, unsere Schulden grundlegend zu restrukturieren und mit unseren Vertragspartnern eine Einigung über diese Verpflichtungen zu erzielen.“

Abgeschlossen sein soll das Verfahren etwa im Juni 2027. Lettlands Regierungschef Andris Kulbergs nannte die Lösung eine der besten Möglichkeiten, die Überlebensfähigkeit des Unternehmens zu sichern – sie biete Instrumente und Zeit für den Restrukturierungsplan.

Öl über 100 Dollar – und kein Hedging

Wie konnte es so weit kommen? Die Airline gilt operativ nicht als Totalausfall: Medienberichten zufolge transportierte sie 2025 rund 5,2 Millionen Passagiere, erlöste etwa 779 Millionen Euro und schrieb dabei einen Nettoverlust von gut 44 Millionen Euro. Mehr als 3.000 Menschen arbeiten für das Unternehmen.

Das Problem liegt tiefer. Corona, der russische Angriffskrieg und der eskalierte Nahost-Konflikt haben die Bilanz zerlegt. Berichten zufolge hatte Air Baltic seinen Kerosinbedarf nicht gegen Preisanstiege abgesichert – und wurde vom Ölpreisschock des Iran-Krieges voll erwischt. Im März warnte das Unternehmen bereits vor Liquiditätsengpässen.

Danach ging es schnell: ein geplantes Notdarlehen über bis zu 257 Millionen Euro, das Anleihegläubiger nachrangig gestellt hätte, trieb die Renditen der 2029 fälligen Anleihe über 380 Millionen Euro in die Höhe. Im April schob der Staat 30 Millionen Euro nach – mehr aber nicht. Das EU-Beihilferecht setzt Grenzen.

Lufthansa mit im Boot – und der Steuerzahler zuerst

Größter Eigentümer bleibt mit rund 88 Prozent der lettische Staat, die Lufthansa hält seit dem vergangenen Jahr zehn Prozent. Der lange versprochene Börsengang wurde immer wieder verschoben. Aus Sicht unserer Redaktion ein Lehrstück: Wo Politik jahrelang Kapitalerhöhungen statt Konsequenzen liefert, wächst kein gesundes Unternehmen – es wächst die Rechnung für die Bürger.

Bemerkenswert ist auch, wie schnell geopolitische Schocks heute in Bilanzen durchschlagen. Air Baltic ist Berichten zufolge nach dem Kollaps von Spirit Airlines im Mai bereits der zweite Luftfahrt-Fall, der mit dem Iran-Krieg in Verbindung gebracht wird. Die Flotte soll von 54 auf rund 36 Flugzeuge bis Jahresende schrumpfen.

Was Passagiere jetzt wissen müssen

  • Flüge, Ticketverkauf und Kundenservice laufen laut Unternehmen normal weiter
  • Flugpläne seien vom Verfahren nicht betroffen
  • Das Restrukturierungsverfahren soll bis Mitte 2027 dauern

Ob der Plan trägt, steht in den Sternen. Sicher ist nur: Kriege, Energiepreise und Schuldenberge treffen zuerst jene, die auf Papierversprechen gebaut haben. Wer Vermögen über Krisen hinweg bewahren will, streut breit – physische Edelmetalle wie Gold und Silber können dabei als krisenerprobter Stabilitätsanker dienen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Er spiegelt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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